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Rocket Lab: 90-Millionen-Auftrag von Space Force

04.06.2026 - 16:02:57 | boerse-global.de

Rocket Lab verzeichnet deutlichen Kursverlust nach Höhenflug. Insider-Verkäufe und ein neuer Space-Force-Auftrag prägen die aktuelle Lage.

Rocket Lab Aktie: Kursrücksetzer nach Rekordrally und Insider-Transaktionen
Rocket - Eine schlanke Rakete von Rocket Lab startet bei Sonnenuntergang und symbolisiert Raumfahrt und militärische Verträge. 04.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Nach einem massiven Kursanstieg in den vergangenen Monaten testet der Markt jetzt, wie viel Wachstum bereits eingepreist ist. Am Mittwoch verlor die Rocket Lab-Aktie rund sieben Prozent und schloss bei 114,70 Dollar — ein deutlicher Rücksetzer nach einer Rally, die die Aktie zeitweise bis auf 151 Dollar getrieben hatte.

Kein Ausreißer, sondern ein Signal

Der Rückgang war kein leiser Drift. Rund 20,9 Millionen Aktien wechselten den Besitzer — nahe am Tagesdurchschnitt von etwa 24 Millionen Stück. Das Tagestief lag bei 113,66 Dollar. Trotz des Einbruchs notiert Rocket Lab noch deutlich über seinen gleitenden Durchschnitten: Der 50-Tage-Schnitt liegt bei 93,14 Dollar, der 200-Tage-Schnitt bei 76,94 Dollar. Das zeigt, wie stark die Aktie in kurzer Zeit neu bewertet wurde — und wie viel Luft nach unten noch bleibt.

Insider-Meldungen sorgen für Gesprächsstoff

Parallel zum Kursrückgang rücken zwei SEC-Meldungen ins Blickfeld. Marvin Bradford Clevenger, President von Rocket Lab USA, verkaufte am 28. Mai 3.500 Aktien zu einem gewichteten Durchschnittspreis von 146,67 Dollar. Nach dem Verkauf hält er noch direkt 473.975 Aktien.

CFO Adam Spice übertrug am 29. Mai und 1. Juni insgesamt 188.172 Aktien als Schenkung — zum Preis von null Dollar je Aktie. Solche Transfers unterscheiden sich grundlegend von Marktverkäufen: Sie fließen nicht als Angebot in den öffentlichen Handel ein. Spice hält nach den Übertragungen noch 920.325 Aktien direkt sowie 250.000 Aktien über einen Trust indirekt. Das Bild ist also differenzierter, als ein pauschales "Insider verkaufen" vermuten ließe.

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Starke Zahlen als Gegengewicht

Operativ liefert Rocket Lab. Im ersten Quartal erzielte das Unternehmen einen Rekordumsatz von 200,3 Millionen Dollar — ein Plus von 63,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die GAAP-Bruttomarge lag bei 38,2 Prozent. Der Nettoverlust sank von 60,6 Millionen auf 45 Millionen Dollar. Die Liquidität ist komfortabel: Zum 31. März lagen Barmittel und kurzfristige Wertpapiere zusammen bei rund 1,38 Milliarden Dollar.

Für das zweite Quartal erwartet das Management einen Umsatz zwischen 225 und 240 Millionen Dollar. Das bereinigte EBITDA soll sich auf einen Verlust von 20 bis 26 Millionen Dollar belaufen.

Rüstung und Satelliten als Wachstumstreiber

Einen weiteren Anker liefert ein Auftrag vom 21. Mai: Die U.S. Space Force vergab einen 90-Millionen-Dollar-Vertrag an Rocket Lab für Design, Bau und Betrieb zweier geostationärer Satelliten mit dem Heimdall-Weltraumüberwachungssystem. Es ist das erste Satellitenprogramm des Unternehmens für den geostationären Orbit — und unterstreicht, dass Rocket Lab längst nicht mehr nur ein Raketenstart-Anbieter ist, sondern als Systemintegrator für Verteidigungs- und Rauminfrastruktur auftritt.

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Das ändert nichts an der unmittelbaren Frage: Ob die Aktie nach der Rally noch Spielraum hat, hängt jetzt davon ab, ob Rocket Lab im zweiten Quartal die eigene Umsatzprognose trifft und die Verluste planmäßig einengt. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob die Bewertung Substanz hat — oder ob der Rücksetzer vom Mittwoch erst der Anfang war.

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