Roche und Co. revolutionieren die Adipositas-Therapie
14.03.2026 - 00:00:26 | boerse-global.deNeue Medikamente verdrängen Magen-OPs in rasantem Tempo. Eine aktuelle Studie belegt: Die Zahl der bariatrischen Eingriffe ist seit 2022 um fast die Hälfte eingebrochen. Gleichzeitig treibt die Pharmaindustrie die nächste Generation der Abnehmpräparate voran.
Operationen brechen um 46 Prozent ein
Der Siegeszug der GLP-1-Medikamente wie Semaglutid verändert die Behandlungslandschaft dramatisch. Eine Studie im Fachjournal JAMA Surgery zeigt das Ausmaß: Bei Patienten, die für eine OP infrage kamen, stieg der Anteil derer mit einem GLP-1-Rezeptoragonisten von unter 0,3 Prozent Ende 2018 auf über 24 Prozent im Herbst 2025.
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Parallel sackten die Operationsraten ab. Seit dem Höhepunkt Ende 2022 gingen sie bis zum dritten Quartal 2025 um 46,4 Prozent zurück. Besonders betroffen ist die Schlauchmagen-Operation mit einem Minus von rund 50 Prozent. Nur bei extrem adipösen Patienten mit einem BMI über 55 bleibt die Chirurgie weiter erste Wahl.
Roche setzt auf die nächste Wirkstoff-Generation
Während GLP-1-Präparate den Markt dominieren, arbeiten Konzerne bereits an deren Nachfolgern. Roche präsentierte kürzlich vielversprechende Phase-II-Daten zu Petrelintide. Der Wirkstoff ist ein langwirksames Amylin-Analogon – ein Hormon, das das Sättigungsgefühl steuert.
In der Studie verloren Teilnehmer nach 42 Wochen bis zu 10,7 Prozent ihres Körpergewichts. Der Clou: Die Verträglichkeit war deutlich besser als bei aktuellen Medikamenten. Bei der höchsten Dosis gab es keine Behandlungsabbrüche wegen Magen-Darm-Beschwerden und kein Erbrechen. Diese Nebenwirkungen sind bei heutigen GLP-1-Therapien oft ein Problem.
Warnung vor dem kompletten Abschied vom Skalpell
Trotz des Booms bei den Medikamenten warnen Experten davor, die Chirurgie ganz abzuschreiben. Die Studienautoren betonen: Der operative Eingriff bleibe die effektivste und dauerhafteste Lösung bei schwerer Adipositas. Ein zu starker Rückgang der OP-Zahlen könnte Patienten die notwendige Behandlung vorenthalten.
Die Zukunft liege in kombinierten Ansätzen. Medikamente könnten genutzt werden, um Patienten vor einer OP auf das Verfahren vorzubereiten. Oder sie sichern nach dem Eingriff den langfristigen Erfolg und verhindern die Gewichtszunahme.
WHO aktualisiert globale Leitlinien
Der Wandel wird von Gesundheitsorganisationen gestützt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt in aktualisierten Leitlinien nun explizit den langfristigen Einsatz von GLP-1-Therapien. Sie betont: Adipositas ist eine chronische Krankheit, keine Frage des Willens.
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Der Handlungsdruck ist enorm. Weltweit leben über eine Milliarde Menschen mit Adipositas. Die wirtschaftlichen Kosten durch Folgeerkrankungen könnten bis 2030 auf drei Billionen US-Dollar jährlich steigen.
Kliniken und Kostenträger unter Anpassungsdruck
Der rapide Rückgang der OPs stellt Krankenhäuser vor große Herausforderungen. Sie müssen Kapazitäten und Geschäftsmodelle anpassen. Gleichzeitig verschieben sich die Kosten im System: Statt hoher Einmalkosten für eine Operation entstehen lebenslange Ausgaben für Medikamente.
Ob sich das rechnet, hängt von einem Faktor ab: Verhindern die neuen Therapien teure Folgeerkrankungen wie Herzinfarkte oder Diabetes nachhaltig? Die bessere Verträglichkeit von Wirkstoffen wie Petrelintide könnte hier die Therapietreue der Patienten entscheidend erhöhen.
Personalisierte Medizin als Zukunft
Die Entwicklung schreitet schnell voran. Roche plant große Phase-III-Studien für Petrelintide, auch in Kombination mit anderen Wirkstoffen. Konkurrenten wie Novo Nordisk testen bereits duale Agonisten, die in frühen Studien eine noch stärkere Gewichtsreduktion zeigten.
Für Patienten bedeutet das den Weg zu einer personalisierten Medizin. Die Behandlung wird künftig aus einer individuellen Mischung aus Ernährungsumstellung, modernen Medikamenten und – in schweren Fällen – Chirurgie bestehen. Die größte Herausforderung wird sein, allen Betroffenen einen bezahlbaren Zugang zu diesen Innovationen zu ermöglichen.
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