Roche Aktie: Priority Review für Gazyva
Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 05:03 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie US-Gesundheitsbehörde FDA hat dem Roche-Präparat Gazyva (Obinutuzumab) den Status „Priority Review" für die Behandlung der primären membranösen Nephropathie zuerkannt. Eine Zulassungsentscheidung wird bis November 2026 erwartet, wie Roche mitteilte. Die primäre membranöse Nephropathie ist eine seltene Autoimmunerkrankung der Niere, die unbehandelt zu Nierenversagen führen kann.
Nur einen Tag später legte der Basler Konzern detaillierte Daten aus der Phase-III-Studie MAJESTY vor. Nach 104 Wochen erreichten 36,9 Prozent der mit Gazyva behandelten Patienten eine vollständige Remission. In der Vergleichsgruppe unter dem etablierten Wirkstoff Tacrolimus lag dieser Wert bei lediglich 5,7 Prozent. Der Unterschied fällt damit deutlich aus und dürfte die laufende FDA-Prüfung stützen, auch wenn eine Entscheidung erst gegen Ende des Jahres fällt.
Diagnostik-Sparte liefert mehrere Meilensteine
Parallel zur Onkologie- und Nephrologie-Pipeline meldete Roche gleich mehrere Fortschritte im Diagnostikgeschäft. Der VENTANA PTEN Assay erhielt die FDA-Zulassung als Begleittest zur Identifizierung spezifischer Biomarker bei Prostatakrebs-Patienten. Solche Companion Diagnostics sind für Roche strategisch relevant, weil sie Therapieentscheidungen in der Krebsbehandlung direkt unterstützen.
Zudem erhielt ein neuer Bluttest zur Identifizierung von Tuberkulose-Infektionen das CE-Kennzeichen und darf damit im europäischen Wirtschaftsraum vertrieben werden. Mit dem „cobas HDV"-Test brachte Roche darüber hinaus nach eigenen Angaben den ersten vollautomatisierten Diagnostik-Assay zur Identifizierung des Hepatitis-D-Virus auf den Markt. Die Konzentration mehrerer Zulassungen und Markteinführungen innerhalb weniger Tage unterstreicht die Breite des Diagnostikportfolios, das neben der Pharmasparte als zweites Standbein des Konzerns fungiert.
Genentech kooperiert mit Astex, Alzheimer-Daten auf AAIC präsentiert
Auch die Roche-Tochter Genentech war in der vergangenen Woche aktiv: Sie schloss ein Forschungsabkommen mit Astex Pharmaceuticals zur Entwicklung neuer Brustkrebs-Therapien. Das Deal-Volumen umfasst bis zu 490 Millionen US-Dollar, darunter eine Sofortzahlung von 25 Millionen US-Dollar an Astex Pharmaceuticals. Solche Meilensteinzahlungen sind in der Branche üblich und binden den Großteil der Vergütung an spätere Entwicklungserfolge.
Auf der Alzheimer's Association International Conference präsentierte Roche zudem Langzeit-Sicherheitsdaten zum Alzheimer-Antikörper Trontinemab sowie Fortschritte beim Bluttest Elecsys pTau217. Beide Programme zählen zu den Hoffnungsträgern in der Neurologie-Pipeline des Konzerns, in der bislang wenige Präparate eine Marktreife erreicht haben.
Blick auf Halbjahreszahlen und Kursniveau
Anleger richten den Blick nun auf den 23. Juli 2026, wenn Roche den Bericht zum ersten Halbjahr veröffentlicht. Angesichts der Dichte an regulatorischen Fortschritten der vergangenen Wochen dürfte die Pipeline-Entwicklung dabei ein zentrales Thema für Analysten sein.
Der Aktienkurs zeigte sich zuletzt wenig bewegt: Zum Schluss am Freitag notierte das Papier bei 323,90 GBP, sowohl auf Wochen- als auch auf Monatssicht unverändert. Der Relative-Stärke-Index von 47,2 signalisiert eine neutrale Marktlage ohne klare Richtungstendenz. Die Marktkapitalisierung beläuft sich umgerechnet auf 355,34 Milliarden Euro.
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