RobotEra, CES

RobotEra setzt mit L7 und Q5 auf physische KI

08.01.2026 - 17:16:12

Das chinesische Unternehmen RobotEra präsentiert auf der CES die Roboter L7 und Q5. Sie markieren den Übergang zu praktisch einsetzbaren, KI-gesteuerten Systemen für Forschung und Dienstleistungen.

Die Zukunft der Roboter ist nicht mehr nur auf Bildschirme beschränkt – sie wird greifbar. Auf der Tech-Messe CES in Las Vegas hat sich das chinesische Unternehmen RobotEra mit einer neuen Produktlinie an die Spitze der Bewegung für physische KI gesetzt. Die Roboter L7 und Q5 sollen Forschung und Dienstleistung revolutionieren.

Vom Industrieroboter zum vielseitigen Helfer

Kern der Ankündigung vom 8. Januar 2026 sind zwei neue Plattformen: der zweibeinige Humanoid L7 und das fahrbare Servicerobotik-System Q5. Damit erweitert RobotEra sein Portfolio deutlich über reine Industriearbeit hinaus. Die Messe steht in diesem Jahr ganz im Zeichen der sogenannten embodied intelligence, also der Künstlichen Intelligenz mit Körper. Analysten sehen den Beginn einer Kommerzialisierungsphase für humanoide Roboter.

L7: Der dynamische Forschungspartner

Der große Humanoid L7 ist das Flaggschiff der neuen Linie. Mit 171 Zentimetern Größe und 55 Freiheitsgraden ist er für komplexe Bewegungen und feine Manipulationen ausgelegt – eine deutliche Weiterentwicklung gegenüber seinem Vorgänger Star1, der vor allem für schnelles Laufen und Logistik bekannt war.

Angetrieben wird der L7 vom hauseigenen KI-Modell ERA-42. Dieses „Vision-Language-Action“-System verarbeitet visuelle Daten und setzt komplexe Befehle um, ohne vorprogrammiert zu sein. In Las Vegas beeindruckte der Roboter mit Echtzeit-Teleoperation: Er spiegelte die Bewegungen menschlicher Operatoren nahezu verzögerungsfrei. Mit einer Traglast von 20 kg pro Arm und einer Höchstgeschwindigkeit von 4 m/s (ca. 14,4 km/h) eignet er sich für anspruchsvolle Forschungs- und Industrieeinsätze.

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Q5: Der Serviceroboter mit „Wespentaille“

Während der L7 für die Forschung gedacht ist, zielt der fahrbare Q5 auf den Dienstleistungssektor ab. Sein auffälligstes Merkmal ist eine extrem schmale Taille, schmaler als ein iPhone. Dieses Design soll eine freundliche, nicht-bedrohliche Silhouette für den Publikumsverkehr schaffen.

Die Stärke des Q5 liegt in der Geschicklichkeit seines Oberkörpers. Mit 44 Freiheitsgraden und den speziellen „Fairy Hands“ mit 11 aktiven Freiheitsgraden kann er menschliche Gesten ausführen, Hände schütteln und Objekte präzise handhaben. Auf der CES navigierte er autonom durch Menschenmengen, hob Gegenstände vom Boden auf und überreichte Besuchern Geschenke. Integriert ist das DeepSeek-Sprachmodell, das natürliche, kontextbezogene Dialoge ermöglicht.

XHAND1: Die schlaue Roboterhand

Die Fähigkeiten beider Roboter basieren auf einer separaten Entwicklung: der geschickten Roboterhand XHAND1. Sie verfügt über 12 aktive Freiheitsgrade und taktile Sensoren in den Fingerspitzen. Anders als einfache Greifer „ertastet“ sie Objekte und passt den Druck in Echtzeit an. So kann sie auch zerbrechliche oder unregelmäßige Dinge sicher handhaben.

Mit einer Greifkraft von 80 Newton kann die Hand bis zu 25 kg heben, bleibt dabei aber sensibel genug für feinmotorische Aufgaben. Führende Forschungseinrichtungen wie das MIT setzen die XHAND1 bereits ein, was ihren Wert als Werkzeug für die Ausbildung von physischer KI unterstreicht.

Der Wettlauf um die physische KI

Die Vorstellung fällt in eine entscheidende Phase für die Robotikbranche. Der Fokus liegt nicht mehr auf einstudierten Showeinlagen, sondern auf praktischem Nutzen und Anpassungsfähigkeit. RobotEra wirbt mit dem „Hexa-Core“-Konzept, das Stärke, Agilität, Präzision, Stabilität, Haltbarkeit und Anpassungsfähigkeit vereint.

Konkurrenten wie Boston Dynamics zeigten ebenfalls neue humanoide Modelle. RobotEra setzt jedoch gezielt auf KI-Algorithmen-Freundlichkeit. Die Hardware ist speziell darauf ausgelegt, das Training von KI-Modellen zu unterstützen. Das Unternehmen positioniert sich so weniger als reiner Roboterhersteller, sondern vielmehr als Infrastrukturanbieter für die kommende Revolution der embodied AI.

Was kommt als Nächstes?

Mit über 600 ausgelieferten Einheiten verschiedener Modelle drängen chinesische Roboterfirmen wie RobotEra aggressiv auf den globalen Markt. Die Integration des ERA-42-Modells bedeutet, dass künftige Verbesserungen vor allem über Software-Updates kommen werden. Je mehr Daten die Roboter in Echtweltszenarien sammeln – ob der Q5 im Einkaufszentrum oder der L7 im Uni-Labor –, desto autonomer und zuverlässiger werden sie.

Die Branche wird nun genau beobachten, ob die beeindruckenden Vorführungen von der CES-Bühne auch in den unvorhersehbaren Alltag von Forschung und Service übertragen werden können.

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