Roboter-Lieferdienste, Just

Roboter-Lieferdienste starten durch: Just Eat und Coco setzen neue Maßstäbe

27.02.2026 - 00:00:45 | boerse-global.de

Just Eat beginnt mit Starship-Robotern in Großbritannien, während Coco Robotics eine straßentaugliche Generation vorstellt. Die Technologie verlässt die Pilotphase und expandiert in den kommerziellen Einsatz.

Die Ära der autonomen Lieferungen erreicht einen neuen Höhepunkt. Gleich zwei bahnbrechende Ankündigungen zeigen, dass die Technologie den Pilotstatus hinter sich lässt und in den großflächigen Einsatz geht. Während in Großbritannien ein Branchenriese startet, präsentiert ein US-Unternehmen eine Straßen-taugliche Roboter-Generation.

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Just Eat bringt mit Starship Roboter nach Großbritannien

Der Essenslieferdienst Just Eat startet in Sunderland einen Roboter-Lieferservice. Dafür kooperiert das Unternehmen mit Starship Technologies. Kunden ausgewählter Restaurants können ab sofort in der App wählen, ob ihr Essen von einem der autonomen Sechsrad-Roboter gebracht werden soll. Die Partnerschaft markiert den Startschuss für den großflächigen Einsatz automatisierter Lieferungen in Großbritannien.

Der Service soll je nach Nachfrage auf weitere Städte ausgeweitet werden. Starship gilt als weltweit führender Anbieter und betreibt nach eigenen Angaben das größte autonome Liefernetzwerk. Über 2.700 Roboter sind bereits in 270 Gebieten in acht Ländern im Einsatz und haben mehr als neun Millionen Lieferungen absolviert. „Hohe Autonomie ist der Schlüssel für einen skalierbaren und akzeptierten Service“, erklärt Gründer Ahti Heinla. Die Roboter würden trainiert, ihre lokale Umgebung zu erlernen. Die Kooperation folgt auf eine Partnerschaft mit Uber Eats, die Ende 2025 in Großbritannien startete und auf Europa und die USA ausgeweitet werden soll.

Coco Robotics enthüllt straßentauglichen Roboter der nächsten Generation

Parallel dazu hat Coco Robotics seine neue Generation vorgestellt: den Coco 2. Dieser Roboter arbeitet vollautonom und benötigt kaum noch menschliche Fernüberwachung. Der entscheidende Fortschritt: Der Coco 2 ist nicht mehr auf den Gehweg beschränkt. Er kann legal erlaubt auch auf Straßen und in Fahrradspuren fahren.

Dadurch ist er deutlich schneller unterwegs und erreicht in diesen Bereichen bis zu 21 Kilometer pro Stunde. Die größere Reichweite und höhere Geschwindigkeit ermöglichen es, mehr Stadtteile kostengünstiger zu bedienen als mit vielen traditionellen Liefermethoden. Zudem ist der neue Roboter widerstandsfähiger gegen extreme Wetterbedingungen wie Schneestürme und starken Wind. Diese verbesserten Fähigkeiten werden durch die neueste Version von Nvidias Jetson-Computing-Plattform ermöglicht. Sie erlaubt es dem Roboter, komplexe KI-Modelle auszuführen und seine Navigation in einem digitalen Zwilling der Stadt zu trainieren, bevor er auf echten Verkehr trifft.

Vom Labor auf die Straße: Ein Markt im Umbruch

Die Expansionen sind Teil eines Branchentrends: Die Technologie verlässt die Forschungsphase und wird kommerziell einsatzfähig. Getrieben wird dieser Wandel durch den anhaltenden Fachkräftemangel in der Logistik, steigende Betriebskosten und enorme Fortschritte in KI und Bilderkennung. Marktprognosen sagen dem globalen Servicerobotik-Sektor in den kommenden Jahren ein starkes zweistelliges Wachstum voraus.

Unternehmen bauen ihre Flotten massiv aus. Serve Robotics, eine Ausgründung von Uber, setzt in den USA bereits über 2.000 Roboter ein – die größte Gehweg-Lieferflotte des Landes. Das Unternehmen erweitert auch die Anwendungsgebiete seiner Technologie. Durch die Übernahme von Diligent Robotics dringt Serve nun auch in Innenräume vor, konkret für den Einsatz in Krankenhäusern.

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Die rechtliche Herausforderung: Regulierung hinkt hinterher

Während die Roboter sich ausbreiten, entsteht der rechtliche Rahmen nur langsam. Vor allem in den USA gibt es keinen einheitlichen Bundesstandard für sogenannte Persönliche Liefergeräte (PDDs). Die Regulierung obliegt den einzelnen Bundesstaaten. Über 20 Staaten haben bereits Gesetze erlassen, die Gewicht, Geschwindigkeit und Einsatzgebiete regeln.

Die Gesetzgebung entwickelt sich ständig weiter. Anfang Februar brachte ein Ausschuss im Senat von Tennessee einen Gesetzentwurf auf den Weg, der autonomen Lieferrobotern erlauben würde, auf Gehwegen, Zebrastreifen und sogar einigen Straßen mit bis zu 32 km/h unterwegs zu sein. Der Lieferdienst DoorDash, der den Entwurf unterstützt, plant den Einsatz eigener Roboter in dem Staat. Während solche Gesetze debattiert werden, müssen die Betreiber weiterhin mit alltäglichen städtischen Hindernissen klarkommen: kaputten Bürgersteigen, Baustellen und unberechenbaren Fußgängern.

Blick in die Zukunft: Ein Milliardengeschäft entsteht

Die Zukunft der autonomen Lieferung scheint rosig. Der globale Markt soll bis 2030 einen Wert zwischen 8 und 12 Milliarden US-Dollar erreichen. Treiber sind die anhaltende E-Commerce-Nachfrage, der Bedarf an emissionsfreien Logistiklösungen und der Personalmangel. Das bisher vorherrschende Modell – langsame Gehweg-Roboter in kontrollierten Umgebungen wie Campus-Geländen – wird sich wandeln.

Der Push hin zu Autonomie-Level 4, bei dem Fahrzeuge unabhängig operieren und nur in Ausnahmefällen menschliche Hilfe benötigen, soll die Kosten pro Lieferung drastisch senken und die Einsatzmöglichkeiten erweitern. Die Branche diversifiziert sich auch. Während sich einige Unternehmen auf die „letzte Meile“ und Innenlogistik konzentrieren, nutzen andere ihre Expertise für neue Anwendungen. Nuro, ein Pionier führerloser Straßenfahrzeuge, verlegt sich nun auf die Lizenzierung seines autonomen Fahrsystems. In Partnerschaft mit Uber und Lucid Motors entwickelt das Unternehmen eine Flotte von Robotaxis, deren kommerzieller Start für später in diesem Jahr erwartet wird. Die Technologie wird erwachsen – und ihr Einfluss auf Handel und Transport wächst täglich.

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