Roboter, Toronto

Roboter in Toronto operiert Gehirn aus der Ferne

18.01.2026 - 17:33:12

Ein kanadisches Ärzteteam hat erstmals erfolgreich Hirn-Eingriffe per Roboter über eine Internetverbindung durchgeführt. Der Durchbruch ebnet den Weg für ferngesteuerte Not-Operationen bei Schlaganfällen – auch in entlegenen Regionen.

In Toronto ist der Medizin ein historischer Schritt gelungen: Chirurgen steuerten einen Operationsroboter über eine Glasfaser-Internetverbindung, um bei Patienten mehrere Kilometer entfernt Eingriffe am Gehirn vorzunehmen. Diese zehn erfolgreichen ferngesteuerten Hirn-Angiografien markieren einen Wendepunkt für die Telerobotik und könnten die Schlaganfall-Behandlung weltweit revolutionieren. Das Ziel ist klar: Spezialisten sollen lebensrettende Eingriffe künftig auch in abgelegenen Kliniken durchführen können – ohne Zeit durch lange Transporte zu verlieren.

Im Zentrum des Durchbruchs steht Neurochirurg Dr. Vitor Mendes Pereira. Von einem Kontrollraum aus steuerte er über eine Standard-Glasfaserleitung einen Roboter, der im Operationssaal des St. Michael’s Hospital einen Katheter durch die Blutbahnen eines Patienten führte. Bei einem Angiogramm werden Gefäße im Gehirn detailliert dargestellt, um etwa Verstopfungen zu finden – oft der erste Schritt bei der Schlaganfall-Behandlung.

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„Die größte Hürde war bisher die Latenz, also die Verzögerung zwischen dem Befehl des Chirurgen und der Reaktion des Roboters“, erklärt ein Projektmitarbeiter. „Bereits Millisekunden können in der Neurochirurgie fatale Folgen haben.“ Die genutzte Technologie überträgt die Daten nun nahezu verzögerungsfrei. Der Operateur erhält über eine 3D-Brille ein hochauflösendes Bild des OP-Gebiets und spürt sogar einen taktilen Widerstand, als ob er die Instrumente selbst in der Hand hielte.

Rettung für ländliche Regionen: Wenn jede Minute zählt

Die eigentliche Mission des Projekts geht über den technologischen Triumph hinaus: Es soll die Versorgung von Schlaganfall-Patienten in unterversorgten Gebieten retten. Bei einem ischämischen Schlaganfall blockiert ein Blutgerinnsel eine Hirnarterie. Hier gilt der Grundsatz „Zeit ist Gehirn“ – jede Minute ohne Behandlung bedeutet absterbendes Nervengewebe.

Patienten in abgelegenen Regionen Nordkanadas müssen oft stundenlang in Spezialkliniken transportiert werden. Die Torontoer Ärzte wollen diesen lebensbedrohlichen Zeitverlust eliminieren. Ihr nächstes Ziel ist ehrgeizig: Noch 2026 soll in Sault Ste. Marie, rund 500 Kilometer entfernt, ein Roboter-System installiert werden. Von Toronto aus könnten Chirurgen dann ferngesteuert eine Thrombektomie durchführen – die mechanische Entfernung des störenden Blutgerinnsels. Es wäre der weltweit erste derartige Eingriff aus der Ferne.

Vom Experiment zur Praxis: Die Zukunft der Tele-Chirurgie

Bisher blieb die ferngesteuerte Chirurgie oft im Experimentalstadium stecken. Die zehn erfolgreichen Eingriffe in einer großen Klinik zeigen nun: Die Technologie ist einsatzreif. „Wir bewegen uns von der Machbarkeitsstudie hin zu einer praktischen Lösung für ein echtes Versorgungsproblem“, so ein Experte.

Bevor die erste ferngesteuerte Thrombektomie starten kann, muss jedoch noch die Genehmigung von Health Canada, der kanadischen Gesundheitsbehörde, vorliegen. Bei Erfolg könnte das Modell Schule machen. Zwar sind die Roboter-Systeme derzeit noch sehr kostspielig. Die potenziellen Einsparungen durch vermiedene Behinderungen und die geretteten Leben rechtfertigen aus Sicht der Mediziner jedoch die Investition. Die Botschaft aus Toronto ist klar: Der Zugang zu bester chirurgischer Versorgung soll künftig nicht mehr vom Wohnort abhängen.

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