Roboter-Fluten, Chinas

Roboter-Fluten bewältigen Chinas Neujahrs-Chaos

13.02.2026 - 02:21:12

Tausende fahrerlose Fahrzeuge und Drohnen bewältigen logistische Spitzenlast in China und demonstrieren die globale Marktreife autonomer Zustellungssysteme.

Autonome Lieferflotten meistern den logistischen Mega-Stress des Frühlingsfests – und zeigen, wo die Reise global hingeht.

Während Millionen Chinesen das Lunar New Year feiern, rollt und fliegt eine stille Armee: Tausende Roboterfahrzeuge und Drohnen sorgen dafür, dass Geschenke und Waren pünktlich ankommen. Dieser Großeinsatzt ist der bisher größte Praxistest für autonome Logistik und markiert einen Wendepunkt. Die Technologie ist aus den Pilotprojekten herausgewachsen und wird zur systemrelevanten Stütze im globalen E-Commerce. Auch in Europa und Nordamerika beschleunigt sich der Trend.

Ein logistisches Großexperiment unter Realbedingungen

Chinas Logistikriesen nutzen den extremen Nachfragepeak der Feiertage, um die Leistungsfähigkeit ihrer Systeme unter Beweis zu stellen. Das Unternehmen ZTO Express setzt über 3.500 fahrerlose Fahrzeuge in 268 Städten ein und bewegt so täglich 8,7 Millionen Pakete. Es geht nicht um PR, sondern um harte Wirtschaftlichkeit: Die Roboter senken die Kosten pro Paket auf bestimmten Strecken spürbar und arbeiten länger als menschliche Fahrer. Der Konkurrent J&T meldet durch den Einsatz von über 1.000 autonomen Fahrzeugen eine Effizienzsteigerung von 20 Prozent.

Die Technologie erobert dabei auch den Luftraum. Im bergigen Yanqing-Distrikt Pekings versorgen Drohnen das abgelegene Olympische Dorf mit Zeitungen und Paketen – eine Route, die im Winter für bodengebundenen Transport kaum passierbar ist.

KI als unsichtbare Steuerungszentrale

Hinter der Hardware arbeitet intelligente Software. JD Logistics hat eine KI-gestützte „Feiertags-Warenkarte“ eingeführt. Sie analysiert Verkaufsdaten und prognostiziert regionale Nachfragespitzen. Dies optimiert die Lagerallokation und reduziert teure Transporte zwischen Regionen. Das Ergebnis: Bei teilnehmenden Händlern stieg die Quote für Zustellungen am nächsten Tag um 22 Prozent; 85 Prozent aller Bestellungen kommen nun am selben oder folgenden Tag an.

Globaler Wettlauf um die „letzte Meile“

Der chinesische Großeinsatz ist nur die spektakulärste Episode eines weltweiten Trends. In den USA baut Serve Robotics seine Flotte aus und kooperiert mit Giganten wie Uber Eats und DoorDash. Das Unternehmen hat bereits 2.000 Gehweg-Roboter im Einsatz. Der Marktführer Starship Technologies verzeichnete weltweit über 7 Millionen Lieferungen.

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Die Strategien diversifizieren sich: Das einstige Fahrzeug-Start-up Nuro konzentriert sich nun auf die Lizenzierung seiner autonomen Software an andere Hersteller. Dieser Schritt könnte die Verbreitung der Technologie in verschiedenen Fahrzeugklassen massiv beschleunigen.

Was bedeutet das für den Weltmarkt?

Die erfolgreiche Bewältigung des Lunar New Year beweist: Autonome Lieferung ist keine Zukunftsmusik mehr, sondern betriebsreif. Analysten prognostizieren, dass der globale Markt für solche Roboter bis 2034 auf über 6,5 Milliarden Euro wachsen könnte. Der Druck für schnellere, günstigere und nachhaltigere Lieferungen treibt die Automatisierung voran.

Die Erfahrungen in China, wo in einem Maßstab operiert wird, der im Westen noch unvorstellbar ist, werden zum Blaupause für globale Logistiker. Sie dürften regulatorische Zulassungen und die Akzeptanz in der Bevölkerung auch in Europa beschleunigen. Für Unternehmen wie Serve Robotics geht es nun darum, die wachsenden Flotten in profitable Geschäftsmodelle zu überführen. Die Ära der autonomen Lieferung hat nicht erst begonnen – sie ist bereits in der entscheidenden Skalierungsphase angekommen.

@ boerse-global.de

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