Robotaxis in London: Regierung setzt auf neue Regeln für Frühjahrstests
24.02.2026 - 04:22:17 | boerse-global.deLondon startet im Frühjahr die ersten kommerziellen Tests mit fahrerlosen Taxis. Die britische Regierung reagiert mit einem neuen Regelwerk auf die anhaltenden Sicherheitsbedenken und den Widerstand der traditionsreichen Taxifahrer.
London – Während sich die britische Hauptstadt auf die ersten kommerziellen Versuche mit autonomen Robotaxis vorbereitet, versucht die Regierung, wachsende Skepsis zu zerstreuen. Sie hat einen neuen regulatorischen Rahmen vorgestellt, der Sicherheit gewährleisten und die Auswirkungen auf das bestehende Verkehrsnetz managen soll. Die Ankündigung fällt in eine hitzige Debatte über die Tauglichkeit der Technologie für Londons einzigartig komplexes Straßennetz.
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Neues Genehmigungsverfahren soll Sicherheit garantieren
In den letzten 72 Stunden bestätigte das Verkehrsministerium Pläne für ein neues Genehmigungssystem für „Automatisierte Passagierdienste“ (APS) im Frühjahr 2026. Dieses soll fahrerlose Taxi- und Busdienste regulieren. In einer Stellungnahme im Oberhaus betonte Verkehrsminister Lord Hendy, dass diese Dienste zunächst menschengesteuerte Angebote „ergänzen, nicht ersetzen“ sollen. Dies wird als direkte Reaktion auf die Ängste traditioneller Taxifahrer und Sicherheitsbedenken gewertet.
Das Regelwerk verpflichtet Hersteller zu einer strengen Sicherheitsprüfung durch die Vehicle Certification Agency (VCA). Lokale Behörden kritisieren jedoch, dass ihre Entscheidungsbefugnis nicht ausreichend geschützt sei. Sie fordern ein Mitspracherecht bei der Zulassung der Dienste. Die Einführung soll zunächst in kleinem Maßstab erfolgen, um die Technologie kontrolliert zu testen.
Black Cab-Fahrer zweifeln an KI-Kompetenz
Besonders skeptisch zeigen sich Londons berühmte Black Cab-Fahrer. Sie müssen für ihre Lizenz „The Knowledge“ absolvieren – eine Prüfung, bei der Tausende Straßen und Routen auswendig gelernt werden müssen. Viele fragen sich, ob eine KI jemals die nuancierten Entscheidungen eines erfahrenen Fahrers im chaotischen Londoner Verkehr nachahmen kann.
„Viele Robotaxi-Systeme benötigen noch ferngesteuerte menschliche Operateure, die eingreifen, wenn die Technik versagt“, gibt die Licensed Taxi Drivers‘ Association zu bedenken. Die Technologie sei weniger autonom als oft dargestellt. Die Befürchtung: Tech-Konzerne unterschätzen die Herausforderungen von engen, historischen Straßen und unberechenbaren Fußgängern im Vergleich zu den rasterartigen Straßennetzen amerikanischer Städte.
Waymo, Wayve und Baidu bereiten Piloten vor
Trotz der Bedenken laufen die Vorbereitungen für die Frühjahrstests auf Hochtouren. London wird zum globalen Schauplatz für mehrere Tech-Giganten:
- Wayve: Das britische Startup testet bereits mit AI-gesteuerten Ford Mustang Mach-E Fahrzeugen und kooperiert mit Uber.
- Waymo: Die Google-Tochter, die in den USA seit Jahren fahrerlose Dienste betreibt, kartiert London mit autonomen Jaguar I-Pace Fahrzeugen (noch mit Sicherheitsfahrer). Ein Passagierdienst ist für das dritte Quartal 2026 angekündigt.
- Baidu: Der chinesische Tech-Riese will seinen „Apollo Go“-Service in Partnerschaft mit Uber und Lyft testen.
Alle Unternehmen setzen darauf, dass ihre Technologie letztlich einen sichereren und effizienteren Transport bieten kann.
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Balanceakt zwischen Innovation und Stabilität
Die Strategie der Regierung, Ergänzung statt Ersatz zu betonen, ist ein bewusster Balanceakt. Sie soll technologischen Fortschritt mit sozialer und wirtschaftlicher Stabilität in Einklang bringen und Widerstand von Gewerkschaften und Öffentlichkeit mildern. Dieser vorsichtige Ansatz unterscheidet sich von aggressiveren Rollouts in einigen US-Städten, die zu öffentlicher Gegenwehr und Pannen führten.
Die Regierung schätzt das wirtschaftliche Potenzial des autonomen Fahrens auf Milliardenbeiträge und Tausende neue Jobs bis 2035. Der Erfolg dieser Vision hängt nun entscheidend von den anstehenden Tests ab. Transport for London (TfL) arbeitet mit allen beteiligten Unternehmen zusammen, um Chancen und Risiken zu bewerten.
Der Erfolg hängt an den Frühjahrstests
Die kommenden Monate werden richtungsweisend für die Zukunft der autonomen Mobilität in Großbritannien sein. Die Leistung der Robotaxis von Waymo, Wayve und Baidu wird von Aufsichtsbehörden und Öffentlichkeit scharf beobachtet werden. Entscheidende Metriken sind die Häufigkeit menschlicher Eingriffe, das Bewältigen komplexer Verkehrsszenarien und die allgemeine Sicherheitsbilanz.
Bewähren sich die Tests, könnte London eine schrittweise Ausweitung der Dienste erleben. Scheitern sie, könnte dies die öffentliche Skepsis verstärken und die flächendeckende Einführung autonomer Fahrzeuge im Vereinigten Königreich um Jahre verzögern.
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