Robco, Millionen

Robco sichert sich 100 Millionen Euro für KI-Roboter-Offensive

29.01.2026 - 18:04:12

Das Robotik-Startup Robco schließt eine Serie-C-Finanzierung ab, um seine KI-gesteuerte Automatisierungslösung weiterzuentwickeln und auf dem US-Markt zu expandieren.

Das Münchner Robotik-Startup Robco hat eine Finanzierungsrunde über 100 Millionen Euro abgeschlossen. Das Geld soll die Entwicklung seiner „Physical AI“ vorantreiben und die Expansion auf dem US-Markt beschleunigen. Ziel ist es, mittelständischen Betrieben den Zugang zu intelligenter Automatisierung zu erleichtern.

Die Serie-C-Runde wurde von den Risikokapitalgebern Lightspeed Venture Partners und Lingotto Innovation, der Investmentgesellschaft von Exor, angeführt. Weitere Investoren sind Sequoia Capital und The Friedkin Group. Die Bewertung des 2020 von TU-München-Forschern gegründeten Unternehmens liegt nun Branchenberichten zufolge bei über 500 Millionen Euro.

Vollständige Plattform für den Mittelstand

Robcos Ansatz ist eine vollintegrierte Lösung: Modulare Roboter-Hardware wird mit einer KI-gesteuerten Software-Schicht kombiniert. Diese „Physical AI“ soll Roboter befähigen, mit wachsender Autonomie in realen Produktionsumgebungen zu arbeiten. Der Clou: Die Systeme lernen durch Vormachen. Ein Arbeiter führt den Roboterarm einmal physisch durch eine Aufgabe – das Gerät kann sie danach selbstständig wiederholen.

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„Das senkt die Einstiegshürde enorm“, erklärt ein Unternehmenssprecher. Die Einführungszeit verkürze sich so von Monaten auf wenige Wochen. Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), denen oft das Kapital und das spezielle Know-how für klassische Robotik fehlen, ist das ein entscheidender Vorteil.

Fokus auf den lukrativen US-Markt

Ein Großteil des frischen Kapitals ist für den Ausbau in den USA vorgesehen. Robco eröffnete dort 2025 erste Büros in San Francisco und Austin. Der Zeitpunkt ist günstig: Amerikanische Hersteller automatisieren angesichts anhaltender Arbeitskräfteknappheit und der Rückverlagerung von Produktion („Reshoring“) massiv.

Das Geschäftsmodell als Robot-as-a-Service (RaaS) kommt dabei entgegen. Kunden zahlen eine monatliche Gebühr statt hoher Anfangsinvestitionen. Das macht die Technologie auch für Betriebe mit schmalerem Budget attraktiv. Mit dem Geld will Robco sein US-Team vergrößern, die Lieferkette stärken und Partnerschaften mit Herstellern ausbauen.

Investoren setzen auf Industrie-4.0-Treiber

Das starke Engagement der Investoren unterstreicht das Marktpotenzial. „Robco setzt weiterhin Maßstäbe dafür, was moderne Robotik in der realen Produktion leisten kann“, sagt Alexander Schmitt, Partner bei Lightspeed. Seine Firma hatte bereits die vorherige Runde über 42,5 Millionen Euro angeführt.

Die Finanzierung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Intelligente Automatisierung wird für viele Hersteller vom Luxus zur wettbewerbsentscheidenden Notwendigkeit. Robcos vollintegrierte, KI-getriebene Plattform gilt als Schlüssel für diesen Übergang zur Industrie 4.0, besonders für die variantenreiche Kleinserienfertigung des Mittelstands.

Die Vision: Roboter, die selbstständig denken

Der nächste Entwicklungsschritt zielt auf mehr Autonomie. Die Vision sind Roboter, die ihre Umgebung eigenständig wahrnehmen, analysieren und komplexe Handlungen planen können – das sogenannte „Sense-Reason-Act“-Prinzip. Dies soll neue Anwendungen erschließen und die Lücke zwischen manuellen Prozessen und vollautomatisierten Abläufen schließen.

„Unser Ziel ist es, die führende KI-Robotikfirma für die Fertigung in Europa und den USA zu werden“, sagt CEO und Gründer Roman Hölzl. Mit den 100 Millionen Euro im Rücken ist das Unternehmen für die nächste Wachstumsphase gewappnet. Es geht nicht nur um bessere Roboter, sondern darum, die Zukunft der Industriearbeit neu zu definieren.

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