Rio Tinto Aktie: Unter Druck
24.02.2026 - 22:35:22 | boerse-global.deRio Tinto liefert solide Jahreszahlen, doch an der Wall Street kippt die Stimmung. Innerhalb von nur zwei Tagen haben gleich zwei große Banken ihre Einschätzung nach unten angepasst. Der Kern des Problems: Die Bewertung wirkt nach der starken Rally zuletzt ausgereizt – und ausgerechnet das wichtige Eisenerzgeschäft bekommt kurzfristig Gegenwind.
Zwei Abstufungen in 48 Stunden
Barclays senkte das Rating heute auf „Equal Weight“ (zuvor „Overweight“). Als Begründung nannten die Analysten um Amos Fletcher vor allem enger gewordene Bewertungen sowie schwächere kurzfristige Bedingungen im Eisenerzmarkt.
Schon gestern stufte Goldman Sachs von „Buy“ auf „Neutral“ ab und reduzierte das 12-Monats-Kursziel um 6% auf 74 Pfund. Die Bank verweist darauf, dass die Aktie in den sechs Monaten zuvor um rund 60% gestiegen sei und inzwischen „voll bewertet“ erscheine.
Was Goldman an den Zahlen störte
Goldman Sachs nahm aus den 2025er-Ergebnissen mehrere Punkte mit, die kurzfristig belasten können:
- Netto-Verschuldung von 14,4 Mrd. US-Dollar lag über der Goldman-Schätzung (12,9 Mrd.). Treiber war vor allem ein höherer als erwarteter Capex von 12,3 Mrd. US-Dollar – inklusive Ausgaben für das Simandou-Eisenerzprojekt.
- Die Schlussdividende von 254 Cent je Aktie blieb unter der Erwartung der Bank (269 Cent).
- Zudem senkte Goldman die EBITDA-Prognosen für 2026 bis 2028 leicht (um 1–2%), unter anderem wegen höher angesetzter Aluminiumkosten.
- Ein weiterer Unsicherheitsfaktor: eine zusätzliche mongolische Steuerforderung von rund 440 Mio. US-Dollar. Goldman schätzt, dass mögliche Zusatzbelastungen insgesamt inzwischen über 1 Mrd. US-Dollar liegen könnten.
Strategiewechsel: Kupfer gewinnt, Eisenerz schwächelt
Operativ zeigt sich ein klarer Trend. Rio Tinto meldete für 2025 ein Underlying EBITDA von 25,4 Mrd. US-Dollar und einen Nettogewinn nach Steuern von 10,0 Mrd. US-Dollar. Die ordentliche Dividende summierte sich auf 6,5 Mrd. US-Dollar – bei unverändert 60% Ausschüttungsquote, bereits das zehnte Jahr in Folge.
Spannender ist aber der Mix: Der Eisenerz-Anteil am Ergebnis fiel auf etwa 60% (zuvor rund 70%), während Kupfer auf etwa 30% zulegte – und damit seinen Anteil binnen eines Jahres in etwa verdoppelte. Die Kupfer-äquivalente Produktion stieg um 8%, gestützt durch stärkere Beiträge aus Escondida und Bingham Canyon.
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Warum ist das wichtig? Weil die Rohstoffmärkte in unterschiedliche Richtungen laufen: Kupfer profitiert von anhaltender Preisstärke, während Eisenerz unter Druck steht – unter anderem, weil Chinas Stahlproduktion 2025 laut Reuters erstmals seit 2019 wieder unter 1 Milliarde Tonnen fiel.
Kosten, Verkäufe – und mehr Fokus
Parallel arbeitet Rio Tinto an der eigenen Aufstellung. Laut dem Bericht zu der Goldman-Note testet der Konzern den Markt für Borate- und Titandioxid-Assets im Rahmen eines 5–10 Mrd. US-Dollar schweren Programms für Verkäufe von Nicht-Kerngeschäften. Dazu kommen ein Ziel von 650 Mio. US-Dollar jährlichen Kostensenkungen und eine auf 10 Mrd. US-Dollar reduzierte mittelfristige Capex-Leitlinie (für 2026 bleibt die Guidance bei rund 11 Mrd. US-Dollar). Außerdem übernahm Rio Tinto am 18. Februar die Mehrheitsbeteiligung und das Management bei Nemaska Lithium.
An der Börse spiegelt sich die robuste Phase der letzten Monate weiterhin: Mit 83,06 € liegt die Aktie nur knapp unter ihrem 52?Wochen-Hoch und hat seit Jahresbeginn rund 20% zugelegt. Genau diese starke Vorleistung ist aber auch der Grund, warum Analysten jetzt kritischer auf Bewertung, Schulden und den kurzfristig schwächeren Eisenerztrend schauen.
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