Rightmove Aktie: Goldman bleibt zurückhaltend
04.06.2026 - 18:27:27 | boerse-global.de
Goldman Sachs hat die Berichterstattung zu europäischen Online-Klassifikationsportalen aufgenommen — und Rightmove landet dabei nicht in der ersten Reihe. Das Analystenhaus startet die Aktie mit "Neutral" und einem Kursziel von 516 Pence.
KI-Angst als Kaufgelegenheit — aber nicht überall
Goldman-Analyst Adam Berlin argumentiert, dass die Branche insgesamt zu stark abgestraft wurde. Sektormultiples seien von historisch rund 19x auf etwa 10x EV/EBITDA gefallen, weil Anleger fürchten, große Sprachmodelle könnten die großen Immobilien- und Autoportale überflüssig machen. Berlin hält diese Sorge für übertrieben: Generalistischen KI-Modellen fehle der Echtzeit-Datenzugriff, neue Aggregatoren kämpften mit dem Aufbau von Reichweite, und selbstständige KI-Makler würden auf absehbare Zeit eine Randerscheinung bleiben.
Für Rightmove reicht das allerdings nicht für eine Kaufempfehlung. Die Aktie erscheine zwar günstig bewertet, doch der britische Wohnimmobilienmarkt steht unter Druck. Steigende Hypothekenzinsen — verschärft durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten — könnten die Zahl aktiver Makler dämpfen und das Wachstum beim durchschnittlichen Umsatz je Inserat (ARPA) begrenzen. Goldman liegt bei den Umsatzschätzungen für die Folgejahre ein bis drei Prozent unterhalb des Marktkonsenses.
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Rückkaufprogramm läuft planmäßig
Unabhängig von der Analystenmeinung setzte Rightmove heute sein laufendes Aktienrückkaufprogramm fort. Über die Londoner UBS-Niederlassung erwarb das Unternehmen 154.000 eigene Aktien zu einem volumengewichteten Durchschnittspreis von 438,944 Pence. Die Papiere werden eingezogen. Seit dem Start des Programms Ende 2007 hat Rightmove damit insgesamt rund 560 Millionen eigene Aktien zurückgekauft.
Das Analystenbild bleibt gespalten. Während Goldman bei Branchenkonkurrenten wie Scout24 und Auto Trader deutlich offensiver agiert und Kursziele von 105 Euro beziehungsweise 557 Pence ausgibt, bleibt Rightmove vorerst eine Halteposition — solange der britische Immobilienmarkt keine klaren Erholungszeichen sendet.
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