Rheinmetall Aktie: Power Systems für 350 Millionen an AEQUITA
03.06.2026 - 20:53:36 | boerse-global.deRheinmetall macht Ernst. Der Düsseldorfer Konzern hat den Verkauf seiner zivilen Automotive-Sparte Power Systems besiegelt. Käufer ist die Münchner Industrieholding AEQUITA. Damit vollzieht das Unternehmen die lang angekündigte Transformation zum reinen Rüstungskonzern.
Die Aktie reagierte verhalten. Sie notiert am Mittwoch bei 1.198,60 Euro – ein Minus von 0,03 Prozent. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 25 Prozent verloren. Vom Allzeithoch bei knapp 2.000 Euro trennen den Kurs fast 40 Prozent.
Der Deal: Power Systems wird verkauft
Der vorläufige Kaufpreis liegt bei rund 350 Millionen Euro. Rund 6.250 Mitarbeiter wechseln zu AEQUITA. Ausgenommen sind Randbereiche wie KS Huayu AluTech oder Dermalog SensorTec.
Der Verkauf belastet die Bilanz kurzfristig. Rheinmetall nimmt eine zusätzliche Wertberichtigung von rund 200 Millionen Euro vor. Bereits im Dezember 2025 hatte der Konzern 350 Millionen Euro auf die Sparte abgeschrieben, nachdem sie als nicht fortgeführt eingestuft worden war.
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Power Systems erwirtschaftete 2025 rund 2 Milliarden Euro Umsatz. Zum Vergleich: Das Rüstungsgeschäft trug im selben Zeitraum rund 10 Milliarden Euro bei. Das Closing der Transaktion ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen – vorbehaltlich der Zustimmung der Regulierungsbehörden.
Strategischer Fokus auf Verteidigung
Das Ziel: vollständige Konzentration auf das margenstarke Militärgeschäft. CEO Armin Papperger spricht von einem historisch bedeutenden Schritt. Während die zivile Sparte unter den schwierigen Bedingungen der Automobilindustrie litt, boomt der Defence-Bereich.
Erst Ende Mai 2026 sicherte sich Rheinmetall mit einem Volumen von 5,7 Milliarden Euro den größten Auslandsauftrag der Firmengeschichte. Rumänien bestellte ein Paket mit 298 Lynx-Gefechtsfahrzeugen, Skyranger-Flugabwehrsystemen und Marineschiffen. Die Auslieferung ist für 2028 bis 2030 geplant, finanziert über das EU-Programm SAFE.
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Ausblick
Analysten bewerten den Verkauf grundsätzlich positiv. Er schärft das Risikoprofil des Konzerns. Die hohen Abschreibungen und die Unsicherheit um die weitere Entwicklung im Ukraine-Konflikt dämpfen allerdings die Kursdynamik. Im Schnitt erwarten Marktbeobachter für 2026 einen Gewinn von 38,09 Euro je Aktie. Das durchschnittliche Kursziel liegt weiterhin bei über 1.900 Euro – ein Aufholpotenzial von mehr als 55 Prozent.
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