Rheinmetall Aktie: Drohnenabwehr mit der Deutschen Telekom
28.05.2026 - 07:32:50 | boerse-global.deFürsprecher und Skeptiker ringen um die Aktie von Rheinmetall. Das operative Geschäft läuft – der Kurs läuft nicht.
Jetzt signalisiert der Konzern neues Wachstum: Rheinmetall entwickelt mit der Deutschen Telekom einen Drohnenabwehrschild für Städte. Das Bundeskriminalamt registrierte allein 2025 über 1.000 verdächtige Drohnenflüge. Rheinmetall steuert Sensoren und Lasersysteme bei, die Telekom Mobilfunk-Know-how.
Parallel zieht der Konzern die Produktion seines Skyranger-Systems nach Deutschland um.
Fidelity geht auf Distanz
Am Donnerstag notiert die Aktie bei 1.235 Euro – rund elf Prozent über dem 52-Wochen-Tief von Anfang Mai, aber 38 Prozent unter dem Hoch von 1.995 Euro. Der RSI liegt bei 90,3 Punkten, der Markt ist technisch überkauft.
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Seit Jahresbeginn hat der Titel fast 23 Prozent verloren.
Eine bemerkenswerte Veränderung gab es im Aktionariat: Der US-Vermögensverwalter FMR LLC (Fidelity) senkte seine Beteiligung am 18. Mai von 3,09 auf 2,88 Prozent. Der Schritt liegt unter der Meldeschwelle von drei Prozent. Eine Begründung gab es nicht – üblich bei solchen Pflichtmeldungen.
Nicht jeder Fonds-Umschichtung signalisiert ein negatives Urteil. Große Anleger sichern regelmäßig Gewinne oder justieren Risiken. Bei einer schwachen Aktie wirkt eine Reduktion jedoch sensibler als in einem Aufwärtstrend.
Anleihe-Investoren stemmen sich dagegen
Während Aktienanleger vorsichtig geworden sind, zeigt der Bond-Markt Vertrauen. Erstmals seit 16 Jahren begab Rheinmetall eine klassische Unternehmensanleihe – fünf Jahre Laufzeit, unbesichert, Kuponsatz fest.
Das Orderbuch füllte sich auf über 3,9 Milliarden Euro. Emittiert wurden letztlich 500 Millionen Euro. Der Kupon liegt bei 55 Basispunkten über Mid-Swaps – weit unter den anfänglich genannten rund 100 Basispunkten. Moody's stuft das Papier mit "Baa1" ein, also Investment Grade.
Die Nachfrage spiegelt das Vertrauen in den Auftragsbestand von 73 Milliarden Euro. Den muss der Konzern nun in Umsatz verwandeln.
Barclays hält die Aktienkorrektur für übertrieben. Die britische Bank bleibt bei "Overweight" und verweist auf den intakten europäischen Verteidigungszyklus. Rheinmetall sei einer der klarsten Profiteure – die Marktstimmung nach einem schwachen ersten Quartal sei zu negativ.
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Nächster Test im August
CEO Armin Papperger hat konkrete Erwartungen formuliert: Im zweiten Quartal sollen Nominierungen von rund 20 Milliarden Euro hinzukommen – darunter ein Lynx-Programm in Rumänien und der F126-Fregatten-Vertrag.
Die Jahresprognose steht: 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro Umsatz, operative Marge um 19 Prozent.
Der nächste harte Datenpunkt kommt im August 2026, wenn der Halbjahresbericht erscheint. Dann zeigt sich, ob Lieferungen in Munition, Luftverteidigung und die Integration von Naval Systems in messbaren Zahlen ankommen – und ob die Prognose tatsächlich trägt.
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