Rheinmetall, Aktie

Rheinmetall Aktie: AEQUITA kauft Power Systems

09.06.2026 - 06:15:02 | boerse-global.de

Rheinmetall trennt sich von seiner zivilen Sparte und wird zum reinen Rüstungsunternehmen. Ein Milliardenauftrag aus Rumänien untermauert die neue Strategie.

Rheinmetall verkauft Autosparte: Radikaler Wandel zum Rüstungskonzern
Rheinmetall - Abstrakte Darstellung einer Unternehmensübernahme, symbolisiert durch ineinandergreifende Zahnräder oder Formen, mit industriellem Flair. 09.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Rheinmetall trennt sich endgültig von seinen zivilen Wurzeln. Der Düsseldorfer Konzern verkauft seine Automobil-Sparte an die Münchener Holding AEQUITA. Damit vollzieht das Management den lange erwarteten Wandel zum reinen Rüstungsunternehmen.

Für einen vorläufigen Kaufpreis von 350 Millionen Euro wechselt die Division "Power Systems" den Besitzer. Der Deal soll im vierten Quartal 2026 abgeschlossen sein. Im Zuge des Verkaufs verbucht Rheinmetall eine nicht zahlungswirksame Abschreibung von etwa 200 Millionen Euro.

Die Käufer übernehmen alle weltweit 6.250 Mitarbeiter. AEQUITA führt das Geschäft unter bekannten Marken wie Pierburg und Kolbenschmidt eigenständig weiter. Zuletzt erwirtschaftete die Sparte einen Jahresumsatz von rund zwei Milliarden Euro.

Rüstung als einziger Treiber

Rheinmetall-Chef Armin Papperger bezeichnet den Ausstieg aus dem Autogeschäft als historisch. Der Konzern setzt nun voll auf das margenstarke Militärgeschäft. Wie lukrativ dieser Markt aktuell ist, zeigt ein frischer Großauftrag. Bukarest bestellt Rüstungsgüter für 5,7 Milliarden Euro.

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Das Paket umfasst unter anderem knapp 300 Lynx-Gefechtsfahrzeuge sowie Flugabwehrsysteme und Patrouillenboote. Rheinmetall liefert diese Systeme zwischen den Jahren 2028 und 2030 aus. Der Konzern fertigt einen Großteil direkt in Rumänien. Dafür baut das Unternehmen seine dortigen Kapazitäten massiv aus.

Aktie sucht den Boden

An der Börse honorierten Anleger den klaren Kurs zuletzt kaum. Die Aktie schloss gestern bei 1.202,40 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust auf rund 25 Prozent. Vom Rekordhoch im vergangenen Herbst ist der Titel fast 40 Prozent entfernt.

Aktuell trennen den Kurs nur noch gut neun Prozent vom 52-Wochen-Tief bei 1.099,80 Euro. Der Relative Strength Index signalisiert mit einem Wert von 41,8 eine neutrale Marktlage.

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Mit dem Verkauf der zivilen Sparte hat Papperger nun Fakten geschaffen. Das Unternehmen bündelt alle Ressourcen für den lukrativen Verteidigungsmarkt. Der Hochlauf der rumänischen Fertigung ab 2028 wird der erste große Härtetest für die neuen Kapazitäten.

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