Rheinmetall, Aktie

Rheinmetall Aktie: Aequita kauft Power Systems

05.06.2026 - 12:49:11 | boerse-global.de

Rheinmetall trennt sich vom Automobilgeschäft und investiert in US-Standorte. Trotz Rekordaufträgen verliert die Aktie deutlich an Wert.

Rheinmetall Aktie: Verkauf der Autosparte und US-Expansion
Rheinmetall - Abstrakte Darstellung einer Firmenübernahme mit zwei ineinandergreifenden geometrischen Formen in Blau und Metallic-Grau. 05.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Starke Aufträge, schwache Kurse. Bei Rheinmetall klaffen Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Der Konzern schließt seine Transformation zum reinen Rüstungsunternehmen ab. Anleger reagieren bisher verhalten.

Abschied vom Automobilgeschäft

Rheinmetall trennt sich endgültig von seiner zivilen Sparte. Die Beteiligungsgesellschaft Aequita kauft die Division Power Systems. Der vorläufige Kaufpreis liegt bei 350 Millionen Euro. Damit beendet der Konzern seine Zeit als klassischer Zulieferer. Marktbeobachter werten diesen Schritt positiv. Das Unternehmen muss keine Ressourcen mehr in den margenschwachen Automobilsektor stecken. Das Management lenkt das frei werdende Kapital nun gezielt in den Verteidigungssektor.

US-Expansion und Drohnen-Fokus

Parallel dazu baut die US-Tochter ihre industrielle Basis aus. Der Konzern investiert 41 Millionen US-Dollar in sechs amerikanische Produktionsstandorte. Die Werke in Michigan, Ohio und Maine erhalten moderne Anlagen. Rheinmetall setzt bewusst auf den Ausbau bestehender Fabriken statt auf Neubauten. Das Ziel: eine schnellere Skalierung der Fertigung. Der Rüstungsbauer bereitet sich so auf wichtige Modernisierungsprogramme der US Army vor. Dazu zählen das XM30-Kampffahrzeug und neue Taktik-Lkw.

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Auch technologisch rüstet das Unternehmen auf. Auf der ILA 2026 präsentiert Rheinmetall das autonome Begleitflugzeug MQ-28 Ghost Bat. In einer Partnerschaft mit Boeing steuert der Konzern dieses System in Deutschland. Die Bundeswehr plant die Beschaffung für 2029. Rheinmetall vernetzt dabei unbemannte Drohnen mit bemannten Verbänden. Das erschließt ein neues Geschäftsfeld jenseits klassischer Panzer. Ergänzend entwickelt der Konzern neue Systeme für die satellitengestützte Aufklärung.

Diskrepanz an der Börse

Operativ agiert das Unternehmen auf Rekordniveau. Die Aktie spiegelt diese Erfolge aktuell nicht wider. Mit einem Kurs von 1.197,00 Euro notiert das Papier tief im roten Bereich. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust auf 25,26 Prozent. Der Abstand zum Jahreshoch beträgt mittlerweile 40 Prozent.

Jüngst sicherte sich Rheinmetall einen Auftrag aus Rumänien über 5,7 Milliarden Euro. Der Vorstand hält an seinem Kurs fest. Die Prognose für 2026 sieht einen Umsatz von bis zu 14,5 Milliarden Euro vor. Die breitere Aufstellung in den USA reduziert die Abhängigkeit von europäischen Budgets. Dies dürfte die Ertragskraft langfristig absichern.

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