Rheinmetall Aktie: 73 Milliarden Euro Auftragsbestand, Kurs fällt 39%
09.06.2026 - 18:55:02 | boerse-global.de
Rheinmetall hat seinen Wandel zum reinen Rüstungskonzern offiziell abgeschlossen. Pünktlich zum Start der ILA Berlin unterzeichnete der Konzern den Verkauf seiner Power-Systems-Sparte — und betritt die Messe als neues Unternehmen. Die Aktie zeigt sich davon bislang wenig beeindruckt.
Power Systems geht für 350 Millionen Euro
Am 3. Juni unterschrieb Rheinmetall den Verkauf der Sparte an AEQUITA. Rund 6.200 Mitarbeiter wechseln den Eigentümer. Die IG Metall handelte eine dreijährige Beschäftigungsgarantie aus. Der Abschluss steht noch unter Regulierungsvorbehalt und wird für das vierte Quartal 2026 erwartet.
Mit dem Deal verlässt Rheinmetall das letzte verbliebene Kfz-Zuliefergeschäft. Von rund 40.000 Beschäftigten verbleiben künftig etwa 34.000 im Defence-Kernbereich.
Großer Auftritt auf der ILA
Vom 10. bis 14. Juni zeigt sich Rheinmetall auf der ILA Berlin mit rund 840 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Es ist mehr als ein Messeauftritt. Nach dem vollzogenen Umbau bekommt der Konzern eine Bühne, um seine neue Kapitalmarktstory zu schärfen.
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Präsentiert wird unter anderem die F-35-Rumpfmittelteilfertigung in Weeze am Niederrhein. Die Anlage entstand in weniger als eineinhalb Jahren. Seit Sommer 2025 läuft die Produktion — inzwischen rollt das achte Rumpfmittelteil vom Band.
Starke Bücher, schwacher Kurs
Die operative Lage ist beeindruckend. Zum 31. März 2026 meldete Rheinmetall einen Auftragsbestand von 73 Milliarden Euro — nach 56 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Das entspricht etwa dem Fünffachen des für 2026 geplanten Umsatzes. Die Jahresprognose lautet: 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro Umsatz bei einer operativen Marge von rund 19 Prozent.
Das erste Quartal trübte die Stimmung dennoch spürbar. Der konsolidierte Umsatz lag bei 1,94 Milliarden Euro — rund 15 Prozent unter den Analystenerwartungen. Das Management verwies darauf, dass Produktionshochläufe und Vertragslieferungen auf das zweite Halbjahr konzentriert sind.
Die Aktie notiert aktuell bei 1.214,80 Euro und damit rund 39 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 1.995 Euro. Seit Jahresanfang steht ein Minus von gut 24 Prozent.
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Was als Nächstes zählt
Die politische Richtung spricht klar für steigende Verteidigungsausgaben. Der Markt fragt nüchterner, wie schnell daraus Umsatz und freie Kapazität werden. Das Segment Air Defence wuchs im ersten Quartal um 43 Prozent — ein Hinweis darauf, wo die Dynamik steckt.
Den nächsten harten Datenpunkt liefert Rheinmetall am 6. August mit den Zahlen zum zweiten Quartal. Bis dahin entscheidet sich auf der ILA, ob der frisch umgebaute Konzern neue Auftragssignale setzen kann.
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