Rheinmetall Aktie: 51 Prozent von DOK-ING
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 15:35 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Rheinmetall steigt bei DOK-ING ein. Der Düsseldorfer Rüstungskonzern übernimmt 51 Prozent des kroatischen Herstellers für unbemannte Fahrzeuge. Die neue Einheit heißt künftig "Rheinmetall Unmanned Vehicles d.o.o." und soll in Kroatien ein Kompetenzzentrum für schwere autonome Fahrzeuge aufbauen.
DOK-ING existiert seit 1991. Das Unternehmen hat sich auf Roboter für gefährliche Einsätze spezialisiert: Minenräumung, Brandbekämpfung, Untertagebau. Rund 500 Plattformen hat der Hersteller bereits in über 40 Länder geliefert. Bei robotisierten Minenräummaschinen hält DOK-ING einen Marktanteil von über 80 Prozent.
Zwei Projekte, eine Strategie
Im Zentrum der Kooperation steht die "Komodo"-Plattform von DOK-ING. Sie ist modular aufgebaut, läuft hybrid und trägt Nutzlasten von über 8,5 Tonnen. Rheinmetall steuert Funktionsmodule bei: Feuerkraft-Systeme, Aufklärungssensoren, Logistik-Ausrüstung.
Ein zweites Projekt nennt sich "Wingman". Dabei handelt es sich um ein unbemanntes, bewaffnetes Unterstützungssystem. Es soll Kampfpanzer und Schützenpanzer bei Aufklärung und Feuerunterstützung begleiten.
Gründer Vjekoslav Majeti? behält die restlichen 49 Prozent der Anteile. Über den Kaufpreis schweigen beide Seiten.
Aktie unter Druck, Bewertung bleibt hoch
Der Deal fällt in eine schwierige Marktphase für Rheinmetall. Die Aktie notiert aktuell bei 1.069,80 Euro und verliert allein heute 4,17 Prozent. Auf Monatssicht steht ein Minus von 11,03 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn sind es 33,20 Prozent.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.995,00 Euro aus dem September 2025 trennen das Papier mittlerweile 46,38 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief bei 902,50 Euro von Ende Juni sind es dagegen nur noch 18,54 Prozent. Der Kurs liegt damit unter allen gängigen gleitenden Durchschnitten – dem 50-Tage-Schnitt bei 1.182,85 Euro ebenso wie dem 200-Tage-Wert bei 1.526,94 Euro. Die annualisierte Volatilität der letzten 30 Tage liegt bei hohen 69,48 Prozent.
Die DOK-ING-Übernahme selbst ändert an dieser Kursschwäche wenig. Sie zielt auf einen anderen Zeithorizont. Rheinmetall verschafft sich damit Zugang zu einem NATO- und EU-Partnerland und kombiniert eigene Expertise bei taktischen Fahrzeugen mit der Robotik-Kompetenz aus Kroatien. Das Kompetenzzentrum in Kroatien soll zeigen, ob sich diese Kombination aus etablierter Rüstungstechnik und autonomen Systemen tatsächlich in neue Aufträge übersetzen lässt.
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