Rhein-Niedrigwasser trifft Binnenschifffahrt erheblich
Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 16:09 Uhr | dpa.deDie vernachlässigten Investitionen der letzten Jahre und Jahrzehnte in die Infrastruktur verlangten jetzt ihren Tribut, teilte SLV-Geschäftsführer Thorsten Hölser auf Anfrage mit. Die ausstehende Mittelrheinvertiefung, Probleme mit dem Schienenweg und fehlende Lkw-Parkplätze nannte er als Beispiele.
Fahrermangel und Wirtschaftskrise kommen dazu
Die Straßengüterverkehrsbranche habe zudem in den letzten Monaten aufgrund der Wirtschaftskrise ihre Kapazitäten heruntergefahren. "Daneben existiert seit Jahren ein erheblicher Fahrermangel." Die Fahrer, die bereits von Montag bis Freitag im Einsatz seien, müssten zudem ihre Arbeits-, Lenk- und Ruhezeiten einhalten.
Kosten für Spediteure und Industrie steigen erheblich
Da ein Binnenschiff so viel transportiere wie 150 Lkw lasse sich ohnehin nur ein Teil auf die Straße verlagern. Die notwendigen Kapazitäten könnten weder die Schienen- noch die Straßengüterverkehrsunternehmen zur Verfügung stellen. Binnenschiffe transportierten zudem Container und Schüttgüter, auf der Straße und der Schiene würden dafür unterschiedliche Fahrzeugtypen benötigt.
Das Niedrigwasser treffe "alle Unternehmen in der Binnenschifffahrt massiv", betonte Hölser. Längere Lagerzeiten und knappere Umschlagkapazitäten führten dazu, dass ganze Transportketten kurzfristig neu organisiert werden müssten und trieben die Kosten sowohl für die Speditionsbranche als auch die Industrie in die Höhe.
