Revolut wird in Großbritannien zur Vollbank
13.03.2026 - 00:00:15 | boerse-global.deDie britische Fintech-Firma Revolut hat die letzte regulatorische Hürde in ihrem Heimatmarkt genommen. Ab sofort darf das Unternehmen als vollwertige Bank agieren – eine Zäsur für den digitalen Finanzsektor.
Vom Fintech zum etablierten Kreditinstitut
Die Bank of England und die Aufsichtsbehörde FCA hoben am Mittwoch alle Beschränkungen der bisherigen Banklizenz auf. Damit endet eine fünfjährige Bewerbungsphase, die 2021 begann. Revolut kann nun unbegrenzt Kundeneinlagen annehmen und direkt in seine Bilanz aufnehmen. Bisher war die summe auf umgerechnet rund 58.000 Euro pro Kunde gedeckelt.
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„Dies ist ein definierender Moment“, kommentieren Branchenbeobachter. Das milliardenschwere Unternehmen kann nun direkt mit etablierten Highstreet-Banken wie Barclays und digitalen Konkurrenten wie Monzo konkurrieren. Die Umstellung für die rund 13 Millionen britischen Kunden soll schrittweise erfolgen. Zuerst erhalten ausgewählte Neukunden Girokonten, bevor das Angebot auf alle ausgeweitet wird. Bestandskunden sollen mindestens zwei Monate vor einer Kontomigration informiert werden.
Mehr Schutz und neue Geschäftsmodelle
Der neue Status bringt einen entscheidenden Vorteil: Einlagensicherung. Konten bei der neu gegründeten Revolut Bank UK Ltd sind künftig durch den britischen Einlagensicherungsfonds geschützt. Die Deckungssumme liegt mit umgerechnet etwa 140.000 Euro sogar deutlich über dem britischen Standard von 100.000 Euro.
Diese Absicherung soll Kunden ermutigen, Revolut als ihr primäres Finanzzentrum zu nutzen – und nicht nur für Reisezahlungen. Für das Unternehmen eröffnet sich ein profitables Kerngeschäft: Die günstigen Kundeneinlagen bilden eine Basis, um endlich eigene Kreditprodukte wie Hypotheken, Privatkredite und Kreditkarten anzubieten. Der Druck auf die etablierte Konkurrenz steigt.
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Milliarden-Investitionen nach langem Prüfprozess
Der Weg zur Vollbank war steinig. Die Aufseher forderten jahrelang Verbesserungen bei Risikokontrollen, Compliance-Systemen und der komplexen Unternehmensstruktur. Die jetzt erteilte unbeschränkte Lizenz ist auch das Ergebnis massiver Investitionszusagen. Revolut kündigte an, rund 3,5 Milliarden Euro in den heimischen Markt zu pumpen und 1.000 hochqualifizierte Jobs zu schaffen.
Gleichzeitig unterwirft sich das Unternehmen einer strengeren Daueraufsicht. Als Vollbank muss es nun hohe Kapitalanforderungen einhalten, regelmäßige Stresstests bestehen und verschärfte Governance-Standards wahren.
Globale Ambitionen erhalten Rückenwind
Die britische Lizenz ist ein strategischer Hebel für die weltweiten Pläne des Fintech-Riesen. Das Unternehmen, das in jüngsten Finanzierungsrunden mit rund 70 Milliarden Euro bewertet wurde, will bis 2030 weltweit 100 Millionen Kunden gewinnen.
Um dieses Ziel zu erreichen, plant Revolut globale Investitionen von etwa 11,7 Milliarden Euro in den nächsten fünf Jahren. Parallel laufen Anträge für Banklizenzen in anderen Schlüsselmärkten. Erst im März 2026 beantragte das Unternehmen eine Neubank-Lizenz in den USA. Zudem expandiert Revolut aktuell in Mexiko und peilt weitere Schwellenländer wie Indien an. Die erfolgreiche Heimatlizenz stärkt nun die Glaubwürdigkeit bei Verhandlungen mit internationalen Aufsehern.
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