Resilienz, Chefsache

Resilienz wird zur Chefsache an Hochschulen

08.03.2026 - 13:39:53 | boerse-global.de

Eine neue Studie zeigt massive Überlastung bei Hochschullehrern auf. Gleichzeitig startet ein Forschungsverbund, um die psychische Widerstandskraft von Studierenden zu stärken.

Resilienz wird zur Chefsache an Hochschulen - Foto: über boerse-global.de
Resilienz wird zur Chefsache an Hochschulen - Foto: über boerse-global.de

Zwei neue Großprojekte rücken die psychische Gesundheit von Studierenden und Lehrenden in den Fokus. Eine Studie zeigt massive Überlastung bei Professorinnen und Professoren auf, während ein Forschungsverbund die Widerstandskraft der Studierenden stärken will.

Professorinnen und Professoren am Limit

Die Zahlen sind alarmierend: Knapp zwei Drittel der Professorinnen und Professoren in Deutschland leiden häufig oder dauerhaft unter Stress. Das geht aus der neuen PROFESS-Studie der Techniker Krankenkasse und der LMU München hervor. Über 85 Prozent sehen ihre Gesundheit durch die hohen Anforderungen gefährdet.

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Die Arbeitswoche kommt im Schnitt auf 54 Stunden. Der ständige Spagat zwischen Forschung, Lehre und Verwaltung zehrt an den Kräften. Der Stress überträgt sich laut Studie direkt auf die Teams und Studierenden. 71 Prozent der Befragten schätzen die Belastung der Studierenden als hoch ein.

„Die Professorengesundheit ist keine reine Frage individueller Resilienz“, sagt Studienleiterin Yvette Hofmann von der LMU. Es brauche strukturelle Veränderungen von den Hochschulleitungen. Auch TK-Chef Jens Baas betont: Führungskräfte prägen die Arbeitskultur. Institutionelle Resilienz sei Grundvoraussetzung für das ganze System.

Neuer Forschungsverbund für Studierende

Während die Studie das Lehrpersonal untersucht, startet ein zweites Großprojekt für die Studierenden. Ein vom Bund mit 730.000 Euro geförderter Forschungsverbund unter Leitung der Universitätsmedizin Halle nimmt die psychische Widerstandskraft der knapp drei Millionen Studierenden unter die Lupe.

„Psychische Belastungen nehmen seit Jahren deutlich zu“, erklärt Professor Oliver Tüscher von der Universitätsmedizin Halle. Die Folgen für Studienerfolg und Wohlbefinden seien gravierend. Bisherige Daten deuten darauf hin: In manchen Fächern leidet etwa ein Viertel an depressiven Symptomen, ein Drittel ist von Angststörungen betroffen.

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Eine systematische Übersicht für Deutschland fehlt bislang. Der neue Verbund will das ändern. An sieben Standorten – von Berlin bis München – analysieren Forschende die Lage. Gemeinsam mit Studierendenvertretungen entwickeln sie passgenaue Trainings und Hilfsangebote.

Praxisangebote boomen im März

Parallel zur Forschung reagieren Hochschulen mit konkreten Angeboten. Die TU Dresden veranstaltet eine Schlüsselkompetenzwoche mit Resilienz-Workshops. Die Hochschule Kempten bildet Studierende zu Ersthelfern für mentale Gesundheit aus.

Sogar die Bundesagentur für Arbeit springt auf den Zug auf. Sie bietet einen Workshop zum Thema Resilienz an – sowohl vor Ort in Senftenberg als auch online. Die Botschaft ist klar: Psychische Widerstandskraft ist kein Nice-to-have, sondern ein zentraler Baustein der Arbeitsmarktpolitik.

Vom Selbstoptimierungstrick zur Systemaufgabe

Der Diskurs hat sich gewandelt. Resilienz gilt nicht mehr als reiner Selbstoptimierungstrick. Experten sind sich einig: Individuelle Strategien wie Achtsamkeit reichen nicht aus, wenn die Strukturen krank machen.

Die Forderung nach der „Gesunden Hochschule“ wird lauter. Wenn die Führungsebene ausbrennt, fehlen gesunde Vorbilder. Moderne Resilienzförderung setzt daher auf ganze Systeme. Es geht um realistische Erwartungen, weniger Bürokratie und eine Kultur, in der psychische Belastungen offen angesprochen werden können.

Die Projekte sind erst der Anfang. Der Forschungsverbund wird bis Mitte 2028 gefördert. Sein Ziel: evidenzbasierte Programme entwickeln, die bundesweit an Hochschulen zum Standard werden. Die Zukunftsfähigkeit des Bildungs- und Wirtschaftssystems hängt maßgeblich davon ab, ob mentale Gesundheit als strukturelle Ressource begriffen und geschützt wird.

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