Resilienz wird zum heimlichen Einstellungskriterium
05.02.2026 - 23:13:12Unternehmen prüfen bei Bewerbern zunehmend die psychische Widerstandskraft. Hinter dem Trend steckt die Angst vor Burnout und hohen Fehlzeiten. Doch die Bewertung von Resilienz bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.
Alarmierende Zahlen befeuern den Trend
Die Diskussion wird durch konkrete Daten angetrieben. Bereits 2020 fühlte sich jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland seelischen Belastungen ausgesetzt. Eine Studie von 2023 zeigte: 61 Prozent aller Beschäftigten sehen sich als burn-out-gefährdet. Für Unternehmen bedeuten diese psychischen Belastungen direkte wirtschaftliche Folgen durch mehr Krankentage und sinkende Produktivität.
Die Antwort vieler Personalverantwortlicher: Sie suchen gezielt nach Menschen, die Stress besser wegstecken können. Resiliente Mitarbeiter gelten als anpassungsfähiger, lösungsorientierter und weniger krankheitsanfällig.
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Die heikle Suche nach der mentalen Stabilität
Doch wie findet man heraus, wie belastbar ein Bewerber wirklich ist? Direkte Fragen nach der psychischen Gesundheit sind tabu. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verbietet sie, um Diskriminierung zu verhindern.
Personaler nutzen daher indirekte Methoden:
* Verhaltensfragen im Vorstellungsgespräch: „Beschreiben Sie eine Situation unter großem Druck.“
* Die Einschätzung von Soft Skills wie emotionaler Intelligenz oder Lernbereitschaft.
Die Gratwanderung bleibt schwierig. Die Bewertung soll fair bleiben, ohne in die Privatsphäre einzudringen oder Menschen mit vergangenen Krisen pauschal auszusortieren. Können solche Erfahrungen nicht sogar die Resilienz stärken?
Fürsorgepflicht oder Risikominimierung?
Aus Unternehmenssicht ist der Fokus auf mentale Gesundheit eine strategische Investition. Sie haben eine gesetzliche Fürsorgepflicht und wollen Burnout-Fälle präventiv vermeiden. Ergänzt wird die Auswahl durch interne Angebote wie Stressmanagement-Programme oder flexible Arbeitsmodelle.
Kritiker warnen jedoch vor einer systematischen Benachteiligung. Statt nach der „perfekten“ Psyche zu suchen, fordern Experten, die Arbeitsbedingungen für alle gesünder zu gestalten. Eine unterstützende Kultur und klare Strukturen schützen oft besser als die Auswahl vermeintlich robuster Einzelner.
Die Debatte steht erst am Anfang. Langfristig wird der Wettbewerbsvorteil vielleicht nicht darin liegen, die stabilsten Mitarbeiter zu finden, sondern das beste Umfeld zu schaffen, um ihre Stabilität zu erhalten.
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