Rentenreform: Regierung plant Paradigmenwechsel
05.02.2026 - 03:02:11Die Bundesregierung stellt die Weichen für eine tiefgreifende Rentenreform. Bis Jahresende soll ein neues Konzept für die Altersvorsorge stehen, das die private und betriebliche Vorsorge stärkt. Kanzler Friedrich Merz spricht von einem notwendigen „Paradigmenwechsel“.
Drei-Säulen-Modell wird neu justiert
Im Zentrum der geplanten Reform steht eine Neuausrichtung des deutschen Drei-Säulen-Modells. Die gesetzliche Rente bleibt zwar das Fundament, doch die zweite und dritte Säule – die betriebliche und private Altersvorsorge – sollen massiv gestärkt werden. Ziel ist eine nachhaltigere Balance, die künftigen Generationen ein angemessenes Alterseinkommen sichern soll.
Doch der Plan ist umstritten. Kritiker, darunter die Opposition, befürchten eine gezielte Schwächung der gesetzlichen Rente. Sie warnen vor einer Verlagerung des finanziellen Risikos auf den Einzelnen und einem Anstieg der Altersarmut.
Viele Arbeitgeber stehen vor der Frage, wie sie Beschäftigte sicher und rechtssicher über das gesetzliche Rentenalter hinaus beschäftigen können. Gerade mit der geplanten „Aktivrente“ und flexibleren Übergangsmodellen wird die korrekte Erfassung von Arbeitszeiten wichtig — nicht nur für die Lohnabrechnung, sondern auch zum Schutz vor Bußgeldern. Ein kostenloses E‑Book erklärt Schritt für Schritt, wie Sie die Arbeitszeiterfassung gesetzeskonform umsetzen und mit praktischen Vorlagen sofort starten. Arbeitszeiterfassung jetzt rechtssicher umsetzen
Kommission soll „Große Reform“ entwerfen
Eine eigens eingesetzte Rentenkommission hat den Auftrag, bis Mitte 2026 konkrete Vorschläge für die „große Rentenreform“ zu erarbeiten. Sie soll Kernparameter wie Beitragssatz, Rentenniveau und Renteneintrittsalter überprüfen und anpassen.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Integration kapitalgedeckter Elemente wie dem sogenannten Generationenkapital. Die Idee: Die Finanzmärkte sollen für die Altersvorsorge nutzbar gemacht werden. Gewerkschaften und Sozialverbände beobachten diese Pläne mit Argwohn. Sie fürchten, dass Sparoptionen der Kommission zu künftigen Leistungskürzungen führen könnten.
Demografie-Druck erfordert neue Anreize
Die Reformbemühungen sind eine direkte Antwort auf den demografischen Wandel. Deutschland hat die älteste Erwerbsbevölkerung in der EU. Fast jeder vierte Beschäftigte ist zwischen 55 und 64 Jahre alt. Das durchschnittliche Renteneintrittsalter stieg bereits auf 64,7 Jahre.
Um längeres Arbeiten attraktiver zu machen, führt die Regierung neue Anreize ein. Ab Januar 2026 gilt die „Aktivrente“. Wer über das reguläre Rentenalter hinaus arbeitet, kann dann zusätzlich zur vollen Rente bis zu 2.000 Euro im Monat steuerfrei hinzuverdienen.
Politisches Minenfeld und grüner Widerstand
Nach internen Debatten in der Koalition Ende 2025 tritt die Regierung zwar geschlossen auf. Dennoch formiert sich politischer Widerstand. Die Grünen sind lautstarke Gegner des Plans. Der Bundestagsabgeordnete Andreas Audretsch wirft Kanzler Merz vor, die gesetzliche Rente absichtlich zu schwächen.
Die Sorgen der Sozialverbände spiegeln sich hier wider: Eine zu starke Fokussierung auf Kapitalmärkte und private Vorsorge könnte die Sicherheit des öffentlichen Systemes aushöhlen.
Stufenweise Umsetzung bis Ende 2026
Die Regierung verfolgt einen stufenweisen Umsetzungsplan. Laut Kanzleramtschef Thorsten Frei werden schnell realisierbare Maßnahmen von langfristigeren Vorhaben getrennt. Die ersten Änderungen sollen noch 2026 in Kraft treten.
Der Fahrplan hängt maßgeblich vom Bericht der Rentenkommission Mitte des Jahres ab. Deren Empfehlungen werden die Grundlage für den folgenden Gesetzgebungsprozess bilden. Mit der Vorlage der detaillierten Vorschläge wird die Debatte über die Zukunft der Rente in Deutschland weiter an Schärfe gewinnen – und den Gesellschaftsvertrag für kommende Jahrzehnte prägen.
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