Renishaw, GB0007365546

Renishaw Equator: flexibles Prüfgerät für die Serienfertigung

12.06.2026 - 17:59:07 | ad-hoc-news.de

Der Renishaw Equator ist ein flexibles Prüfgerät für die Serienfertigung, das wiederholgenaue Vergleichsmessungen direkt in der Linie ermöglicht. Das System zielt auf kürzere Rüstzeiten, stabile Prozesse und geringere Ausschussquoten – auch für Zulieferer im deutschsprachigen Raum.

DJ hinter Pult mit buntem Konfetti, Funkenfontänen und feiernder Menge davor
Renishaw - Ekstase pur: Buntes Konfetti und sprühende Funkenfontänen begleiten den DJ, während die Menge dicht gedrängt die Arme hochreißt. 12.06.2026 - Bild: THN

Verantwortlich: ad hoc news Fachredaktion B2B & Profi. Vor der Veroeffentlichung am 12.06.2026, 17:58:03 Uhr geprueft. Details im Impressum.

Mit dem Renishaw Equator richtet der britische Messtechnik-Spezialist sein Angebot an Fertiger, die Prüfprozesse direkt an der Maschine oder in unmittelbarer Nähe zur Produktionslinie integrieren wollen. Das Vergleichsmessgerät nutzt ein Masterteil als Referenz und ermöglicht dadurch schnelle, wiederholgenaue Messungen von Serienteilen, ohne dass eine klassische Koordinatenmessmaschine permanent belegt werden muss. Renishaw positioniert den Equator als flexible, softwaregesteuerte Alternative zu starren Lehren und Messvorrichtungen, die sich an neue Teilefamilien anpassen lässt.

Wie der Renishaw Equator in der Praxis arbeitet

Kern des Konzepts ist das sogenannte Vergleichsmessen: Der Equator erfasst zunächst ein perfekt vermessenes Masterteil und legt dessen Geometrie als Referenz fest, gegen die alle weiteren Serienteile geprüft werden. Auf dieser Basis erkennt das System Abweichungen im Mikrometerbereich und zeigt an, ob die Bauteile innerhalb der Prozessgrenzen liegen. Für Anwender reduziert das die Abhängigkeit von individuellen Lehren, die jeweils nur für ein Bauteil ausgelegt sind, und schafft die Möglichkeit, verschiedene Teile nacheinander auf demselben Gerät zu prüfen.

Die Mechanik des Equator ist als parallele Kinematik ausgelegt, was eine hohe Messgeschwindigkeit bei kompaktem Bauraum unterstützt. Renishaw bietet Varianten mit unterschiedlichen Messvolumina an, die typischerweise im Bereich kleiner bis mittelgroßer Dreh- und Frästeile liegen. Je nach Ausführung kann der Messbereich etwa Zylinderkopfteile, Getriebekomponenten, Präzisionsdrehteile oder andere komplexe Geometrien abdecken, wie sie in der Automobil- und Zulieferindustrie üblich sind. Der Aufbau ist darauf ausgelegt, neben einzelnen Werkstücken auch kleinste Serien und wiederkehrende Chargen effizient zu prüfen.

Ein zentrales Argument in der Praxis ist die Temperaturkompensation: Da der Equator häufig in der Produktionsumgebung oder direkt neben Werkzeugmaschinen steht, schwankt die Umgebungstemperatur deutlich stärker als im Messraum. Renishaw adressiert das mit einem rekali­brierbaren Masterteil-Konzept, bei dem der Equator in definierten Intervallen kurz mit dem Referenzteil abgeglichen wird. Laut Hersteller kann das System Temperaturänderungen im für die Werkstatt typischen Bereich ausgleichen, sodass sich die Messergebnisse weiterhin am Master orientieren.

Auch die Einbindung in Fertigungsabläufe ist auf kurze Reaktionszeiten ausgelegt. Anwender können den Equator manuell beladen oder in automatisierte Linien einbinden, bei denen Roboter oder Handlingsysteme die Teile zuführen. In vielen Anwendungen wird jede Charge oder jedes n-te Teil geprüft, um Trends frühzeitig zu erkennen und Werkzeugkorrekturen rechtzeitig vorzunehmen. Damit eignet sich das Gerät insbesondere für Serienfertiger, die Prozessfähigkeit dokumentieren und statistisch überwachen müssen.

Software, Programmierung und Integration in CNC-Prozesse

Für die Programmierung setzt Renishaw auf seine Software Equator Organiser und auf Messprogramme, die aus Offline-Programmiersystemen oder direkt aus CAD-Daten abgeleitet werden. Programmierer definieren Messpunkte, Merkmale und Toleranzen, sodass Produktionsmitarbeiter später nur noch vordefinierte Messabläufe starten müssen. Die Visualisierung erfolgt über eine Bedienoberfläche, die mit Farbindikatoren und Ergebnisübersichten arbeitet und so eine schnelle Gut/Schlecht-Entscheidung erleichtert.

In vielen Anwendungen wird der Equator mit Renishaws Prozesssteuerungs-Software kombiniert, die Korrekturwerte direkt an die Werkzeugmaschine zurückspielt. Ändern sich beispielsweise Durchmesser oder Längenmaße durch Werkzeugverschleiß, lassen sich die ermittelten Abweichungen automatisch in Werkzeugkorrekturen übersetzen. Ziel ist, den Prozess um einen geschlossenen Regelkreis zu ergänzen: Messen, analysieren und korrigieren laufen in kurzen Zyklen, ohne dass Teile in einen entfernten Messraum transportiert werden müssen.

Für Zulieferer und mittelständische Fertiger, die in Deutschland und anderen europäischen Märkten aktiv sind, ist das vor allem unter Kostengesichtspunkten interessant. Statt mehrere kundenspezifische Lehren anzuschaffen und zu warten, lässt sich ein einziger Equator für eine ganze Palette von Teilen nutzen, sofern passende Spannkonzepte hinterlegt sind. Änderungen am Teileportfolio können dann über Software und Vorrichtungswechsel abgebildet werden, ohne dass die Grundmaschine ausgetauscht werden muss. Gerade in Branchen mit häufigen Produktwechseln oder Variantenfertigung kann das die Investitionskosten über den Lebenszyklus spürbar reduzieren.

Renishaw adressiert mit dem Equator nicht nur Großserien, sondern explizit auch Zulieferer, die in kleineren und mittleren Serien fertigen und trotzdem hohe Anforderungen an Maßhaltigkeit erfüllen müssen. Das System unterstützt typische Merkmale wie Bohrungsdurchmesser, Abstände, Ebenheiten oder Form- und Lagetoleranzen und lässt sich in Prüfpläne integrieren, die Kunden häufig als Voraussetzung für Lieferfreigaben verlangen. Damit ist der Equator eher als ergänzendes Werkzeug für die Prozesskontrolle zu verstehen, nicht als Ersatz für hochgenaue Messräume, die für Referenzmessungen und Erstmusterprüfungen weiterhin erforderlich bleiben.

Im Ergebnis fügt sich der Equator als Werkstatt-Prüfsystem in Renishaws breites Portfolio aus Taster- und Messtechnik ein und zielt auf produktionsnahe Qualitätssicherung bei Serien- und Variantenfertigern. Die Aktie von Renishaw (GB0007365546) notiert am 12.06.2026 auf Xetra bei rund 47 Euro.

Renishaw Equator im Kurzprofil

  • Produkt: Renishaw Equator
  • Hersteller: Renishaw
  • Kategorie: B2B/Profi-Prüfsystem
  • Markteinfuehrung: ab 2011 in ersten Varianten
  • UVP / Preis: projektabhängig, im industriellen Preissegment
  • Verfuegbarkeit: Vertrieb über Renishaw-Standorte und Fachhandel, auch in Deutschland
  • Zielgruppe: Serienfertiger und Zulieferer, insbesondere aus Automobil- und Metallbearbeitungsindustrie
  • Besonderheit / USP: flexible Vergleichsmessung auf Basis eines Masterteils, einsetzbar direkt in der Fertigungsumgebung

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