Relocation-Management, HR-Faktor

Relocation-Management wird zum strategischen HR-Faktor

04.01.2026 - 06:12:12

Für deutsche Unternehmen wird die Betreuung internationaler Fachkräfte zur strategischen Schlüsselaufgabe. Neue gesetzliche Pflichten und eine ungenutzte Talentereserve zwingen Personalabteilungen zum Umdenken.

Seit dem 1. Januar 2026 müssen Unternehmen bei der Direktanwerbung aus Drittstaaten ihre neuen Mitarbeiter schriftlich über kostenlose Beratungsangebote informieren. Diese Pflicht ergibt sich aus §45c des Aufenthaltsgesetzes und ist Teil des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes.

„Die rechtliche Compliance wird jetzt fester Bestandteil des Onboardings“, erklärt eine Kölner Anwältin für Migrationsrecht. Die Beratung durch die „Faire Integration“-Zentren deckt zentrale Themen wie Lohn, Arbeitszeit und Kündigungsschutz ab. Für HR-Abteilungen bedeutet dies: Relocation-Management muss über Wohnungssuche und Visum hinausgehen.

Anzeige

Die neuen Informationspflichten verändern das Onboarding grundlegend – viele HR‑Teams sind noch nicht vorbereitet. Ein praxiserprobter, kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen eine vollständige Checkliste, die relevanten Dokumente und wie Sie Informationspflichten rechtssicher in Ihre Einarbeitungsprozesse integrieren. Ideal für Personaler, die Direct‑Hiring aus Drittstaaten verantworten und Reputationsrisiken vermeiden möchten. Jetzt Onboarding-Checkliste herunterladen

Studie: 530.000 ausländische Frauen könnten Fachkräftelücke schließen

Während sich Unternehmen auf neue Einwanderungsregeln einstellen, zeigt eine aktuelle KOFA-Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) ungenutztes Potenzial im Inland. Rund 530.000 arbeitslose ausländische Frauen leben bereits in Deutschland – viele von ihnen qualifiziert für Engpassberufe.

Über 40 Prozent aller weiblichen Beschäftigten arbeiten bereits in Mangelberufen wie Pflege, Kinderbetreuung oder Verkauf. Doch strukturelle Hürden halten viele zurück. „Relocation-Management muss zu Integrations-Management werden“, folgert die Studie. Flexible Arbeitszeitmodelle und Kinderbetreuung seien entscheidend, um dieses Potenzial zu aktivieren.

KI-Tools revolutionieren das Mobilitätsmanagement

Die technologische Transformation beschleunigt sich 2026 spürbar. Künstliche Intelligenz überprüft automatisch Aufenthaltstitel und trackt Fristen – bei über 20 verschiedenen Visakategorien eine entscheidende Entlastung. Workforce-Mobility-Plattformen vereinen Umzugskostenabrechnung und Steuercompliance.

„Die Digitalisierung gibt HR-Professionals Raum für die menschliche Seite der Integration“, so ein Branchenexperte. Gerade die Bindung der Mitarbeiter gewinnt angesichts des Fachkräftemangels an Bedeutung. Compliance-Fehler können dabei teuer werden: Bei Verstößen drohen empfindliche Bußgelder.

Vom Logistikdienst zur strategischen Personalarbeit

Die Entwicklung zeigt einen grundlegenden Wandel. Was früher nur für Vorstandskräfte vorgesehen war, wird jetzt zum Standard für internationale Fachkräfte aller Ebenen. Die oft beschworene „Willkommenskultur“ wird zunehmend in konkrete Unternehmenspflichten übersetzt.

Die wirtschaftliche Lage bleibt dabei ambivalent. Während Rüstungs- und Luftfahrtindustrie verstärkt einstellen, herrscht in anderen Branchen Zurückhaltung. Gerade deshalb gewinnt die zielgenaue Anwerbung spezialisierter Profile an Bedeutung.

HR-Experten betonen den „Whole-Family“-Ansatz. Wenn die Integration des Partners – häufig der Ehefrau – scheitert, kann das zum Abbruch des gesamten Engagements führen. Die Unterstützung muss daher die ganze Familie im Blick behalten.

Ausblick: Digitalisierung und neue Behördenstrukturen

Für das restliche Jahr 2026 zeichnen sich weitere Veränderungen ab. Die Bundesregierung plant eine zentrale „Arbeiten-und-Bleiben“-Behörde, die Verfahren bündeln und beschleunigen soll. Die vollständige Umsetzung bleibt jedoch vorerst ein Arbeitsprogramm.

Unmittelbar müssen Unternehmen ihre Onboarding-Dokumente überprüfen. Zwar drohen bei Verstößen gegen die neue Informationspflicht noch keine sofortigen Bußgelder, das Reputationsrisiko und mögliche Rechtsstreitigkeiten sind jedoch real. Der Druck, inländische Talente zu aktivieren, wird wohl zu mehr Sprachkursen und Kinderbetreuungsangeboten führen – die Grenzen zwischen Relocation-Support und normalen Mitarbeiterleistungen verschwimmen.

Anzeige

PS: Sie wollen Ihre Onboarding‑Prozesse schnell und rechtssicher an die neuen Anforderungen anpassen? Ein kostenloser Leitfaden mit Muster‑Checkliste und konkreten Umsetzungsschritten hilft Ihnen, Informationspflichten sauber zu dokumentieren und neue Mitarbeiter von Anfang an zu binden. Praktisch für HR‑Teams, die Zeit sparen und rechtliche Risiken reduzieren möchten. Kostenlosen Onboarding‑Leitfaden sichern

@ boerse-global.de