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Reliable Robotics sammelt 160 Millionen Euro für autonome Frachtflüge ein

26.04.2026 - 12:00:11 | boerse-global.de

Reliable Robotics sammelt 160 Mio. Euro für unbemannte Frachtflugzeuge ein. Die Zertifizierung bei der FAA und der Ausbau der Teams stehen im Fokus.

Reliable Robotics sammelt 160 Millionen Euro für autonome Frachtflüge ein - Foto: über boerse-global.de
Reliable Robotics sammelt 160 Millionen Euro für autonome Frachtflüge ein - Foto: über boerse-global.de

Das kalifornische Startup Reliable Robotics hat eine Finanzierungsrunde über 160 Millionen Euro abgeschlossen – ein klares Signal für die wachsende Reife unbemannter Flugtechnologie. Die Runde unter Führung von Nimble Partners, mit Beteiligung von RTX Ventures (der Investmenttochter des Rüstungs- und Luftfahrtkonzerns RTX), bewertet das Unternehmen aus Mountain View mit knapp einer Milliarde Euro. Insgesamt hat Reliable Robotics nun rund 300 Millionen Euro eingesammelt.

Der globale Markt für autonome Frachtflugzeuge wird 2026 auf umgerechnet 1,72 Milliarden Euro geschätzt. Analysten erwarten ein Wachstum auf 4,15 Milliarden Euro bis 2030 – das entspricht einer jährlichen Steigerung von rund 24,6 Prozent. Das frische Kapital soll vor allem in die Zertifizierung bei der US-Luftfahrtbehörde FAA fließen sowie in den Ausbau der Ingenieursteams. Aktuell hat Reliable Robotics bereits über 200 Bestellungen für seine Autonomiesysteme von kommerziellen und militärischen Kunden.

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Zertifizierung als Schlüssel zum Erfolg

Das Unternehmen konzentriert sich auf die Zulassung einer unbemannten Cessna 208 Caravan – einem Arbeitspferd der regionalen Frachtluftfahrt. Die Strategie: Statt völlig neuer Flugzeuge setzt Reliable Robotics auf ein Nachrüstsystem namens Reliable Autonomy System (RAS). Es ermöglicht durchgehenden Autopilotenbetrieb in allen Flugphasen – vom Rollen über Start und Landung –, während ein externer Operator das Geschehen überwacht.

Ein Meilenstein gelang Ende 2023 mit dem ersten FAA-genehmigten unbemannten Flug eines großen Frachtflugzeugs in den USA. Im August 2025 folgte ein 17,4-Millionen-Euro-Auftrag der US-Luftwaffe zur Integration des Systems in eine Cessna 208B für Logistik im Indopazifik.

Der politische Wind weht günstig: Im März 2026 wählte das US-Verkehrsministerium Reliable Robotics und die Stadt Albuquerque für das Advanced Air Mobility Integration Pilot Program (eIPP) aus. Ziel ist die Beschleunigung autonomer regionaler Frachtflüge, konkret zwischen dem Flughafen Albuquerque und Regionalairports in Colorado und New Mexico. CEO Robert Rose sieht darin den Beleg, dass die Bundesregierung auf Autonomie setze, um die Flugsicherheit und Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

Neue Plattformen und breitere Nutzlasten

Neben Nachrüstlösungen gewinnen auch komplett neu entwickelte autonome Flugzeuge an Fahrt. Das kalifornische Startup MightyFly sicherte sich im Februar 2026 zehn Millionen Euro (Gesamtfinanzierung: 15 Millionen Euro). Das Unternehmen entwickelt die Cento, ein hybrid-elektrisches Senkrechtstarter-Flugzeug (eVTOL) mit einer Nutzlast von bis zu 45 Kilogramm und einer Reichweite von 1.000 bis 1.600 Kilometern.

Ein 50-Millionen-Euro-Gesundheitsvertrag über fünf Jahre mit einem Diagnostik-Anbieter untermauert das Geschäftsmodell: Die Cento soll medizinische Lieferungen und Laborproben quer durch Kalifornien und Nevada transportieren. Besonderes Merkmal ist das Autonomous Load Mastering System, das Be- und Entladen automatisiert und so Personal vor Ort weitgehend überflüssig macht.

Ebenfalls im Februar 2026 gab Natilus eine Series-A-Runde über 28 Millionen Euro bekannt, angeführt von Draper Associates. Das Unternehmen entwickelt eine Familie von Nurflügel-Flugzeugen (Blended-Wing-Body), die laut eigenen Angaben 30 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen und Emissionen einsparen. Das Geld fließt in den Bau und die ersten Testflüge des Prototyps KONA, einem regionalen Frachter. Natilus hat bereits Vorabbestellungen im Wert von rund 24 Milliarden Euro für über 570 Flugzeuge – unter anderem von Flexport, Ameriflight und SpiceJet.

Europa zieht nach: Dronamics plant erste kommerzielle Flüge

Auch in Europa tut sich etwas: Die bulgarische Fracht-Drohnen-Airline Dronamics bereitet die ersten kommerziellen Flüge ihres Flugzeugs Black Swan vor. Geplant ist eine Route von Sofia nach Russe noch in der zweiten Jahreshälfte 2026, gefolgt von Verbindungen nach Bukarest. Den entscheidenden Schub brachte Mitte 2025 eine Beteiligung von bis zu 30 Millionen Euro durch den Europäischen Innovationsrat im Rahmen der Plattform für strategische Technologien (STEP).

CEO Svilen Rangelov kündigte an, dass der Fokus zunächst auf europäischer Mittelstreckenlogistik liege. Ab 2027 sollen dann Expansion in den Nahen Osten und die USA folgen. Die Black Swan transportiert 350 Kilogramm Nutzlast über 2.500 Kilometer – und das zu Kosten, die laut Unternehmen 50 Prozent unter denen herkömmlicher Luftfracht liegen.

Marktdynamik: Weniger Piloten, mehr Automatisierung

Der wirtschaftliche Reiz autonomer Frachtsysteme liegt vor allem in der Senkung von Personal- und Infrastrukturkosten. Der allgemeinen Luftfahrt fehlen weltweit über 20.000 Piloten, was die Logistikkosten in die Höhe treibt. Durch den Wegfall des Piloten im Cockpit und die Fernüberwachung erwarten Betreiber deutliche Einsparungen.

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Sicherheit ist ein weiterer Treiber: Über 70 Prozent der tödlichen Unfälle in der Allgemeinen Luftfahrt ließen sich durch durchgehenden Autopiloten und moderne Kollisionsvermeidungssysteme verhindern. Die Integration leistungsstarker Batterien und Hybrid-Elektro-Antriebe erfüllt zudem die wachsenden Nachhaltigkeitsauflagen.

Die Übernahme der Autonomie-Sparte von Xwing durch Joby Aviation im Juni 2024 war ein frühes Zeichen für die Konsolidierung der Branche. Seither hat sich der Fokus von experimentellen Testflügen hin zu Vertragserfüllung und Zertifizierung verschoben. Unternehmen wie Reliable Robotics und Natilus stehen kurz vor der FAA-Typenzulassung – autonome Frachtflüge werden vom Nischenphänomen zum Grundpfeiler der modernen Logistik.

Ausblick: Erste unbemannte Linienflüge noch 2026?

Der Rest des Jahres 2026 wird zeigen, ob die ersten vollständig unbemannten kommerziellen Frachtflüge im US-Luftraum tatsächlich noch vor Jahresende starten. Die Ergebnisse des eIPP-Programms und die ersten umsatzrelevanten Flüge europäischer und amerikanischer Startups werden richtungsweisend sein.

Militärisches Interesse bleibt ein starker Katalysator für technische Verfeinerungen – insbesondere für Einsätze in umkämpften Logistikumgebungen, in denen Piloten hohen Risiken ausgesetzt sind. Sobald die Infrastruktur für das Management des niedrigen Luftraums ausgereift ist, dürfte sich der Fokus von ländlichen und regionalen Lieferungen hin zu komplexeren städtischen Logistiknetzwerken verlagern – voraussichtlich gegen Ende der 2020er Jahre.

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