Regierung will Gastwirte zu Billig-Speise zwingen
13.01.2026 - 14:43:12Die österreichische Regierung plant einen Zwang für Restaurants. Jeder Gastronom soll künftig eine günstige Hauptspeise anbieten müssen. Das ist der umstrittenste Punkt eines neuen Anti-Teuerungs-Pakets, das die Koalition heute vorstellte. Während Verbraucherschützer jubeln, schlägt der Vorstoß in der Branche sofort hohe Wellen.
Was steckt hinter dem Plan?
Die Koalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS will mit der Maßnahme Restaurantbesuche für alle leistbar halten. Konkret soll jedes Lokal eine “Budget-Option” auf der Karte führen. Die Details sind noch offen: Gibt es eine feste Preisobergrenze? Was zählt als vollwertige Mahlzeit? Die Regierung ließ diese Fragen zunächst unbeantwortet.
Die Idee ähnelt dem bekannten “Apfelsaft-Paragrafen”. Der schreibt vor, dass ein alkoholfreies Getränk günstiger sein muss als das billigste Bier. Jetzt soll dieser Ansatz auf das Essen ausgeweitet werden.
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Warum reagiert die Branche so alarmiert?
Gastwirte sehen ihre unternehmerische Freiheit in Gefahr. Sie kämpfen bereits mit hohen Kosten für Energie, Personal und gestiegener Mehrwertsteuer. Eine staatliche Preisvorgabe kommt für viele zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt.
Experten warnen vor einer gefährlichen Quersubvention. Um das Billig-Gericht wirtschaftlich anbieten zu können, müssten Wirte die Preise für andere Speisen erhöhen. Das könnte den Restaurantbesuch am Ende für alle teurer machen – genau das Gegenteil des gewünschten Effekts.
Ein europäischer Trend zur Regulierung?
Österreich geht mit dem direkten Eingriff weiter als viele Nachbarländer. In Deutschland dreht sich die Debatte derzeit vor allem um eine dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer auf Gastronomie-Dienstleistungen. Wien wählt nun den Weg der direkten Produktvorgabe.
Ökonomisch ist das riskant. Preiskontrollen können zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Denkbar ist, dass die Qualität der Pflicht-Speise auf ein absolutes Minimum sinkt. Politisch sendet die Koalition jedoch ein klares Signal: Sie nimmt die Alltagssorgen der Bürger ernst und scheut den Konflikt mit der Wirtschaft nicht.
Was kommt jetzt auf Wirte und Gäste zu?
Die hitzige Debatte ist eröffnet. In den kommenden Wochen wird das Parlament über die konkrete Ausgestaltung des Gesetzes streiten. Die Gastronomie-Lobby wird versuchen, die Pläne abzuschwächen oder ganz zu verhindern.
Sollte die Regelung kommen, könnten die ersten verpflichtenden Spargerichte noch in der ersten Hälfte des Jahres auf den Karten stehen. Für Gäste könnte das mehr Transparenz bringen. Für die Wirte beginnt dann die schwierige Aufgabe, die Vorgabe profitabel umzusetzen. Ob dieses österreichische Experiment Schule macht, wird sich am Erfolg vor Ort entscheiden.
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