Regierung peilt wirtschaftliche Trendwende an
07.01.2026 - 09:25:12Die Bundesregierung hat heute den Startschuss für ihre wirtschaftspolitische Offensive gegeben. Im ersten Ministerrat des Jahres bereitete die Dreier-Koalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS die entscheidende Regierungsklausur nächste Woche vor. Im Fokus stehen eine neue Industriestrategie, strikte Budgetdisziplin und der Kampf gegen die Inflation.
Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP), Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) haben ein klares Ziel: 2026 soll die “wirtschaftliche Trendwende” gelingen. Dafür ziehen sich die Koalitionsspitzen am kommenden Dienstag zu einer Klausur im niederösterreichischen Mauerbach zurück.
“Patriotische Beschaffung” für heimische Industrie
Ein Herzstück der neuen Agenda ist die lang erwartete Industriestrategie. Die Koalition plant eine massive Förderung von Schlüsseltechnologien wie Halbleiterproduktion, Künstlicher Intelligenz und Mikrochips.
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Besonderes Aufsehen erregt das Konzept einer “patriotischen Beschaffung”. Öffentliche Aufträge sollen künftig stärker an heimische Unternehmen vergeben werden. Das Prinzip “Made in Austria” vor “Made in Europe” und “Made in China” soll EU-rechtlich möglich stärker gewichtet werden. Analysten sehen darin einen Versuch, die durch hohe Energiekosten belastete Industrie zu stützen.
Sparkurs gegen Defizit und Inflation
Neben Investitionen steht die Regierung vor einer harten Haushaltsaufgabe. Für das laufende Jahr sind Einsparungen von rund 8,7 Milliarden Euro geplant. Damit will die Koalition das Defizit in den Griff bekommen und ein EU-Verfahren abwenden.
Gleichzeitig soll die hartnäckig über vier Prozent liegende Teuerungsrate gedrückt werden. Ein Mix aus Preisdämpfungsmaßnahmen und fiskalischer Zurückhaltung soll die Inflation schrittweise Richtung Zwei-Prozent-Ziel bringen. Ein heikler Punkt: Die Anpassung der Pensionen. Seniorenvertreter warnen bereits vor einer Erhöhung unterhalb der Inflationsrate.
Klausur im Krisenmodus
Die Zusammenkunft in Mauerbach unterstreicht die Dringlichkeit der Lage. Statt der großen Ministerrunde ist ein “politisches Privatissimum” nur der drei Parteichefs geplant. Stocker, Babler und Meinl-Reisinger wollen die großen Linien zuerst unter sich festzurren.
Politische Beobachter werten dies als Zeichen, dass die Koalition die wirtschaftliche Wende zur absoluten Chefsache erklärt hat. Nach einem turbulenten Jahr 2025 soll das Treffen Einigkeit demonstrieren. Neben der Wirtschaft steht auch das strategisch wichtige Thema Migration auf der Agenda.
Kann der “Turbo” gezündet werden?
Die Ausgangslage ist ernst. Nach zwei Jahren mit Rezession und Nullwachstum prognostizieren Institute für 2026 nur verhaltenes Wachstum von etwa einem Prozent. Im europäischen Vergleich hinkt Österreich hinterher.
Die angekündigte “Trendwende” ist daher eine ökonomische Notwendigkeit. Marktbeobachter reagierten vorsichtig optimistisch auf die heutigen Ankündigungen. Entscheidend wird sein, ob aus den Ankündigungen konkrete Maßnahmen werden. Die Ergebnisse der Klausur am 13. Jänner werden zeigen, ob die Koalition den versprochenen “Turbo” zünden kann.
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