RefWorks: Neuer PDF-Reader und KI-Checker für die Forschung
31.01.2026 - 02:31:12Die Literaturverwaltungssoftware RefWorks startet mit einem großen Update ins neue Jahr. Ein komplett neu gestalteter PDF-Reader und ein dauerhaft integrierter KI- und Plagiatsprüfer sollen den digitalen Forschungsalltag vereinfachen.
Das Update, das vom Mutterkonzern Ex Libris Ende Januar vorgestellt wurde, reagiert auf einen klaren Trend: Forschende und Studierende brauchen integrierte Werkzeuge. Die Grenzen zwischen Literaturverwaltung, Dokumentenanalyse und Schreibprozess verschwimmen immer mehr. Mit dem neuen Reader, der ab sofort für alle neu hochgeladenen Dokumente Standard ist, will RefWorks eine nahtlosere Arbeitsumgebung schaffen. Der alte Viewer wird schrittweise bis Mitte 2027 abgeschaltet.
Moderne Annotations-Werkzeuge im neuen PDF-Reader
Das Herzstück des Updates ist der überarbeitete PDF-Viewer. Statt eines einfachen Betrachters bietet RefWorks nun einen interaktiven Arbeitsraum. Die Oberfläche wurde modernisiert und für eine schnellere Verarbeitung optimiert.
Die neuen Markup-Tools sind umfangreich: Nutzer können Freitextnotizen direkt im Dokument platzieren, mit Zeichenwerkzeugen frei annotieren und dokumentenweite Zusammenfassungen erstellen. Eine verbesserte Suchfunktion markiert Treffer direkt im Text. Ein wichtiger Schritt für die Zusammenarbeit: PDFs können nun inklusive aller Anmerkungen exportiert werden. Damit entfällt für viele der Umweg über separate Annotations-Programme.
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KI- und Plagiatsprüfer wird fester Bestandteil
Ebenfalls dauerhaft in die Plattform integriert wurde der Plagiarism and AI content checker. Das Tool, ursprünglich ein Pilotprojekt mit Copyleaks, war bei Nutzern so beliebt, dass es nun fester Service-Bestandteil ist.
Der Prüfer unterstützt alle Sprachen und ermöglicht eine nahtlose Überprüfung von Texten auf Originalität und KI-generierte Inhalte. Die Integration direkt in die Literaturverwaltung ist strategisch klug: Forschende können ihre Arbeit im natürlichen Workflow prüfen, nicht als separaten, lästigen Final Schritt. Dies unterstreicht, wie sehr Tools für akademische Integrität zum Standard werden.
Weitere Updates für einen besseren Workflow
Das Januar-Update bringt eine Reihe weiterer Verbesserungen. Die Funktion „Find Duplicates“ zur Duplikatserkennung wurde präziser und bietet mehr Kontrolle. Zudem gibt es neue Referenztypen, etwa für KI-Tools und Podcasts, sowie erweiterte Sprachunterstützung durch Portugiesisch.
Zahlreiche Barrierefreiheits-Verbesserungen sorgen für eine bessere Kompatibilität mit Screenreadern und Tastaturnavigation. Auch der RefWorks Citation Manager für Google Docs wurde optimiert. Diese Schritte zeigen den Fokus auf ein ganzheitliches Forschungserlebnis.
Strategische Positionierung im Wettbewerb
Das große Update ist ein strategischer Schachzug im hart umkämpften Markt der Forschungssoftware. Konkurrenten wie EndNote, Zotero und Mendeley entwickeln sich ebenfalls zu All-in-One-Hubs. Ein leistungsstarker, nativer PDF-Reader ist heute ein Muss, um relevanz zu bleiben.
Die Integration des KI-Checkers kommt zur rechten Zeit. Während Hochschulen mit den Herausforderungen generativer KI ringen, werden zugängliche Prüftools zur Standarderwartung. RefWorks positioniert sich damit nicht nur als Verwaltungs-, sondern als Integritäts-Tool.
Ausblick: Das integrierte Forschungsumfeld der Zukunft
Mit dem neuen PDF-Reader ist der Weg für RefWorks vorgezeichnet: tiefere Integration und ein nahtloseres Nutzererlebnis. Bis Juni 2027 soll der Übergang abgeschlossen sein.
Die Plattform ist gut aufgestellt, um weitere KI-gestützte Funktionen zu erkunden – etwa automatische Zusammenfassungen aus Annotationen oder intelligente Dokumentenempfehlungen. Das Ziel ist klar: der gesamte Forschungszyklus, von der Literaturrecherche über die Analyse bis zum Zitieren, soll in einem einzigen, geschlossenen Ökosystem stattfinden. Für Nutzer dürften die Grenzen zwischen ihren Werkzeugen weiter verschwimmen.
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