Red Cat Aktie: Black Widow gewinnt neue Aufträge
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 13:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zwei neue Rüstungsaufträge, ein Kursverlust von fast 30 Prozent binnen eines Monats. Bei Red Cat Holdings klaffen operativer Fortschritt und Börsenrealität gerade deutlich auseinander.
Der Drohnenhersteller meldet neue Bestellungen für sein Aufklärungssystem Black Widow. Ein NATO-Partner und ein zusätzlicher Verbündeter aus dem asiatisch-pazifischen Raum haben Verträge unterzeichnet. Die Details zu Stückzahlen oder Volumen nennt Red Cat nicht.
CEO Jeff Thompson zeigt sich zuversichtlich für das kommende Jahr. Er verweist auf mögliche Budgetzusagen von bis zu 74 Milliarden Euro für unbemannte Luft- und Wasserfahrzeuge weltweit. Für Red Cat wäre das ein enormes Marktpotenzial – vorausgesetzt, das Unternehmen sichert sich einen relevanten Anteil davon.
Wachstum mit Warnsignalen
Die Geschäftszahlen zeigen zwei Seiten derselben Medaille. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 stieg der Umsatz um 849 Prozent auf 15,47 Millionen Euro. Die Bruttomarge drehte von minus 52,1 Prozent auf plus 12,7 Prozent – ein deutlicher struktureller Fortschritt.
Trotzdem verbrannte Red Cat im Quartal knapp 32 Millionen Euro an Liquidität. Der operative Verlust lag bei 27,3 Millionen Euro. Ende März verfügte das Unternehmen noch über eine Kassenreserve von 131,9 Millionen Euro, während gleichzeitig 62,7 Millionen Euro im Lager gebunden sind.
Diese Kombination aus Umsatzsprung und hohem Kapitalverbrauch erklärt einen Teil der Kursschwäche. Anleger honorieren Wachstum offenbar erst dann, wenn sich der Cash-Verbrauch spürbar verlangsamt.
Programme laufen, Kurs fällt
Operativ kommt Red Cat an mehreren Fronten voran. Die Tochter Teal Drones erreichte kürzlich die zweite Runde des "Drone Dominance Program" der US-Armee, das fortschrittliche Drohnentechnik für militärische Zwecke identifizieren und integrieren soll. Black Widow hatte zuvor bereits einen Auftrag im "Short Range Reconnaissance"-Programm der US-Army gewonnen.
Die Meerestochter Blue Ops fährt parallel die Serienproduktion des unbemannten Wasserfahrzeugs Variant 7 hoch. Mittelfristig peilt Red Cat einen Jahresumsatz zwischen 150 und 180 Millionen Euro an. Das strategische Umfeld spielt dem Unternehmen dabei in die Karten: Die USA wollen ihre Munitionsbestände mit günstigen, in großer Stückzahl produzierbaren Systemen auffüllen.
An der Börse zählt das aktuell wenig. Die Aktie notiert bei 6,75 Euro und liegt damit fast 59 Prozent unter ihrem Hoch von 16,30 Euro aus dem März. Der 14-Tage-RSI von 33 signalisiert eine Annäherung an überverkauftes Terrain, während die annualisierte Volatilität von gut 81 Prozent zeigt, wie nervös der Handel in dem Papier aktuell verläuft.
Die kommenden Quartalszahlen dürften zeigen, ob sich der Cash-Verbrauch angesichts der neuen Aufträge und der laufenden Serienproduktion verlangsamt. Bis dahin bleibt die Diskrepanz zwischen operativen Fortschritten und Kursentwicklung das bestimmende Thema für die Aktie.
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