Raspberry Pi: Preise explodieren um bis zu 70 Prozent
07.02.2026 - 13:31:12Die Ära des günstigen Mini-Computers ist vorbei. Die Raspberry Pi Foundation hat drastische Preiserhöhungen für ihre Flaggschiff-Modelle verkündet. Hintergrund ist eine globale Speicherkrise, die durch den unersättlichen Hunger der KI-Industrie ausgelöst wurde.
Dramatische Preissprünge für leistungsstarke Modelle
Die Stiftung kann die explodierenden Kosten für Speicherbausteine nicht mehr auffangen. Das gab CEO Eben Upton diese Woche bekannt. Betroffen sind alle Raspberry Pi 4 und 5 Modelle mit 2 Gigabyte Arbeitsspeicher (RAM) oder mehr.
Am stärksten trifft es das Top-Modell Raspberry Pi 5 mit 16 GB. Sein Preis sprang von umgerechnet 130 auf 185 Euro – ein Plus von über 40 Prozent. Bereits im Dezember 2025 gab es eine erste, kleinere Erhöhung. Die neuen Preise gelten sofort:
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- 2GB-Modelle: +10 Euro (Pi 5 2GB jetzt 60 Euro)
- 4GB-Modelle: +15 Euro (Pi 5 4GB jetzt 75 Euro)
- 8GB-Modelle: +30 Euro (Pi 5 8GB jetzt 115 Euro)
Auch die Compute Module und der neue All-in-One-PC Raspberry Pi 500 sind betroffen. Dessen 16GB-Version kostet bei Distributoren wie Adafruit nun rund 250 Euro. Damit dringt der einstige Bastler-Rechner in eine Preisklasse vor, die bisher günstigen Desktop-PCs vorbehalten war.
Einziger Lichtblick: Die Einstiegsmodelle mit 1 GB RAM sowie ältere Geräte wie der Pi 3 oder Pi Zero bleiben preisstabil. Sie nutzen veralteten LPDDR2-Speicher, von dem die Stiftung noch große Lagerbestände hat.
KI-Datacenter leeren den Speicher-Markt
Der Grund für die Teuerung ist eine globale Knappheit bei DRAM-Speicherchips der Standards LPDDR4 und LPDDR5. Diese sind essenziell für leistungsstarke Rechner. Aktuelle Branchenanalysen zeigen ein klares Bild: KI-Datacenter saugen einen beispiellosen Anteil der weltweiten Speicherproduktion auf.
Laut dem Marktforschungsunternehmen TrendForce könnten KI-Infrastrukturen 2026 bis zu 70 Prozent der Hochleistungs-DRAM-Produktion binden. Für Hersteller von Consumer-Elektronik wird das verbleibende Angebot immer knapper und teurer.
Die Folge ist ein Verteilungskampf um Produktionskapazitäten. Die Vertragspreise für konventionellen DRAM stiegen im ersten Quartal 2026 allein um 55 bis 60 Prozent. Für Hersteller wie Raspberry Pi, die mit schmaleren Margen arbeiten als Smartphone-Giganten, sind diese Verdopplungen der Komponentenkosten nicht mehr zu stemmen.
Bedrohtes Kerngeschäft: Bildung und Hobby-Bastler
Die Preisexplosion stellt die ursprüngliche Mission der Stiftung infrage. Seit dem Start des ersten Modells für umgerechnet 35 Euro stand Erschwinglichkeit im Mittelpunkt – für Schulen, Universitäten und Hobby-Entwickler.
Der neue Preis von 185 Euro für das Top-Modell sprengt nun viele Bildungsbudgets. Analysten sehen den Markt gespalten: Die 1GB-Einstiegsmodelle halten die Grundversorgung für einfache Programmier- und Elektronikprojekte am Leben. Die leistungsstarken Geräte für lokale KI, Media-Center oder Heimserver werden dagegen zum Luxusgut.
Der Preisdruck betrifft nicht nur Raspberry Pi. Das gesamte Ökosystem der Einplatinencomputer (SBC) dürfte ähnliche Erhöhungen sehen. Die Branche steht vor einer Phase der Inflation.
Keine schnelle Besserung in Sicht
Wie lange wird die Krise dauern? Marktbeobachter sind pessimistisch. Ein Bericht von IDC warnt, dass die Speicherknappheit bis weit in das Jahr 2027 anhalten könnte. In einem Worst-Case-Szenario könnten steigende Kosten sogar zu einem Schrumpfen der globalen PC- und Smartphone-Märkte führen.
Raspberry Pi-Chef Upton bleibt dennoch optimistisch. Er bezeichnet die Situation als vorübergehend und verspricht, die Preiserhöhungen zurückzunehmen, sobald sich der Speichermarkt normalisiert.
Bis dahin müssen sich Verbraucher und Unternehmen auf höhere Hardware-Kosten einstellen. Die KI-Revolution verändert globale Lieferketten fundamental – und setzt das Zeitalter des ultra-günstigen Hochleistungsrechnens vorerst aus.
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