Raspberry Pi Aktie: PIRC empfiehlt Contra gegen Vergütung
29.05.2026 - 12:54:22 | boerse-global.deRaspberry Pi steht vor einer Zerreißprobe auf der kommenden Hauptversammlung. Die einflussreiche Stimmrechtsberater-Firma PIRC empfiehlt Investoren, gegen den aktuellen Vergütungsbericht des britischen Computer-Spezialisten zu stimmen. Damit gerät die Führungsebene trotz glänzender Geschäftszahlen unter Druck.
Rekordzahlen treffen auf Governance-Kritik
PIRC kritisiert die Struktur der Manager-Gehälter und Bonus-Modelle. Solche Empfehlungen wiegen schwer, da sie oft Zweifel an der Ausrichtung zwischen Vorstandsvergütung und langfristigem Aktionärswert signalisieren. Die Abstimmung gilt als wichtiges Stimmungsbarometer für die Corporate Governance des Unternehmens.
Dabei lieferte das Unternehmen aus Cambridge zuletzt starke Argumente für seine Strategie. Der Umsatz kletterte im vergangenen Geschäftsjahr um 25 Prozent auf rund 323 Millionen Dollar. Der Vorsteuergewinn sprang parallel dazu um 63 Prozent auf 26,5 Millionen Dollar nach oben.
Wandel zum Halbleiter-Konzern
Hinter dem Wachstum steckt eine fundamentale Neuausrichtung des Geschäftsmodells. Erstmals übertrafen die Verkäufe einzelner Halbleiter die Absatzzahlen der klassischen Computer-Module. Raspberry Pi wandelt sich damit zum direkten Zulieferer für industrielle Erstausrüster.
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Rund 70 Prozent der Erlöse stammen mittlerweile aus industriellen Anwendungen. Dieser Fokus soll die Einnahmen stabilisieren und höhere Margen sichern als das Geschäft mit Bastlern und Bildungseinrichtungen. Insgesamt lieferte das Unternehmen 7,8 Millionen Einheiten aus.
Kostendruck und Börsen-Rally
An der Londoner Börse kam die Entwicklung zuletzt gut an. Die Aktie verzeichnete Ende Mai fünf Gewinntage in Folge und notierte zuletzt bei etwa 795 Pence. Der Markt honoriert die erfolgreiche Bewältigung globaler Lieferketten-Probleme.
Herausfordernd bleiben die steigenden Kosten für Arbeitsspeicher. Höhere Preise für DRAM-Komponenten belasten die Produktion, was Raspberry Pi bereits mit Preisanpassungen abzufedern versucht. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Management dennoch deutlich höhere Umsätze, getrieben durch eine robuste Nachfrage in den USA und China.
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In den kommenden Wochen entscheidet die Abstimmung über den Vergütungsbericht über das Vertrauensverhältnis zwischen Management und Aktionären. Im zweiten Halbjahr steht zudem die Ernennung eines neuen Finanzvorstands an. Weitere Klarheit über die operative Dynamik dürften die Halbjahreszahlen im September 2026 bringen.
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