Ramones, Hey

Ramones: Warum 2026 plötzlich alle wieder Hey Ho schreien

13.02.2026 - 21:40:13

Die Ramones sind seit Jahrzehnten Geschichte – aber 2026 explodiert der Hype. Was hinter dem Comeback-Buzz, neuen Gerüchten & Fan-Vibes steckt.

2026 – und ganz Deutschrap, Pop und Indie sind plötzlich wieder im Ramones-Fieber. Auf TikTok tauchen Clips mit alten Live-Mitschnitten auf, Teenies tragen wieder das ikonische Schwarz-Weiß-Logo auf Oversize-Shirts, und in den Streaming-Charts klettern Songs nach oben, die älter sind als viele Fans. Die Ramones sind längst keine aktive Band mehr, aber der Hype um sie fühlt sich 2026 frischer an als so mancher Newcomer-Act. Du scrollst durch deine For You Page – und irgendwo ruft garantiert jemand: "Hey! Ho! Let’s Go!".

Offizielle Ramones-Infos, Merch & Legacy-Projekte

Was ist da los? Warum drehen Dokus, Reissues und Meme-Sounds gerade so auf? Und was bedeutet das für Fans in Deutschland – von den Kids, die die Ramones nur aus Spotify-Playlists kennen, bis zu den Ü40-Punks, die sie damals noch live gesehen haben? Lass uns die aktuellen Entwicklungen sortieren, den Sound sezieren und die Gerüchteküche checken.

Hintergründe: Die aktuellen News im Detail

Um es sauber einzuordnen: Die originalen Ramones gibt es nicht mehr, die Mitglieder sind verstorben, und ein klassisches Comeback im Tour-Sinne wird es logischerweise nie geben. Trotzdem knallt der Name Ramones 2026 in Newsfeeds, Musikmedien und Fan-Foren, als wären sie gerade auf Welttour.

Ein wichtiger Treiber: das anhaltende Revival von Punk, Pop-Punk und Y2K-Ästhetik. Seit ein paar Jahren schieben Acts wie Machine Gun Kelly, Olivia Rodrigo, Turnstile oder deutsche Bands wie Team Scheisse und Blond Gitarrenpop und Punk-Vibes zurück in den Mainstream. In Interviews verweisen sie regelmäßig auf die Ramones als Urväter des einfachen, direkten Drei-Akkord-Songs. Wenn zig Newcomer davon reden, dass die Ramones ihnen gezeigt hätten, dass du keinen Virtuosen-Abschluss brauchst, um eine Band zu gründen, dann landet dieser Name automatisch auch bei Gen Z.

Dazu kommt die Nostalgie-Welle im Streaming. Katalog-Deals, Remastering, neu kuratierte Playlists: Plattformen pushen alte Klassiker, weil sie stabil streamen. Die Ramones tauchen inzwischen in gefühlt jeder "Punk Essentials"-, "Oldschool Rock"- und "Skatepark"-Playlist auf. Wenn du Spotify oder Apple Music den Algorithmus machen lässt, bist du von "Blitzkrieg Bop" nie weit entfernt. Laut Branchenquellen wächst der Anteil von Katalog-Musik (älter als 18 Monate) seit Jahren – perfekt für eine Band wie die Ramones, deren Songs alle unter die Haut, aber selten über die Drei-Minuten-Marke gehen.

Auf Medienseite sorgt die Kombination aus Jubiläen und Dokus für Buzz. In den letzten Jahren wurden mehrere Bücher neu aufgelegt, Biografien übersetzt und Doku-Projekte aktualisiert. Kulturseiten feiern regelmäßig runde Jubiläen legendärer Alben wie "Ramones" (1976), "Rocket to Russia" (1977) oder "Road to Ruin" (1978). Jede solche Story schiebt den Namen wieder in die Startseiten, und deutsche Musikfans rutschen im Rabbit Hole immer tiefer, von alten CBGB-Liveaufnahmen bis zu Bootleg-Mitschnitten von frühen Deutschland-Gigs in den späten 70ern und frühen 80ern.

Zusätzlich kursieren immer wieder Meldungen über Reissues, Deluxe-Boxen, Tribute-Projekte und Special Editions auf Vinyl. Für den deutschen Markt sind limitierte Pressungen besonders spannend, weil Sammler:innen hier sehr aktiv sind. Sobald ein neues Bundle mit seltenen Live-Aufnahmen, unveröffentlichten Demos oder farbigem Vinyl angekündigt wird, fangen Foren und Facebook-Gruppen mit deutschsprachigen Sammler:innen sofort an zu diskutieren: Lohnt sich das? Wie ist das Mastering? Kommt eine EU-Pressung oder wieder nur US-Import?

Und dann ist da noch der Faktor Mode. Das Ramones-Logo ist längst globaler Streetwear-Code geworden. H&M, Primark, Urban Outfitters – du kennst das Spiel. Aber 2026 ist die Wahrnehmung anders: Dank TikTok erklären immer mehr Creator:innen, wer hinter dem Logo steht. Aus dem bloßen T-Shirt-Motiv wird wieder ein Zugang zur Bandgeschichte. In deutschen Kommentaren liest man immer öfter Sätze wie: "Hab mir das Shirt als Teenie gekauft und jetzt hör ich sie endlich wirklich." Gerade in Städten mit starker Alternativ-Szene wie Berlin, Hamburg, Leipzig oder Köln tauchen dazu kleine Tribute-Partys, Motto-Abende in Bars und Punk-Kneipen und DJ-Sets auf, die ganze Blöcke nur mit Ramones-Songs spielen.

Kurz gesagt: Es gibt keine klassische Breaking News im Sinne einer neuen Single, aber es gibt eine Konzentration von Aufmerksamkeit – aus Algorithmen, Mode, Jubiläen, Dokus und Fan-Kultur –, die die Ramones 2026 wieder extrem präsent macht. Für deutsche Fans heißt das: mehr Events, mehr Diskussionen, mehr Stoff, um die Band neu zu entdecken.

Die Setlist & Show: Was dich erwartet

Auch wenn die Original-Ramones nicht mehr touren, lebt die Live-Energie der Band auf mehreren Ebenen weiter: in Tribute-Bands, in Punk-Abenden, in Cover-Sets von jungen Acts und in historischen Mitschnitten, die in Kinos oder auf Festivals gezeigt werden. Wer 2026 in Deutschland auf Ramones-bezogene Events geht, erlebt oft ein sehr klares Muster: kurze, explosionsartige Songs ohne Pause.

Eine typische Ramones-Setlist – ob historisch oder liebevoll nachgebaut – besteht aus einem brutalen Best-of. Klassische Eckpfeiler sind:

  • "Blitzkrieg Bop" – der ultimative Opener oder Finale-Song, bei dem jeder "Hey! Ho! Let’s Go!" schreit, egal ob 16 oder 56.
  • "Sheena Is a Punk Rocker" – Pop-Punk, bevor es so hieß: melodisch, eingängig, aber immer noch rotzig.
  • "I Wanna Be Sedated" – der singalong-taugliche Mid-Tempo-Hit, der in Bars und Clubs längst zum Pflichtprogramm gehört.
  • "Rockaway Beach", "Judy Is a Punk", "Teenage Lobotomy", "Do You Remember Rock 'n' Roll Radio?" – Songs, die ganze Generationen von Punk, Hardcore und Pop-Punk geprägt haben.

Die historische Live-Ästhetik der Ramones war extrem: Song, Stopp, Count-in, nächster Song. Kaum Ansagen, keine langen Jams, keine Soli. Das spiegelt sich in heutigen Tribute-Shows wider. Viele Bands, die ein Ramones-Set spielen, ziehen 25 bis 35 Songs in 60 bis 75 Minuten durch. Gerade in kleinen deutschen Clubs – ob SO36 in Berlin, Hafenklang in Hamburg, Conne Island in Leipzig oder Sonic Ballroom in Köln – fühlt sich das gnadenlos intensiv an. Der Schweiß tropft von der Decke, die Crowd pogt bis zur Erschöpfung, und wer vorne steht, lernt schnell, dass zwei Minuten Gitarren-Gewitter körperlich anstrengender sein können als ein zehnminütiger Indie-Jam.

Wenn du dir historische Setlists anschaust, etwa von Deutschland-Shows in Düsseldorf, München oder Berlin aus den frühen 80ern, siehst du, wie konsequent die Ramones ihren Ansatz durchgezogen haben. Songs wie "Pinhead" (mit dem "Gabba Gabba Hey"-Moment), "Beat on the Brat" oder "The KKK Took My Baby Away" tauchen immer wieder auf. Tribute-Bands nehmen das als Blaupause, variieren aber oft für das deutsche Publikum. Manche legen zum Beispiel extra Fokus auf die Hits, die in Deutschland in den 90ern noch mal durch MTV und Viva rotierten, oder bauen einen Block ein, in dem sie kurz erklären, aus welchem Album die Songs stammen.

Was die Atmosphäre angeht, ist ein Ramones-Abend 2026 in Deutschland eine Generationen-Mischung. Du siehst alte Punks mit abgerockten Kutten neben TikTok-Kids mit frisch gekauften Ramones-Shirts. Während vorn der Pit aufgeht, filmen weiter hinten Leute Refrains für ihre Stories. Die Setlist fungiert dabei wie ein Crashkurs: Nach 60 Minuten kennst du gefühlt die komplette DNA des Punk-Rock-Songwritings – und merkst, wie viele moderne Bands diesen Bauplan übernommen haben.

Viele Veranstalter:innen kombinieren das Ganze mit Themenabenden: Vor der Live-Show läuft eine Ramones-Doku, hinterher legt ein DJ ein Vinyl-Only-Set aus 70s-Punk, 80s-Hardcore und 90s-Pop-Punk auf. Für Fans, die tiefer reingehen wollen, sind solche Abende Gold wert. Du hörst nicht nur die Setlist, du verstehst auch, wie radikal der Sound damals gewirkt haben muss – im Umfeld von Prog-Rock, Disco und Stadion-Rock.

Spannend ist außerdem, wie sich die Setlists in Tribute-Shows leicht verschieben, um heutigen Hörgewohnheiten zu entsprechen. Einige Bands packen z.B. Coverversionen von Songs hinein, die die Ramones selbst gecovert haben ("Surfin' Bird", "California Sun"), und nutzen die, um Brücken zu anderen Genres zu schlagen. Andere mixen ein oder zwei Eigenkompositionen dazu, die so geschrieben sind, als wären sie verlorene Ramones-Tracks – eine Hommage in Echtzeit.

Die Gerüchteküche: Was Fans vermuten

Wo Hype ist, sind Gerüchte nicht weit. Durch Reddit-Threads, TikTok-Kommentare und Fan-Discords zieht sich 2026 ein bunter Mix aus Spekulationen – manche komplett abgehoben, andere gar nicht so unrealistisch.

Ein Dauerbrenner: "Kommt eine große Ramones-Tribute-Tour durch Europa?" Gemeint ist kein Hologramm-Zirkus, sondern ein kuratierter Abend mit mehreren Bands, die jeweils einen Abschnitt der Ramones-Ära interpretieren – von den rohsten 70s-Songs bis zur etwas poppigeren Phase Anfang der 80er. In Fan-Foren wird ernsthaft diskutiert, ob große Festivals wie Hurricane, Southside, Rock am Ring, Rock im Park oder Punk In Drublic einen eigenen Ramones-Slot aufbauen könnten. Bisher gibt es dafür keine bestätigten Ankündigungen, aber die Idee taucht so oft auf, dass Booking-Teams sie garantiert auf dem Radar haben.

Ein anderes heißes Thema: Ticketpreise für Tribute-Shows. Manche Fans regen sich auf, wenn kleine Clubs 30€ oder mehr nehmen, obwohl "die echte Band ja gar nicht da ist". Gegenstimmen verweisen darauf, dass die Musiker:innen, Technik, Miete, GEMA und Promo bezahlt werden müssen und dass viele Tribute-Bands den Kram extrem liebevoll umsetzen, oft mit speziellen Bühnenbildern und originalgetreuen Outfits. Auf TikTok trendeten Clips unter deutschen Hashtags, in denen Leute ihre Meinung dazu rausballern: Ist das Abzocke oder legitime Wertschätzung eines kulturellen Erbes?

Dazu kommen Verschwörungs-Level-Gerüchte, dass irgendwo in New York oder London noch unveröffentlichte Demo-Kassetten oder Live-Mitschnitte von frühen Europa-Touren liegen, darunter angeblich auch unbekannte Aufnahmen von Deutschland-Gigs. Immer wenn ein neues Box-Set angekündigt wird, flammt die Hoffnung auf, dass genau diese Tapes endlich offiziell erscheinen. Einige Fans in deutschsprachigen Gruppen behaupten, sie hätten Bootlegs aus alten Tape-Tausch-Zeiten, aber die Qualität sei mies. Der Traum: ein sauber restaurierter Live-Mitschnitt eines legendären Abends im SO36 oder in der Markthalle Hamburg, offiziell gemastert und auf Vinyl.

Spannend ist auch, wie sich auf TikTok eine neue Art von Ramones-Fandom bildet. Junge Creator:innen nutzen "Blitzkrieg Bop" oder "I Wanna Be Sedated" als Sound für Gaming-Clips, Skate-Videos oder Fashion-Content. In den Kommentaren liest man dann Dialoge wie: "Hab das Lied aus Stranger Things / einem YouTube-Edit / einem FIFA-Soundtrack" – und darunter Leute, die erklären, wer die Ramones waren. Es ist fast wie ein dezentraler Geschichtsunterricht, in dem sich Gen Z gegenseitig Punk-Historie weitergibt.

Auf Reddit tauchen immer wieder "Hot Takes" auf, vor allem in Threads von deutschen Nutzer:innen: War der extrem simple Drei-Akkord-Stil genial oder begrenzend? Waren die Ramones politisch genug oder zu sehr auf Cartoon-Punk gebürstet? Haben sie in Deutschland wirklich so viel Einfluss gehabt wie in den USA und UK? In langen Diskussionen wird die Brücke zu hiesigen Bands geschlagen – von Die Toten Hosen und Die Ärzte bis zu Muff Potter, Wizo und neueren Acts. Die gängige Meinung: Ohne die Ramones sähe die komplette deutschsprachige Gitarrenlandschaft anders aus.

Ein weiteres Thema: Merch vs. Meaning. Viele ältere Fans frustriert, dass das Ramones-Logo überall als Fashion-Accessoire auftaucht. Jüngere Fans verteidigen sich: "Ich hab mit dem Shirt angefangen, aber jetzt feier ich die Musik wirklich". Fakt ist: Der Disput sorgt für Klicks, Comments und Reichweite – und hält den Namen der Band im Gespräch. Je mehr Leute darüber streiten, ob du ein Ramones-Shirt tragen darfst, ohne drei Alben zu kennen, desto mehr Streams landen am Ende tatsächlich bei der Band.

Unterm Strich zeigt die Gerüchteküche, wie lebendig das Thema 2026 ist. Fans behandeln die Ramones nicht als nostalgische Museumsfigur, sondern als laufende Debatte: Was bedeutet Punk heute? Was ist authentisch? Was ist Hype? Und wo passt eine Band hinein, die schon fertig war, bevor die meisten von uns überhaupt geboren wurden?

Alle Daten auf einen Blick

Da die Ramones nicht mehr aktiv touren, fokussiert sich der Faktenblock auf wichtige historische Eckdaten, internationale Releases und typische Tribute-Formate, wie sie auch in Deutschland eine Rolle spielen.

Jahr / DatumEreignisOrt / KontextRelevanz für deutsche Fans
1976Release des Debütalbums "Ramones"New York / weltweitGeburtsstunde des klassischen Ramones-Sounds, Basis für unzählige Punk-Bands in Deutschland.
1977Alben "Leave Home" & "Rocket to Russia"USA / internationalViele Setlist-Klassiker stammen aus dieser Phase; bis heute Dauerbrenner in deutschen Clubs.
Ende 70er / frühe 80erErste Europa- und Deutschland-Tourneenu.a. Berlin, Hamburg, Düsseldorf, MünchenPrägende Gigs für die damalige Punk-Szene in der BRD, oft von heutigen Älteren nostalgisch gefeiert.
1980Album "End of the Century"Produziert von Phil SpectorZeigt den Spagat zwischen rohem Punk und Pop-Ambitionen; sorgt bis heute für Diskussionen in deutschen Fan-Foren.
1990erAnhaltende Touren, Festival-Auftritteu.a. europäische FestivalsViele deutsche Fans haben die Band in dieser Zeit zum ersten und letzten Mal live gesehen.
1996Finales Studioalbum "Adios Amigos"USAAbschlusspunkt der Studioära; wird von deutschen Fans oft als unterschätztes Spätwerk beschrieben.
1996Letzte Live-Shows & AuflösungUSA / internationalMarkiert das Ende der Bandgeschichte; seitdem nur noch Legacy- und Archiv-Projekte.
2000er bis heuteReissues, Boxsets, Dokusweltweit / Streaming-PlattformenDauerhafter Nachschub an Material, der auch in Deutschland neue Fan-Generationen anzieht.
laufendTribute-Shows & Punk-PartysClubs & Festivals in DEErmöglichen deutschen Fans, die Songs live zu erleben und die Energie zu fühlen.

Häufige Fragen zu Ramones

Um den aktuellen Hype und die historische Bedeutung der Ramones sauber einzuordnen, hier die wichtigsten Fragen, die sich deutsche Fans 2026 stellen – mit ausführlichen Antworten.

Wer waren die Ramones eigentlich – und warum reden alle noch über sie?

Die Ramones waren eine US-amerikanische Band aus New York, die Mitte der 70er gegründet wurde und oft als eine der ersten echten Punk-Bands der Welt bezeichnet wird. Joey, Johnny, Dee Dee und Tommy (später Marky und andere) erschufen einen Stil, der damals radikal wirkte: kurze Songs, simple Akkorde, hohe Geschwindigkeit, Melodien mit Pop-Appeal und ein konsequenter Look mit Lederjacken, Jeans und langen Haaren. Während sie zu Lebzeiten nie riesige Mainstream-Superstars im Chart-Sinne wurden, haben sie unzählige Bands beeinflusst – von Punk über Grunge bis Pop-Punk. Dass 2026 noch so viel über sie geredet wird, liegt daran, dass dieses Grundkonzept zeitlos ist: Direkt, ehrlich, ohne Schnickschnack. Gerade für junge Leute, die sich an überproduzierter Pop-Perfektion sattgehört haben, wirkt das extrem befreiend.

Gibt es die Ramones noch – kann ich sie irgendwo live sehen?

Die kurze, ehrliche Antwort: Nein, die originale Band existiert nicht mehr, die Mitglieder sind verstorben. Du kannst die Ramones also nicht im klassischen Sinne live erleben. Was es allerdings gibt, sind drei Ebenen von Live-Erfahrung: Erstens offizielle und inoffizielle Tribute-Bands, die den Sound, das Set und teilweise sogar die Optik extrem originalgetreu nachbauen. Zweitens Punk- und Ramones-Themenabende in Clubs, bei denen DJs und Live-Acts Ramones-Songs feiern und neu interpretieren. Drittens gibt es immer wieder Screenings von Konzertfilmen und Dokus auf Festivals oder in Programmkinos. Kein Ersatz für ein echtes 70er-Jahre-Konzert, aber die Energie dieser Songs im Raum zu spüren, funktioniert auch 2026 noch verblüffend gut.

Warum sind die Ramones für die deutsche Musikszene so wichtig?

Die Ramones haben frühe deutsche Punk-Bands massiv beeinflusst – musikalisch, ästhetisch und in der DIY-Haltung. Ohne das Vorbild, dass du mit wenigen Akkorden und maximaler Konsequenz eine Band starten kannst, wäre die Szene hier wahrscheinlich kleiner, später oder anders gewachsen. Viele Musiker:innen aus Bands wie Die Ärzte, Die Toten Hosen oder auch späteren Wellen haben in Interviews erklärt, wie krass es für sie war, die Ramones zum ersten Mal auf Platte oder live zu hören. Dazu kommt: In Deutschland existiert eine starke Festival- und Clublandschaft, die für Gitarrenmusik bis heute wichtig ist. Die Ramones stehen sozusagen am Anfang einer Linie, die über die 80er, 90er und 2000er bis in aktuelle Gitarrenbands reicht – auch wenn diese Bands oft ganz unterschiedliche Sounds fahren.

Welche Ramones-Alben sollte ich als Einsteiger:in zuerst hören?

Wenn du 2026 neu einsteigst, bieten sich ein paar klare Startpunkte an. Ganz oben: das selbstbetitelte Debüt "Ramones" (1976). Hier bekommst du die Grundformel pur serviert, ohne Umwege. Direkt danach machen "Rocket to Russia" (1977) und "Road to Ruin" (1978) Sinn – beides Alben voller Songs, die in jeder Best-of-Setlist auftauchen. Willst du sehen, wie die Band versucht hat, ihren Sound etwas größer und poppiger zu denken, ist "End of the Century" mit Phil Spector interessant, auch wenn es umstritten ist. Spannend für Fortgeschrittene sind spätere Werke wie "Too Tough to Die" oder "Adios Amigos", die zeigen, wie die Band in den 80ern und 90ern versucht hat, relevant zu bleiben, obwohl sich die Musiklandschaft komplett verändert hatte.

Warum sind die Songs so kurz und ähnlich – ist das nicht langweilig?

Genau dieser Punkt ist der Kern der Diskussion. Auf dem Papier könnte man sagen: Drei Akkorde, ähnliche Tempi, simple Melodien – eintönig. In der Praxis ist gerade das der Reiz. Die Ramones haben sich bewusst gegen Virtuosen-Rock und gegen ausufernde Kompositionen gestellt. Sie wollten den Kern dessen, was einen guten Song ausmacht, auf das Minimum reduzieren: Hook, Energie, Wiedererkennungswert. Dass viele Songs ähnliche Strukturen haben, fühlt sich live wie eine Welle an, die immer wieder über dich rollt. Auf Platte merkst du mit der Zeit aber: Es gibt sehr wohl Nuancen – in Tempo, Melodie, Text, Stimmung. Es ist ein bisschen wie bei Techno oder Trap: Von außen klingt alles gleich, bis du verstanden hast, wo die Feinheiten liegen.

Wie politisch waren die Ramones – passen sie in die heutige Zeit?

Hier scheiden sich die Geister. Die Ramones waren nie eine klassische Polit-Band mit klaren Parolen oder Manifesten, zumindest nicht so explizit wie spätere Punk- oder Hardcore-Acts. Viele Texte sind eher absurd, ironisch, cartoonhaft oder komplett persönlich. Gleichzeitig spiegelt ihre Existenz als laute, unangepasste Working-Class-Band in einer damals ziemlich verkrusteten Musikindustrie eine sehr deutliche Haltung: Wir brauchen keine Erlaubnis, um laut zu sein. In einer Zeit, in der Themen wie Authentizität, Indie-Ethos und DIY-Kultur wieder wichtig sind, passt das sehr gut. Was politische Details angeht, gibt es durchaus kontroverse Diskussionen über bestimmte Songs, Sprüche oder Bandmitglieder – aber die zentrale Botschaft, dass du dein eigenes Ding machen kannst, unabhängig von Perfektion, hat 2026 nichts an Kraft verloren.

Wie unterscheidet sich der Ramones-Hype bei älteren Fans und bei Gen Z in Deutschland?

Ältere Fans, die die Band noch aktiv erlebt haben, verbinden mit den Ramones oft sehr konkrete Erinnerungen: der erste Punk-Abend in einer verrauchten Kneipe, der erste selbstgebrannte Mixtape mit Ramones, die erste Tour nach Berlin nur für ein Konzert. Für sie ist die Band Teil einer biografischen Geschichte. Bei Gen Z in Deutschland wirkt der Hype anders: Eher wie ein kulturelles Tool, um sich gegenüber Streaming-Einheitsbrei abzugrenzen, um einen bestimmten Look zu fahren oder um zu zeigen: "Ich kenn meinen musikalischen Stammbaum". Spannend ist, dass beides sich gerade mischt. Auf denselben Tribute-Shows stehen Leute, die 1978 geboren wurden, neben Leuten von 2008 – und schreien zusammen dieselben Refrains. Das ist für viele der Moment, in dem klar wird, warum diese Band überhaupt noch Thema ist.

Wie kann ich tiefer einsteigen, ohne mich in endlosen Foren zu verlieren?

Wenn du es übersichtlich halten willst, kannst du dir eine Art Mini-Curriculum bauen: Zuerst die drei, vier wichtigsten Alben im Ganzen hören. Dann eine gute Doku oder ein Live-Konzert in voller Länge schauen. Danach ein paar gut recherchierte Artikel oder Bücher über die Geschichte der Band durchgehen. Parallel kannst du auf Plattformen wie YouTube oder Reddit gezielt nach "Ramones Germany" oder ähnlichen Stichworten suchen, um die Verbindung zur deutschen Szene zu checken. Und schließlich: Geh in deinen nächsten Club, der einen Punk- oder Ramones-Abend macht. Der Moment, in dem "Blitzkrieg Bop" im vollen Raum losgeht, beantwortet mehr Fragen als jede Theorie.


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