Raiffeisen, Kampf

Raiffeisen setzt im Kampf gegen Finanzbetrug auf KI-Offensive

05.01.2026 - 01:30:12

Die Genossenschaftsbank Raiffeisen verstärkt ihren Kampf gegen digitale Kriminalität mit einer neuen KI-Strategie. Im Fokus stehen präventive Risikomodelle und Echtzeit-Analysen, um Kunden vor Betrug zu schützen.

Im Kern der Strategie steht ein ausgeklügeltes System aus KI-gestützten Frühwarnindikatoren. Diese sollen Sicherheitskrisen erkennen, bevor sie eskalieren. „Wir priorisieren die konsequente Entwicklung dieser Indikatoren“, erklärt Jan Söntgerath, Sprecher der Raiffeisen Bank Schweiz. Das Ziel: Durch szenariobasiertes Denken Schwachstellen und betrügerische Aktivitäten in Echtzeit zu identifizieren.

Die Maschinenlern-Algorithmen analysieren dabei riesige Transaktionsdatenmengen. Sie unterscheiden so zwischen legitimen Kundenaktivitäten und verdächtigen Mustern. Diese Integration ist für Raiffeisen mehr als ein technisches Upgrade – sie ist ein fundamentaler Baustein der organisatorischen Widerstandsfähigkeit.

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Gemeinsam gegen KI-gestützten Betrug

Der Vorstoß erfolgt in einer Zeit, in der die Branche „KI-gestützten Betrug“ als kritische Bedrohung erkennt. Analysen mit dem Schweizerischen Bankierverband (SBVg) zeigen: Betrüger nutzen zunehmend generative KI für ausgeklügelte Scams. Herkömmliche Erkennungsmethoden wirken oft nicht mehr.

Die Schweiz verzeichnet dabei – neben den USA und Dänemark – einige der höchsten finanziellen Schäden pro Betrugsopfer. Als Antwort darauf beteiligt sich Raiffeisen an „Collaborative Fraud Prevention“. Diese Initiativen bündeln Wissen und Daten über Institutsgrenzen hinweg. Durch den Austausch von Bedrohungsmustern können Banken ihre KI-Modelle schneller auf neue Angriffsarten trainieren. Ein isoliertes Vorgehen reicht heute nicht mehr aus.

Die wachsende Gefahr durch Deepfakes

Die Dringlichkeit von Raiffeisens KI-Offensive unterstreicht die Entwicklung der Cyberangriffe. Branchenprognosen für 2026 deuten auf einen starken Anstieg von Betrugsfällen mit Deepfakes und ausgefeilter Social Engineering hin. Kriminelle imitieren inzwischen Stimmen und Videoaufnahmen, um Transaktionen zu autorisieren – und umgehen so konventionelle Biometrie-Checks.

Wirtschaftsprognosen zeigen zudem einen deutlichen Anstieg von Zahlungsbetrug im Einzelhandel. Die neuen KI-Tools von Raiffeisen sind speziell auf diese Bedrohungen kalibriert. Sie analysieren „behaviorale Biometrie“ – subtile Muster in der Nutzerinteraktion mit Geräten. Diese Sicherheitsebene soll im Hintergrund nahezu unsichtbar arbeiten. Legitime Nutzer erfahren keine Störung, während verdächtige Aktivitäten sofort gekennzeichnet werden.

Strategischer Wandel hin zur präventiven Sicherheit

Raiffeisens Kurswechsel spiegelt einen globalen Trend wider: Große Finanzinstitute stellen ihre Sicherheit von reaktiven auf prädiktive Modelle um. Analysten betonen: Die Anfangsinvestition in KI-Infrastruktur ist zwar hoch. Die langfristigen Kosten von Betrug – finanziell und reputationsbedingt – sind jedoch weitaus höher.

Die Bewegung positioniert Raiffeisen an der Spitze der „Resilient Finance“-Bewegung im DACH-Raum. Indem die Bank öffentlich die Notwendigkeit von „Szenario-Denken“ und Resilienz betont, sendet sie ein Signal an Investoren und Kunden. Cybersicherheit wird hier als Säule der Finanzstabilität verstanden, vergleichbar mit der Kapitaliquidität. Ein Kontrast zu älteren Modellen, in denen IT-Sicherheit oft als reine Support-Funktion galt.

Ausblick: Der Wettlauf geht weiter

Für 2026 erwarten Branchenbeobachter ein fortwährendes Wettrüsten zwischen Sicherheitssystemen und Betrugstechnologien. Experten prognostizieren, dass Raiffeisen und andere Banken ihre KI-Fähigkeiten ausbauen werden. Denkbar sind „selbstheilende“ Netzwerke, die kompromittierte Konten automatisch isolieren, um eine Ausbreitung zu verhindern.

Der Fokus auf „Finanzkompetenz“ in der Raiffeisen-Kommunikation deutet zudem auf kundenorientierte KI-Tools hin. Denkbar sind personalisierte Sicherheits-Dashboards, die Kunden ihr individuelles Risiko aufzeigen. Während regulatorische Rahmenwerke in der EU und der Schweiz strenger werden – Stichwort DORA – positioniert Raiffeisens proaktive Integration von KI zur Betrugsprävention das Institut gut für kommende Compliance-Standards. Gleichzeitig schützt es so seine Mitgliederbasis.

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