Radon-Messpflicht: Deutsche Betriebe in der Pflicht
05.01.2026 - 01:00:13Mit dem Start des neuen Geschäftsjahres 2026 verschärft sich der Fokus auf den Schutz vor dem radioaktiven Gas Radon. Vor allem in ausgewiesenen Radonvorsorgegebieten müssen Arbeitgeber jetzt handeln – die Integration in die gesetzliche Gefährdungsbeurteilung ist keine Kür, sondern Pflicht. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) schätzt, dass Radon nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs ist und für etwa 2.800 Todesfälle pro Jahr verantwortlich ist.
Aktuelle Meldungen unterstreichen die Dringlichkeit. Aus dem Harz, einem geologisch sensiblen Gebiet, berichten Regionalmedien weiterhin über erhöhte Uran- und Radonwerte. Ein angekündigter Fachvortrag des Geologen Dr. Friedhart Knolle am 8. Januar in Langelsheim heizt die lokale Debatte neu an. Für Unternehmen in solchen Vorsorgegebieten ist dies ein deutliches Signal: Die geologische Realität schreibt strenge Auflagen nach dem Strahlenschutzgesetz vor.
Klare Regeln für die betriebliche Gefährdungsbeurteilung
Die Rechtslage für Betriebe in Radonvorsorgegebieten ist eindeutig. Arbeitsplätze im Erd- oder Kellergeschoss müssen auf die Konzentration von Radon-222 untersucht werden. Dabei handelt es sich um eine Daueraufgabe, die fest in die betriebliche Risikoanalyse integriert werden muss.
- Messpflicht: Die Messungen müssen über zwölf Monate mit zugelassenen Passiv-Detektoren erfolgen, um jahreszeitliche Schwankungen zu erfassen.
- Referenzwert: Der gesetzliche Grenzwert liegt bei einem Jahresmittelwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m³).
- Maßnahmenplan: Wird dieser Wert überschritten, sind umgehend Schutzmaßnahmen zur Reduzierung erforderlich. Bleiben die Werte auch danach zu hoch, muss die zuständige Behörde informiert werden.
Experten kritisieren, dass viele Unternehmen Radon noch immer als Nischenthema behandeln. Dabei riskieren sie nicht nur Bußgelder, sondern vor allem die Gesundheit ihrer Mitarbeiter.
Besondere Branchen im Fokus: Wasserwerke und Brauereien
Unabhängig von der geografischen Lage stehen 2026 bestimmte Branchen besonders im Fokus. Fachrichtlinien heben Wasserwerke, Brauereien und unterirdische Anlagen als sensible Bereiche hervor.
Der Grund: Bei der Verarbeitung von Grundwasser kann Radon freigesetzt werden und zu hohen Innenraumkonzentrationen führen. Für diese „Arbeitsplätze mit erhöhter Exposition“ gilt die Messpflicht daher oft flächendeckend. Betreiber solcher Anlagen benötigen häufig aufwändigere Schutzkonzepte, wie spezielle Belüftungssysteme.
Von der Awareness zur systematischen Umsetzung
Die Radon-Regulierung in Deutschland hat seit dem Inkrafttreten des Strahlenschutzgesetzes an Schärfe gewonnen. Die Ausweisung von Vorsorgegebieten durch Bundesländer wie Sachsen, Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen war ein Meilenstein.
Marktbeobachter stellen fest, dass sich der Faktor 2026 von der reinen Bewusstseinsschaffung hin zur Qualität der Umsetzung verschiebt. Radon muss mit derselben Gründlichkeit dokumentiert und gemanagt werden wie andere Gefahrstoffe. Die wirtschaftlichen Folgen für Unternehmen liegen vor allem in möglichen Sanierungskosten. Einfache bauliche Maßnahmen reichen oft aus, doch versäumte Messungen können regulatorischen Druck nach sich ziehen.
Für das laufende Jahr erwarten Experten ein strengeres regulatorisches Umfeld bei der Überprüfung von Messergebnissen. Da sich die Daten aus den ersten Jahren der flächendeckenden Messungen verdichten, könnten die Bundesländer die Grenzen der Vorsorgegebiete anpassen und weitere Kommunen in die Pflicht nehmen.
Unternehmen, besonders in Grenznähe zu bestehenden Gebieten, wird geraten, ihren Status proaktiv zu prüfen. Das BfS aktualisiert fortlaufend seine Karten und Ressourcen. Der „unsichtbaren Gefahr“ Radon muss auch 2026 Sichtbarkeit auf der Agenda für Arbeitssicherheit erhalten bleiben. Betriebe, die ihren zwölfmonatigen Messzyklus noch nicht begonnen haben, sollten dies unverzüglich nachholen.
Passend zum Thema Arbeitsschutz: Viele Betriebe unterschätzen, wie detailliert Radon in die Gefährdungsbeurteilung integriert sein muss. Kostenlose Vorlagen und Checklisten helfen Arbeitgebern, Messpflichten (z. B. 12‑monatige Messzyklen) systematisch zu dokumentieren, Schutzmaßnahmen zu planen und Bußgelder zu vermeiden. Praxisnahe Muster für Wasserwerke, Brauereien und unterirdische Anlagen erleichtern die Umsetzung und erfüllen Behördenanforderungen. Kostenlose Gefährdungsbeurteilung-Vorlagen herunterladen
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