Radius Global Infrastructure, US7502361014

Radius Global Infrastructure: Warum die RADI-Aktie für DACH-Anleger spannend bleibt – trotz Delisting

04.03.2026 - 14:51:11 | ad-hoc-news.de

Radius Global Infrastructure ist von der Börse verschwunden, aber die Story hinter den Funkturm- und 5G-Standorten bleibt für deutsche Anleger interessant. Wie Private-Equity, Zinsen und Infrastruktur-Boom Ihre Anlagestrategie beeinflussen.

Radius Global Infrastructure, US7502361014 - Foto: THN
Radius Global Infrastructure, US7502361014 - Foto: THN

Bottom Line zuerst: Radius Global Infrastructure ist nach der Übernahme durch EQT und PSP Investments von der US-Börse verschwunden, doch das Geschäftsmodell hinter Mobilfunk- und 5G-Standorten bleibt ein Brennglas dafür, wie professionelle Investoren aktuell mit Infrastruktur umgehen. Wenn Sie als Anleger in Deutschland, Österreich oder der Schweiz über Infrastruktur, REITs oder Telekommunikation nachdenken, ist die ehemalige RADI-Aktie ein wichtiges Lehrstück.

Was Sie jetzt wissen müssen: Die Börsennotiz ist weg, aber der Deal, die Bewertungen und die Strategie der Käufer zeigen, welche Renditen institutionelle Investoren in diesem Segment erwarten und wie sich das im Vergleich zu börsennotierten Alternativen im DACH-Raum einordnen lässt.

Radius Global Infrastructure, vormals an der Nasdaq unter dem Ticker "RADI" gelistet, war ein Spezialist für Grundstücke und langfristige Pachtverträge für Mobilfunkmasten und Funkstandorte. Genau diese Flächen sind ein kritischer Engpass für 5G-Ausbau, Internet-of-Things und künftige Datenfunk-Anwendungen.

Für Privatanleger im DACH-Raum ist RADI heute kein handelbarer Wert mehr. Dennoch ist die Transaktion ein Referenzfall: Sie zeigt, wie hoch Private-Equity-Fonds bereit sind, für wiederkehrende Cashflows aus digitaler Infrastruktur zu bezahlen und welche Bewertungsniveaus Anleger bei börsennotierten Vergleichswerten kritisch hinterfragen sollten.

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Analyse: Die Hintergründe

Radius Global Infrastructure besaß nicht selbst die Mobilfunkmasten, sondern sicherte sich vor allem die Kontrolle über die Grundstücke und Pachtverträge, auf denen Funkmasten und Antennen betrieben werden. Dieses Nischenmodell ist besonders kapitalarm, erzeugt aber sehr stabile Zahlungsströme durch langfristige Verträge mit Netzbetreibern wie Vodafone, Deutsche Telekom oder internationalen Carriern.

Genau diese Kombination aus planbaren Mieteinnahmen, Wachstum durch 5G-Rollouts und der Möglichkeit, Verträge regelmäßig zu indexieren, machte RADI für institutionelle Investoren attraktiv. In einem Umfeld gestiegener Zinsen hat sich der Fokus vieler Investoren weg von wachstumsstarken, aber verlustbringenden Tech-Stories hin zu Cashflow-getriebenen Infrastrukturtiteln verschoben.

Die Übernahme von Radius Global Infrastructure durch den schwedischen Private-Equity-Investor EQT gemeinsam mit dem kanadischen Pensionsfonds PSP Investments wurde bereits 2023 vereinbart und in der Folge abgeschlossen. Im Zuge dessen verschwand die Aktie von den US-Börsen, das Tickersymbol RADI wurde gestrichen und die ISIN US7502361014 ist für Privatanleger faktisch obsolet.

Für Sie als DACH-Anleger ist das zentrale Signal: Professionelle Langfristinvestoren nehmen digitale Infrastruktur verstärkt von der Börse, um sie im geschlossenen Fonds oder im Pensionskassen-Umfeld zu halten. Wer vergleichbare Rendite-Profile sucht, muss deshalb gezielt auf börsennotierte Infrastruktur- und Telekomwerte im eigenen Markt schauen.

Verbindung zum deutschen Markt

  • In Deutschland investieren börsennotierte Unternehmen wie Deutsche Telekom, Vodafone Deutschland (über den britischen Mutterkonzern) und 1&1 massiv in 5G-Strukturen. Sie sind Mieter und Vertragspartner jener Standortgesellschaften, wie es Radius Global international war.
  • Europäische Infrastruktur-Investoren wie Cellnex oder American Tower agieren auch im deutschsprachigen Raum und besitzen oder betreiben zahlreiche Funkturm-Portfolios. Ihre Aktien sind weiterhin über Xetra oder andere europäische Börsen handelbar und dienen vielen Anlegern als Alternative zu nicht mehr gelisteten Plattformen wie Radius.
  • Für Anleger in Österreich und der Schweiz sind Titel wie A1 Telekom Austria oder Swisscom relevante Vergleichswerte, die ebenfalls stark von der Monetarisierung ihrer Netzinfrastruktur leben.

Steigende Zinsen haben den Bewertungsdruck auf Infrastruktur- und REIT-artige Geschäftsmodelle erhöht, weil die Diskontierung zukünftiger Cashflows höher ausfällt. Gleichzeitig bleiben die Einnahmen weitgehend inflationsgeschützt, da viele Mietverträge an Verbraucherpreisindizes gekoppelt sind. Das war auch bei vielen Verträgen von Radius der Fall und ist ein zentrales Argument für Anleger, die in börsennotierten Alternativen nach ähnlichen Cashflow-Profilen suchen.

Warum die RADI-Story für DACH-Anleger lehrreich ist

  • Privatisierung von Qualität: Hochqualitative, stabile Cashflow-Assets wandern verstärkt in die Hände von Private-Equity und Pensionsfonds. Privatanleger bekommen diese Renditen später oft nur noch indirekt - über Infrastruktur-ETFs oder als Kundinnen und Kunden von Versicherern.
  • Bewertungsspanne: Der Übernahmepreis von RADI setzte eine Messlatte, wie hoch wiederkehrende Mieteinnahmen auf Funkstandorten vor dem Hintergrund der Zinswende bewertet werden. Für Anleger ist das ein Referenzpunkt, um aktuelle Kurs-Gewinn- und EV/EBITDA-Multiples von börsennotierten Tower- und Infrastrukturwerten zu beurteilen.
  • Regulatorik im DACH-Raum: In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Flächenverfügbarkeit, Bauplanung und Genehmigungspraxis für Funkmasten stark reguliert. Das macht Standortrechte besonders wertvoll - und damit Fonds und Unternehmen, die dauerhaft Zugang zu diesen Flächen haben.

Aus deutscher Perspektive lohnt sich ein Blick auf die Funkturm-Ausgliederung der Deutschen Telekom (GD Towers), die mehrheitlich an Brookfield und DigitalBridge verkauft wurde, während die Telekom Minderheitsaktionär blieb. Der Logik ähnelt der RADI-Story: Infrastruktur wird in spezialisierten Vehikeln gebündelt und von Finanzinvestoren mit langem Atem bewirtschaftet.

Auch auf kommunaler Ebene in Deutschland zeigt sich die Relevanz: Beim Ausbau von 5G und künftig 6G verhandeln Netzbetreiber und Towergesellschaften mit Städten und Gemeinden über Standorte, Mastenhöhen und Auflagen. Die rechtliche und politische Komplexität im DACH-Raum erhöht den Wert langfristig gesicherter Standorte - ein Kernelement des Geschäftsmodells von Radius Global.

Handelsrealität für DACH-Anleger

Über gängige Broker in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist RADI heute nicht mehr handelbar. Wer frühzeitig investiert war, wurde im Zuge der Übernahme gegen Cash abgefunden. Für Neueinsteiger gilt: Die Chance, direkt an den künftigen Cashflows von Radius Global zu partizipieren, ist vorbei.

Relevante Alternativen für DACH-Investoren sind daher:

  • Börsennotierte Tower-Gesellschaften wie Cellnex (Spanien, handelbar über Xetra) oder American Tower (USA, handelbar über Tradegate, Xetra-Sekundärhandel).
  • Telekom-Konzerne mit signifikanter Infrastruktur wie Deutsche Telekom, Swisscom, Vodafone Group oder A1 Telekom Austria.
  • Infrastruktur-ETFs, die global in Kommunikationsinfrastruktur, Masten und Glasfasernetze investieren und über deutsche Börsen und Sparpläne zugänglich sind.

Wichtig: Die steuerliche Behandlung von Dividenden und Kursgewinnen folgt im DACH-Raum lokalen Regeln - in Deutschland z.B. der Abgeltungsteuer, in Österreich der Kapitalertragsteuer (KESt), in der Schweiz der Einkommensbesteuerung von Dividenden. Infrastruktur-Investments mit hoher Ausschüttungsquote sollten daher stets unter Netto-Gesichtspunkten betrachtet werden.

Das sagen die Profis (Kursziele)

Da Radius Global Infrastructure nach der Übernahme nicht mehr börsennotiert ist, existieren aktuell keine neuen offiziellen Kursziele großer Investmentbanken wie Goldman Sachs, JP Morgan oder Deutsche Bank. Frühere Analystenempfehlungen hatten das Papier in der Regel im Bereich "Buy" oder "Outperform" eingestuft, weil die Wachstumsstory im Bereich digitaler Infrastruktur und die verlässlichen Cashflows überzeugten.

Im Zuge der Übernahme wurden die Kursziele meist auf das Übernahmeangebot angepasst. Ab dem Zeitpunkt, an dem der Abschluss des Deals als wahrscheinlich und zeitnah galt, verlor eine eigenständige Fundamentalanalyse mit längerfristigem Kursziel für RADI an Relevanz. Stattdessen richtete sich der Blick der Analysten stärker auf die Frage, ob ein konkurrierendes Angebot oder regulatorische Hürden den Dealpreis noch verändern könnten.

Für DACH-Anleger, die die Story heute nachzeichnen, lässt sich ableiten:

  • Rating-Übertrag: Die tendenziell positiven Einschätzungen vieler Analysten zur Asset-Klasse (digitale Infrastruktur, Funktürme, langfristige Pachtverträge) gelten weiterhin für börsennotierte Vergleichswerte wie American Tower oder Cellnex.
  • Risiko-Rendite-Profil: Analysten betonen regelmäßig, dass steigende Zinsen Bewertungsrisiken bergen, während der strukturelle Bedarf an Mobilfunkkapazität und Standortdichte ein langfristiges Wachstumsfundament bleibt.
  • DACH-Fokus: Banken im deutschsprachigen Raum, etwa Deutsche Bank oder die Research-Abteilungen großer Sparkassen- und genossenschaftlicher Verbünde, beleuchten Tower- und Telekom-Titel inzwischen häufig als Baustein defensiver Wachstumsstrategien für Privatkundenportfolios.

Unterm Strich ist Radius Global Infrastructure heute eher ein Benchmark-Fall als ein konkreter Investment-Case. Entscheidend für Ihre Strategie ist, welche Schlüsse Sie aus der Private-Equity-Perspektive ziehen: Wo kaufen Profis stabile Cashflows ein, welche Branchen werden verstärkt von der Börse genommen und welche börsennotierten Titel im DACH-Raum bieten noch vergleichbare Chancen bei akzeptablem Risiko?

Wer im DACH-Raum breit diversifiziert investieren möchte, kann über Infrastruktur-ETFs, sektorale Telekom-ETFs oder gezielte Einzeltitel-Selection versuchen, das Profil von RADI in die eigene Anlagestruktur zu integrieren - jedoch mit dem Bewusstsein, dass Zinsentwicklung, Regulierung und politische Entscheidungen zum Netzausbau in Deutschland, Österreich und der Schweiz maßgebliche Stellschrauben für die kommenden Jahre bleiben.

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