Radikal, Valie

Radikal, laut, unvergesslich: Warum Valie Export jetzt wieder überall auftaucht

02.02.2026 - 00:39:51

Feministische Kunst-Ikone, Tabu-Crasherin, Museums-Liebling: Warum Valie Export gerade für junge Kunstfans und Sammler wieder richtig spannend wird.

Alle reden über Kunst – aber kaum jemand war so radikal wie Valie Export. Nackte Haut im Museum, Zigaretten auf der Hand, der eigene Körper als Kampfzone: Diese Künstlerin hat Dinge gemacht, die heute noch auf TikTok cancelwürdig wären.

Und genau deshalb kommt sie jetzt wieder zurück in den Feed: feministische Performance-Legende, Sammler-Favoritin, Museen-Queen. Wenn du verstehen willst, warum so viele deiner Lieblingskünstlerinnen ihr etwas verdanken – lies weiter.

Das Netz staunt: Valie Export auf TikTok & Co.

Du siehst auf Insta ständig alte Schwarz-Weiß-Fotos von Frauen, die mit Rasierklingen, Zigaretten oder BH-Schnitten spielen? Sehr oft steckt da eine: Valie Export.

Ihr Style: provokant, roh, kompromisslos. Kein Filter, kein Weichzeichner, dafür Blut, Rauch, Körperhaare und jede Menge Wut auf Sexismus. Genau das macht ihre Arbeiten heute wieder extrem shareable – sie fühlen sich an wie ein visuelles "Unfollow Patriarchy".

Sie taucht in Feminismus-Reels auf, in Uni-TikToks, in Edits zu Themen wie "Body Politics" oder "Women in Art". Die Ästhetik ist voll 70s/80s – analoge Fotos, Trash-Video, Korn, Grauschleier – aber inhaltlich: absolut 2026.

Willst du die Kunstwerke in Action sehen? Hier geht's zum Hype:

Meisterwerke & Skandale: Das musst du kennen

Wenn du bei Valie Export mitreden willst, gibt es ein paar Pflichtwerke, die du kennen musst. Hier die Shortlist für dein nächstes Museum-Date oder dein Art-Talk im Feed:

  • "Aktionshose: Genitalpanik"
    Das ikonische Foto, das du sicher schon gesehen hast: Export sitzt mit offener Hose und Maschinenpistole in den Händen, Blick direkt in die Kamera. Dahinter steckt eine Performance im Kino – sie konfrontierte das Publikum mit einer offenen, nicht-sexualisierten Vulva und kehrte damit das männliche "male gaze" brutal um. Heute ist dieses Bild ein feministischer Meme-Klassiker und wird ständig zitiert.
  • "Körperkonfigurationen"
    Fotoserien, in denen sie ihren Körper an die Architektur der Stadt "anpasst" – an Mauern lehnt, sich in Ecken presst, auf Betonflächen verrenkt. Es geht um Macht, Anpassung, Sichtbarkeit. Visuell sind diese Bilder super Instagram-tauglich: starke Kontraste, klare Formen, 70s-Vibe, perfekt für Moodboards und Art-Reels.
  • "Tap and Touch Cinema"
    Export trägt ein tragbares "Kino" vor der Brust – eine Box mit Vorhang. Statt Film gibt es direkten Körperkontakt: Menschen konnten hinein greifen und ihre Brüste berühren. Klingt wie Performance-Tinder aus der Hölle, war aber als radikale Kritik an der Objektivierung weiblicher Körper gedacht. Ein Werk, das bis heute in Dokus, Ausstellungen und Uni-Seminaren gefeiert und diskutiert wird.

Dazu kommen Videoarbeiten, Fotomontagen und Installationen, in denen sie mit Werbung, Religion, Ehe, Mutterschaft und Medienbildern spielt. Kurz: alles, was heute unter Body Politics und Feminismus 3.0 läuft, hat sie schon damals körperlich durchgespielt.

Rekord-Preise: So viel ist die Kunst wert

Spannend für alle, die Kunst auch als Investment sehen: Valie Export ist längst kein Geheimtipp mehr, aber sie ist auch noch nicht im "unbezahlbar"-Olymp wie manche Blue-Chip-Superstars.

In den internationalen Auktionsdaten taucht sie immer wieder auf – besonders mit Foto-Editionen und historisch wichtigen Arbeiten. Laut öffentlichen Auktionsergebnissen (u. a. über Artnet und große Häuser wie Sotheby's/Christie's) liegen ihre bekannten Topzuschläge im hohen fünfstelligen bis niedrigen sechsstelligen Bereich, je nach Werk, Edition und Provenienz.

Vor allem ikonische Motive wie "Aktionshose: Genitalpanik" oder starke Einzelarbeiten aus den "Körperkonfigurationen" erzielen die besten Preise. Das sind die typischen "Museumsbilder", die Sammler lieben – weil sie in jedem Lebenslauf und jeder Ausstellungsliste sofort wiedererkannt werden.

Heißt für dich: Kein "Millionen-Hammer" im Sinne von Basquiat oder Koons, aber eine stabile, international etablierte Position mit klarer Nachfrage von Museen, Kuratoren und gut vernetzten Sammlern. Für viele ist sie ein feministischer Blue Chip: nicht spekulativ, sondern historisch gesetzt.

Ihr Karriereweg spricht eine deutliche Sprache: Export hat früh Performance- und Medienkunst nach vorne gepusht, später große Retrospektiven in wichtigen Häusern bekommen, ist in den Sammlungen großer Museen vertreten und wird ständig in Überblicksausstellungen zur zeitgenössischen Kunst, Feminismus und Mediengeschichte gezeigt.

Live erleben: Hier kannst du die Kunst sehen

Die schlechte Nachricht: Du kannst nicht einfach jeden Tag in irgendein x-beliebiges Museum laufen und eine komplette Export-Schau erwarten. Viele Werke sind in Sammlungen verteilt, werden nur punktuell gezeigt – dafür aber oft im Top-Kontext mit anderen großen Namen.

Die gute Nachricht: Export taucht regelmäßig in Themenausstellungen auf – etwa zu Feminismus, Medienkunst, Performance oder österreichischer Gegenwartskunst. Dazu kommen immer wieder Retrospektiven und Fokus-Shows in Museen und renommierten Galerien.

Für den aktuellen Stand gilt:

  • Aktuelle Museumsausstellungen
    Über die großen Museums- und Ausstellungskalender lassen sich immer wieder neue Präsentationen mit Arbeiten von Valie Export finden – oft als Teil von Gruppenausstellungen. Konkrete laufende oder kommende Einzelausstellungen konnten bei der aktuellen Recherche allerdings nicht eindeutig verifiziert werden. Aktuell keine Ausstellungen bekannt, die offiziell und eindeutig als reine Valie-Export-Einzelschau angekündigt sind.
  • Galerie Thaddaeus Ropac
    Die internationale Galerie vertritt Valie Export und zeigt regelmäßig ihre Arbeiten im Programm, teils in Gruppenshows, teils in eigenen Präsentationen. Für konkrete Shows lohnt sich ein Blick direkt auf die Künstlerseite der Galerie:
    https://ropac.net/artists/42-valie-export
  • Offizielle Infos & Archiv
    Viele Künstlerinnen dieses Rangs haben ein dichtes Netz aus Archiven, Stiftungen und Projekten. Konkrete, tagesaktuelle Hinweise zu kommenden Ausstellungen, Screenings oder Talks findest du am sichersten über die offiziellen Kanäle, Archive und die Galerievertretung. Nutze dafür am besten direkt die Infoseiten der Galerie oder einschlägige Kunstkalender.

Wenn du wirklich auf Nummer sicher gehen willst, ob in deiner Stadt bald eine Arbeit von Export an der Wand hängt, lohnt sich: Museum-Newsletter abonnieren, "Valie Export" in deinen Google Alerts packen – und regelmäßig bei der Galerie reinschauen.

Mehr Infos zu Werken, Ausstellungen und Hintergründen bekommst du direkt über die Galerie-Page:
https://ropac.net/artists/42-valie-export

Fazit: Hype gerechtfertigt?

Wenn du nur bunte Deko fürs Wohnzimmer suchst, wird dich Valie Export wahrscheinlich eher verstören als beruhigen. Ihre Kunst ist kein netter Hintergrund für deinen Zoom-Call – sie ist eine Ansage.

Für alle, die auf politische Kunst, radikale Körperbilder und echte Pionierinnen stehen, ist sie allerdings ein Must-See. Ihre Performances sehen heute so aus, als wären sie extra fürs Zeitalter von Social Media gemacht: kurz, krass, bildstark, sofort diskutierbar.

Sammlerinnen und Sammler schätzen sie, weil sie Kunstgeschichte geschrieben hat: Pionierin der feministischen Performancekunst, wichtige Figur der Medienkunst, tief verankert in internationalen Museen. Ihre Marktpreise sind hoch, aber im Vergleich zu ihrer Bedeutung immer noch so, dass viele sagen: unterbewertet, aber gesetzt.

Unterm Strich: Wenn du verstehen willst, woher so viele aktuelle feministischen Art-Trends kommen – von Blut-Performances bis Body-Positivity-Kunst – kommst du an Valie Export nicht vorbei. Kein gefälliger Kunst-Hype, sondern eine Künstlerin, die immer noch weh tut. Und genau das macht sie so stark.

@ ad-hoc-news.de