Quiet Cracking: Stille Erschöpfung erreicht junge Arbeitnehmer
22.02.2026 - 07:48:12 | boerse-global.deFast ein Drittel der Berufstätigen arbeitet am Rande der Erschöpfung – unbemerkt von Kollegen und Chefs. Das zeigt die aktuelle Studie „Arbeiten 2025“ der Pronova BKK. Besonders alarmierend: Bei den unter 30-Jährigen sind bereits 40 Prozent von diesem „Quiet Cracking“ betroffen.
Eine unsichtbare Epidemie
Die stille Überlastung breitet sich in deutschen Büros aus. Betroffene funktionieren nach außen hin normal, sind innerlich aber längst ausgebrannt. Diese subtile Vorstufe zum Burnout trifft die Generation Z besonders hart.
Warum schweigen so viele? Die Angst, als nicht belastbar zu gelten, hält Arbeitnehmer davon ab, ihre Erschöpfung offenzulegen. Dabei erreichen die Fehltage wegen psychischer Erkrankungen seit Jahren Rekordniveaus. Die KKH verzeichnete seit 2019 einen Anstieg der Burnout-Krankschreibungen um 46 Prozent.
Dauerstress und Entgrenzung als Treiber
Experten sehen die Ursachen in einer toxischen Mischung. Laut der Studie nennen 42 Prozent der Unzufriedenen zu viel Stress als Hauptgrund. Fehlende Wertschätzung (40 Prozent) und ständige Erreichbarkeit (29 Prozent) verschärfen das Problem.
Die Grenzen zwischen Job und Privatleben verschwimmen zunehmend. Die Weltgesundheitsorganisation klassifiziert Burnout als Syndrom aus chronischem, nicht bewältigtem Arbeitsstress. Die Folgen: totale Erschöpfung, innere Distanz zum Job und sinkende Leistungsfähigkeit.
Prävention statt Reparatur
Unternehmen stehen in der Pflicht, eine neue Kultur zu schaffen. Die Sensibilisierung von Führungskräften ist entscheidend, um Warnsignale früh zu erkennen. Initiativen wie die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA) fordern, psychische Belastungen stärker zu bewerten.
Unternehmen müssen Burnout ernst nehmen – ein kostenloses E‑Book zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) bietet eine komplette Anleitung inklusive Gesprächsleitfaden und Muster‑Betriebsvereinbarung, damit betroffene Mitarbeitende fachgerecht begleitet und Arbeitsplätze erhalten werden. Praktische Vorlagen sparen Zeit und helfen, Warnsignale früh zu erkennen. Jetzt kostenlosen BEM‑Leitfaden herunterladen
Viele Firmen setzen auf betriebliche Gesundheitsförderung – von Stressbewältigungskursen bis zu Achtsamkeitstrainings. Doch Experten warnen: Echte Prävention bedeutet mehr als Wellness-Angebote. Sie erfordert eine systematische Verbesserung der Arbeitsorganisation und Führungskultur.
Wohin steuert die Arbeitswelt?
Die Zukunft wird davon abhängen, ob gesundheitsfördernde Umgebungen gelingen. Konzepte wie personalisierte Resilienz-Programme gewinnen an Bedeutung. Politisch wird weiter über eine Anti-Stress-Verordnung diskutiert.
Auch auf EU-Ebene laufen Debatten über Rechtsvorschriften gegen psychosoziale Risiken. Ziel ist der Schutz von über 84 Millionen Menschen in der Union, die von mentalen Problemen betroffen sind. Die Studienergebnisse sind ein klarer Weckruf für ein grundlegendes Umdenken.
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