Quiet, Cracking

Quiet Cracking: Jeder Dritte arbeitet an der Belastungsgrenze

17.02.2026 - 08:31:12 | boerse-global.de

Eine aktuelle Studie zeigt, dass fast 30 Prozent der Beschäftigten unter verdeckter Erschöpfung leiden. Besonders junge Arbeitnehmer sind betroffen, während Unternehmen oft zu spät reagieren.

Fast jeder dritte Beschäftigte in Deutschland leidet unter stiller Überlastung. Das zeigt eine aktuelle Studie der Pronova BKK. Beim Phänomen „Quiet Cracking“ arbeiten Menschen an ihrem Limit, ohne dass Kollegen oder Chefs es bemerken. Besonders betroffen sind junge Arbeitnehmer unter 30 Jahren – hier berichten 40 Prozent von Erfahrungen mit der stillen Krise.

Die unsichtbare Überlastung

Im Gegensatz zum bekannteren „Quiet Quitting“, der inneren Kündigung, bleibt die massive Erschöpfung beim „Quiet Cracking“ verborgen. Betroffene funktionieren nach außen weiter, leiden aber im Stillen. „Die Überlastung bleibt für Führungskräfte lange unerkannt“, warnt Wirtschaftspsychologin Patrizia Thamm von der Pronova BKK. Das führe dazu, dass Hilfen oft zu spät kämen.

Die Hauptgründe für die Unzufriedenheit sind laut der repräsentativen Befragung von über 1.200 Berufstätigen:
* Zu viel Stress (42 %)
* Mangelnde Wertschätzung (40 %)
* Ständige Erreichbarkeit und Überstunden (29 %)

Stress ist die neue Normalität

Die Ergebnisse passen in ein alarmierendes Gesamtbild. Ein aktueller Stressreport der Techniker Krankenkasse belegt: Einem Drittel der Beschäftigten gelingt es nicht mehr, nach der Arbeit abzuschalten. 42 Prozent fühlen sich oft ausgelaugt.

Die Folgen für die Volkswirtschaft sind enorm. Psychische Probleme verursachten im Jahr 2024 bereits 147,3 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage. Sie sind zudem für 42 Prozent aller vorzeitigen Renteneintritte verantwortlich.

Unternehmen in der Pflicht

Die Mitarbeiter erwarten jetzt mehr Engagement von ihren Arbeitgebern. Eine Studie von Union Investment zeigt eine klare Lücke: Zwar halten 90 Prozent der Beschäftigten das Thema mentale Gesundheit für wichtig. Doch nur 44 Prozent haben den Eindruck, dass ihr Unternehmen es ernst nimmt.

Ein zentrales Präventionsinstrument wird oft vernachlässigt: die gesetzlich vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung. Laut DEKRA-Arbeitssicherheitsreport kommt sie nur bei 28 Prozent der Beschäftigten zum Einsatz – vor allem in kleineren Betrieben fehlt sie.

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Investition in die Zukunftsfähigkeit

Experten sehen in der psychischen Belastung eine stille Pandemie mit wirtschaftlichen Folgen. Die Kosten durch Produktivitätsverluste und Ausfälle übersteigen die Investitionen in Prävention bei Weitem. Unternehmen, die die mentale Gesundheit ihrer Mitarbeiter strategisch fördern, investieren damit direkt in ihre eigene Zukunft. Der Druck auf Betriebe, ihre Fürsorgepflicht wahrzunehmen, wird weiter wachsen.

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