Quiet, Ambition

Quiet Ambition: Warum immer weniger Deutsche Chef werden wollen

10.02.2026 - 11:39:11

Nur vier Prozent der Fachkräfte streben in die Chefetage. Stattdessen setzen sie auf psychische Gesundheit und Fachlaufbahnen, was Unternehmen vor neue Herausforderungen stellt.

Die Karriereleiter hat ausgedient. Immer weniger Fachkräfte in Deutschland streben eine Führungsposition an. Stattdessen setzen sie auf „Quiet Ambition“ – eine stille Ambition, die psychische Gesundheit über Status stellt.

Nur vier Prozent wollen in die Chefetage

Die Zahlen sind eindeutig: Eine aktuelle Analyse der Plattform Visier zeigt, dass lediglich vier Prozent der befragten Fachkräfte einen Platz in der Geschäftsführung anstreben. Auch für mittlere Führungspositionen mit Personalverantwortung zeigt nur rund ein Drittel Interesse.

Experten sehen darin keine Faulheit, sondern eine rationale Abwägung. Der Tauschhandel „mehr Geld gegen mehr Stress und weniger Freizeit“ geht für viele nicht mehr auf. Die Folge: Sie fokussieren sich lieber auf ihre fachliche Expertise und private Erfüllung.

Anzeige

Passend zum Thema psychische Gesundheit am Arbeitsplatz: Das kostenlose E‑Book „Stressfrei produktiv“ zeigt konkrete Schritte, wie Sie Beruf und Leben in Einklang bringen. Mit 2 Achtsamkeitsübungen, 6 Lösungen gegen Zeitdiebe und 5 sofort umsetzbaren Maßnahmen hilft der Praxisguide, Burnout-Risiken zu reduzieren und mehr Fokus für Ihre Kernarbeit zu gewinnen. Der Download ist gratis und kommt direkt per E‑Mail. Kostenloses E‑Book ‚Stressfrei produktiv‘ anfordern

Der Chefsessel macht krank

Hinter dem Trend steckt der Wunsch nach psychischer Stabilität. Die Generationen Z und Millennials haben die Burnout-Wellen ihrer Vorgänger beobachtet. Laut dem Deloitte Gen Z & Millennial Survey von 2025 nannten nur sechs Prozent der jungen Arbeitnehmer einen Führungstitel als primäres Karriereziel.

Die verhärteten Fronten beim Thema Büropräsenz verstärken diesen Rückzug. Während große Konzerne strenge Rückkehr-Anordnungen durchsetzen, sinkt die Bereitschaft, zusätzlich zur Präsenzpflicht auch noch die unbegrenzte Verfügbarkeit einer Führungskraft zu leisten. „Quiet Ambition“ wird so zum Schutzmechanismus für die eigene Psyche.

Unternehmen reagieren mit der Expertenlaufbahn

Für Firmen wird der Trend zum Problem: Der Fachkräftemangel weitet sich zum Führungskräftemangel aus. Fast die Hälfte der Unternehmen hat bereits Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen.

Die Antwort progressiver Unternehmen heißt Fachlaufbahn (Expert Track). Hier können Spezialisten Gehaltssprünge und Anerkennung erreichen, die früher nur Führungskräften vorbehalten waren – ganz ohne Personalverantwortung. Das Ziel: Den „Individual Contributor“, der durch eigene Leistung glänzt, ebenso wertzuschätzen wie den Manager.

Erfolg wird neu definiert

„Quiet Ambition“ ist mehr als ein HR-Trend. Es ist eine kulturelle Neudefinition von Erfolg. Daten aus dem „Gen Z Career Growth“-Report von 2025 unterstreichen das: Für 86 Prozent der Befragten stehen Mentoring und neue Fähigkeiten im Vordergrund, nicht der Titel auf der Visitenkarte.

Erfolg wird zunehmend ganzheitlich definiert – als Balance zwischen anspruchsvoller Arbeit und mentaler Unversehrtheit. Die stille Revolution der Werte ist in vollem Gange.

Anzeige

PS: Tausende Berufstätige nutzen bereits einfache Praktiken für mehr Ausgeglichenheit. Dieses Gratis-E‑Book liefert praxisnahe Übungen und Sofortmaßnahmen, mit denen Sie Arbeitsstress verringern und mehr Zeit für Familie und Hobbys gewinnen – ganz ohne Karriereverzicht. Besonders geeignet für Fachkräfte, die statt Chefetage auf Lebensqualität setzen. Sofort umsetzbare Tipps, die auch in vollen Wochen funktionieren. Jetzt Work-Life-Balance-Guide gratis sichern

@ boerse-global.de