Punkt, MC03

Punkt. MC03: Neuer Schweizer Datenschutz-Smartphone startet mit deutschem Gehäuse

03.01.2026 - 21:53:12

Das Schweizer Unternehmen Punkt. bringt ein Smartphone mit dualem Betriebssystem auf den Markt, das Datensouveränität durch ein Abonnement und eine Produktion in Deutschland sicherstellen soll.

Das Schweizer Unternehmen Punkt. bringt mit dem MC03 ein Smartphone auf den Markt, das absolute Datensouveränität verspricht. Kern des Geräts ist ein einzigartiges Betriebssystem, das Nutzer vor Datenklau schützen soll – montiert wird es in Deutschland.

Hintergrund ist der weltweit wachsende Widerstand gegen die Geschäftsmodelle großer Tech-Konzerne, die Nutzerverhalten vermarkten. Punkt. setzt auf das abonnementbasierte AphyOS und hochwertige Hardware „Made in Germany“. Das Ziel: eine echte Alternative für alle, die ihr Mobilgerät „de-googlen“ wollen, ohne auf moderne Apps verzichten zu müssen.

Zwei Welten: Das sichere „Tresor“- und das offene „Wild Web“-System

Die größte Neuerung des MC03 ist seine Software-Architektur. Sie teilt die Nutzererfahrung in zwei strikt getrennte Bereiche: den „Tresor“ und das „Wilde Web“. Diese Dual-Boot-Lösung soll den klassischen Nachteil von Datenschutz-Handys beheben – die mangelnde Kompatibilität mit unverzichtbaren Alltags-Apps.

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Passend zum Thema digitale Souveränität – wer sein Smartphone von Google-Diensten befreien oder ein AOSP-basiertes System sicher nutzen will, steht oft vor technischen Hürden. Das kostenlose Android-Startpaket liefert einen klaren PDF-Leitfaden plus einen 5-teiligen E‑Mail-Grundkurs: Schritt-für-Schritt-Einrichtung, App-Management, Backup und Datenschutz‑Einstellungen (Tracker & Berechtigungen). Ideal für alle, die AphyOS & Co. zuverlässig einrichten und sicher nutzen möchten. Kostenloses Android-Startpaket anfordern

Im „Tresor“ laufen nur geprüfte, datenschutzsichere Anwendungen. Punkt. hat hierfür eine strategische Partnerschaft mit dem Schweizer Verschlüsselungs-Dienstleister Proton geschlossen. Dessen Dienste wie Proton Mail, Calendar, Drive, VPN und Pass sind vorinstalliert und standardmäßig Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Die Kooperation stärkt die europäische Front gegen datensammelnde Geschäftsmodelle.

Das „Wilde Web“ hingegen erlaubt die Installation normaler Android-Apps. So bleiben Banking-, Reise- oder Social-Media-Tools nutzbar. Dieser Modus steht jedoch unter der strengen Aufsicht von „Ledger“, einem System-Monitoring-Tool. Es gewährt Nutzern detaillierte Einblicke in Datenströme und erlaubt es, Tracker zu blockieren und App-Berechtigungen individuell einzuschränken.

AphyOS basiert auf dem Android Open Source Project, entfernt aber alle Google-Dienste und Tracking-Codes. Finanziert wird dieses Modell durch ein Abonnement. Das Gerät kostet 699 Euro und beinhaltet ein Jahr AphyOS-Service. Danach fallen etwa 9,99 Euro monatlich an. Das Unternehmen argumentiert: „Sie zahlen, um Ihre Daten zu behalten, anstatt mit ihnen zu bezahlen.“

Deutsche Wertarbeit und nachhaltiges Design

Während die Software auf digitale Souveränität setzt, steht die Hardware für europäische Wertarbeit. Punkt. hat die Produktion von typischen asiatischen Fertigungsstraßen nach Deutschland verlagert. Dies unterstreicht den Anspruch an Transparenz in der Lieferkette und hohe Bauqualität.

Das MC03 behebt Hardware-Schwächen seines Vorgängers MC02. Es verfügt über ein 6,67-Zoll-OLED-Display mit 120 Hz, das deutlich heller und flüssiger ist. Als Antrieb sorgt ein MediaTek Dimensity 7300-Chip mit 8 GB RAM für ausreichend Leistung im Alltag.

Nachhaltigkeit ist ein weiteres Kernversprechen. Der herausnehmbare 5.200-mAh-Akku ist eine Rarität bei modernen Smartphones und kann die Lebensdauer des Geräts deutlich verlängern. Mit der Schutzklasse IP68 ist es zudem staub- und wasserfest. Das Kamera-System wurde auf einen 64-Megapixel-Hauptsensor und ein 8-Megapixel-Ultraweitwinkelobjektiv aufgerüstet – ganz ohne die KI-gestützte Bildbearbeitung typischer Flagship-Modelle.

Die Zukunft: Wird das Abo-Modell zum Erfolg?

Das MC03 betritt einen Nischenmarkt, der durch „Digitalen Minimalismus“ und Datenschutz-Aktivismus wächst. Mit seinem Preis und dem Abonnement positioniert sich Punkt. klar als Premium-Anbieter für Professionals und Privatsphäre-Bewusste – nicht als Massenkonkurrent zu iPhone oder Samsung.

Die größte Hürde für eine breite Akzeptanz bleibt das Abonnement-Modell. Nutzer sind gewohnt, für Hardware zu zahlen, nicht für ein Betriebssystem. Punkt.-CEO Petter Neby kontert: Das „kostenlose“ Modell heutiger Smartphones sei eine Illusion, die mit persönlichen Daten bezahlt werde. Das Unternehmen wettet darauf, dass immer mehr Menschen bereit sind, für einen Ausstieg aus der Überwachungsökonomie zu zahlen.

Ein besonderes Feature ist der „Carbon Ledger“. Er protokolliert den Energieverbrauch und den CO₂-Fußabdruck einzelner Apps. Das gibt Nutzern die Kontrolle über die Umweltauswirkungen ihrer digitalen Gewohnheiten – und passt zur deutschen Fertigung mit ihren strengeren Umwelt- und Arbeitsstandards.

Analyse: Ein ausgewogener Ansatz in einer polarisierten Landschaft

Die Markteinführung des MC03 spiegelt einen Trend wider: Hardware wird zunehmend als erste Verteidigungslinie gegen Datenmissbrauch gesehen. Angesichts KI-gestützter Datenverarbeitung formiert sich eine Gegenbewegung der „Sovereign Tech“.

Im Vergleich zu Konkurrenzprodukten wie dem Light Phone, der Nutzung durch stark eingeschränkte Funktionen entmutigt, bietet das MC03 einen ausgewogeneren Ansatz. Es erlaubt vollen App-Zugang im „Wilden Web“, während Kernkommunikation im „Tresor“ sicher bleibt. So will Punkt. das „Bequemlichkeits-gegen-Datenschutz“-Paradoxon lösen.

Die Partnerschaft mit Proton ist ein starkes Signal für die Konsolidierung im Datenschutzmarkt. Die Verlagerung der Produktion nach Deutschland dient zudem als strategisches Differenzierungsmerkmal zum Vertrauensaufbau. In Zeiten, in denen Lieferketten-Sicherheit eine nationale Frage ist, könnte ein in Europa gefertigtes Gerät auch für Unternehmen und Behörden interessant sein.

Ausblick und Verfügbarkeit

Das Punkt. MC03 kann ab sofort vorbestellt werden. Die Auslieferung in Europa soll Ende Januar 2026 beginnen. Die Markteinführung in Nordamerika ist für das Frühjahr 2026 nach der Präsentation auf der CES in Las Vegas geplant.

Der Erfolg wird maßgeblich von der Nutzererfahrung mit AphyOS abhängen. Funktionieren die Abschottungs-Features des „Wilden Web“ so reibungslos wie versprochen? Kann Punkt. beweisen, dass robuste Sicherheit ohne Einbußen bei essenziellen Apps möglich ist? Gelingt dies, könnte das Unternehmen eine stabile Nische besetzen.

Die Branche wird zudem genau beobachten, ob sich das abonnementbasierte OS-Modell durchsetzt. Ein Erfolg könnte andere Hersteller ermutigen, ähnliche „Bezahl-für-Privatheit“-Modelle zu erforschen – und so die Ökonomie der Mobilfunkbranche in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts neu zu prägen.

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