Psychotherapeuten-Kürzung, Versorgungskrise

Psychotherapeuten-Kürzung löst Versorgungskrise aus

19.03.2026 - 00:00:21 | boerse-global.de

Der Bewertungsausschuss beschließt eine umstrittene Honorarkürzung für Psychotherapeuten. Berufsverbände kritisieren die Berechnung und warnen vor dramatischen Folgen für die Versorgung.

Psychotherapeuten-Kürzung löst Versorgungskrise aus - Foto: über boerse-global.de
Psychotherapeuten-Kürzung löst Versorgungskrise aus - Foto: über boerse-global.de

Ab April müssen Psychotherapeuten Honorarkürzungen von 4,5 Prozent hinnehmen. Die umstrittene Entscheidung des Bewertungsausschusses gefährdet die Versorgung von Millionen Patienten.

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Finanzielle Schieflage trotz Teilanpassung

Der Einheitliche Bewertungsmaßstab regelt die Vergütung aller Kassenleistungen. Am 11. März beschloss das erweiterte Gremium die Kürzung der psychotherapeutischen Grundhonorare. Die gesetzlichen Krankenkassen hatten ursprünglich sogar zehn Prozent gefordert.

Als Teilerleichterung wurden strukturelle Zuschläge rückwirkend zum Jahresbeginn um 14,25 Prozent erhöht. Doch die Rechnung geht für die Praxen nicht auf. Während die Kassen von einem Minus von 2,3 Prozent ausgehen, rechnet die Bundespsychotherapeutenkammer mit realen Einkommensverlusten von 2,8 bis 3,5 Prozent. Viele Therapeuten erhalten die Zuschläge nämlich nicht vollständig.

Unrealistische Annahmen und massive Kritik

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung stimmte geschlossen gegen die Kürzung. Berufsverbände wie das Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk kritisieren die Berechnungsgrundlage als "realitätsfremd".

Das Problem: Das Modell unterstellt 36 Therapiestunden pro Woche. Tatsächlich sind es laut aktuellen Praxisdaten nur etwa 23 Stunden. Die restliche Zeit verschlingt Bürokratie – von Dokumentation über Antragsverfahren bis zur Telematik-Infrastruktur.

"Diese Kürzung trifft die ohnehin am schlechtesten vergütete Arztgruppe", erklärt die Kammer. Bei steigenden Praxiskosten und Inflation wirke sie wie eine Gehaltskürzung.

Patienten warten monatelang auf Therapieplätze

Die Folgen für die Versorgung sind dramatisch. Wartezeiten von mehreren Monaten sind bereits heute Standard. Besonders kritisch ist die Lage bei Kindern und Jugendlichen, wo psychische Erkrankungen stark zugenommen haben.

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"Sozialverbände warnen vor einer Zwei-Klassen-Medizin", sagt ein Gesundheitsexperte. Der Sozialverband Deutschland bezeichnet die Kürzung als "unverantwortlich". Die finanzielle Schieflage könnte junge Therapeuten davon abhalten, Kassensitze zu übernehmen.

Gesundheitspolitiker der Grünen zeigen sich perplex: "Ausgerechnet im hoch effizienten und kostengünstigen Bereich der Psychotherapie zu kürzen, ist kontraproduktiv." Langfristig steigen dadurch die Kosten in teureren Bereichen wie stationärer Psychiatrie.

Rechtsstreit und Überprüfung angekündigt

Die Bundespsychotherapeutenkammer kündigte Klagen gegen die Kürzungen an. Parallel planen Therapeuten bundesweite Proteste und Petitionen.

Der Bewertungsausschuss reagierte auf die Kritik: Bis Ende September 2026 sollen die Berechnungsgrundlagen überprüft und modernisiert werden. Bis dahin bleibt die psychotherapeutische Versorgung in Deutschland im Ausnahmezustand.

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