Psychische Erkrankungen treiben Krankenstand auf Rekordhoch
10.03.2026 - 00:00:24 | boerse-global.deDie psychische Gesundheit wird zur größten Belastung für das deutsche Gesundheitssystem. Aktuelle Daten der Krankenkassen zeigen: Der Krankenstand verharrt auf Rekordniveau, angetrieben von einem rasanten Anstieg psychischer Erkrankungen. Als Reaktion starten neue Forschungs- und Aufklärungsinitiativen.
DAK-Report: Jeder zwanzigste Arbeitnehmer fehlt
Die Zahlen des aktuellen DAK-Gesundheitsreports sind alarmierend. Im Jahr 2025 lag der durchschnittliche Krankenstand bei 5,7 Prozent – das entspricht etwa 19,5 Fehltagen pro Arbeitnehmer. Den stärksten Zuwachs verzeichneten psychische Erkrankungen mit einem Plus von 6,9 Prozent.
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In einigen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen sind psychische Diagnosen mittlerweile die häufigste Ursache für Krankschreibungen. Die durchschnittliche Dauer einer solchen Krankschreibung liegt bei knapp zehn Tagen. Besonders betroffen ist das Gesundheitswesen mit einem Krankenstand von 6,2 Prozent.
DAK-Vorstandschef Andreas Storm warnt vor den langfristigen Folgen und fordert einen branchenübergreifenden Krankenstands-Gipfel. Auch die Techniker Krankenkasse bestätigt: Langfristige psychische Erkrankungen fallen durch ihre lange Ausfalldauer besonders ins Gewicht.
Junge Erwachsene: Große Lücke zwischen Bedarf und Hilfe
Eine gravierende Versorgungslücke offenbart die aktuelle JEPSY-Studie. Über 40 Prozent der jungen Erwachsenen in Deutschland nehmen keine professionelle Hilfe in Anspruch, obwohl sie einen Bedarf wahrnehmen. Gründe sind Scham, der Glaube an die Selbstbewältigung und Zweifel an der Schwere der eigenen Beschwerden.
Überraschend: Die regionale Dichte an Psychotherapeuten spielt nur eine untergeordnete Rolle. Experten folgern daraus, dass ein reiner Ausbau von Therapieplätzen nicht ausreicht. Stattdessen müssen Barrieren in der Gesundheitskompetenz und gesellschaftliche Stigmatisierung abgebaut werden.
Als Reaktion startete das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) einen neuen Forschungsverbund. Das Projekt untersucht bundesweit die psychische Gesundheit von Studierenden, um frühe Warnzeichen zu identifizieren und Präventionsprogramme anzupassen.
Unternehmen und Gesellschaft in der Pflicht
Angesichts der steigenden Zahlen rückt das Betriebliche Gesundheitsmanagement in den Fokus. TK-Chef Jens Baas betont: Eine wertschätzende Unternehmenskultur zahlt nachhaltig auf das Wohlbefinden der Mitarbeitenden ein. Ergonomische Maßnahmen allein reichen nicht aus.
Wenn Mitarbeiter nach einer psychischen Erkrankung zurückkehren, stehen Betriebsräte vor der Herausforderung, den Arbeitsplatz nachhaltig zu sichern. Dieser bewährte Gesprächsleitfaden zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement hilft Ihnen dabei, den BEM-Prozess strukturiert und erfolgreich vorzubereiten. BEM-Leitfaden mit fertigen Vorlagen jetzt kostenlos sichern
Unterstützung bieten spezialisierte Schulungen, wie die des Caritasverbands Regensburg zum Betrieblichen Berater für Sucht und psychische Gesundheit. Solche Initiativen sollen Mitarbeiter befähigen, frühzeitig Präventionsarbeit zu leisten und Warnsignale zu erkennen.
Parallel wird die gesellschaftliche Aufklärung vorangetrieben. Seit Anfang März läuft im Deutschen Hygiene-Museum Dresden die Sonderausstellung „Wie geht's?“. Sie soll mentale Krisen greifbar machen und die fließenden Grenzen zwischen gesund und krank aufzeigen.
Milliarden-Schaden für die Wirtschaft
Die Zunahme psychischer Erkrankungen hat massive ökonomische Konsequenzen. Allein der betriebswirtschaftliche Schaden durch Suchtprobleme und psychische Belastungen wird auf über 30 Milliarden Euro geschätzt.
Ein Teufelskreis entsteht: In Bereichen mit Fachkräftemangel werden verbliebene Mitarbeiter durch erhöhten Stress häufiger krank, was die Personalsituation weiter verschärft. Dies ist besonders im Gesundheits- und Pflegesektor zu beobachten.
Der Druck auf die Politik wächst, structuralle Reformen in der psychischen Gesundheitsversorgung auf den Weg zu bringen. Die geforderten Gipfeltreffen könnten den Auftakt für eine neue nationale Strategie bilden. Psychische Gesundheit wird zunehmend als gesamtgesellschaftliche Querschnittsaufgabe begriffen.
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