Psychische Belastung erreicht in deutschen Büros Rekordhoch
09.02.2026 - 15:54:12Psychische Erkrankungen sind in Deutschland zur dritthäufigsten Ursache für Arbeitsausfälle geworden. Aktuelle Reports von Krankenkassen zeigen eine toxische Mischung aus digitalem Dauerstress und fehlender Wertschätzung als Haupttreiber.
Laut dem TK-Stressreport 2025 fühlen sich zwei Drittel der Menschen in Deutschland gestresst – ein Wert, der seit Jahren steigt. Der DAK-Psychreport bestätigt: Depressionen verursachten 2024 erneut die meisten Fehltage. Experten sehen die Gründe in einer entgrenzten Arbeitswelt und einem Mangel an Anerkennung.
Ständig online, ständig gestresst
Die Digitalisierung verwischt die Grenzen zwischen Job und Privatleben. Eine Studie des Fraunhofer-Instituts FIT ergab: Mehr als jeder achte Beschäftigte fühlt sich durch digitale Arbeit stark belastet.
Die größten Stressfaktoren sind:
* Die Furcht vor digitaler Leistungsüberwachung
* Das Gefühl, sofort auf Nachrichten reagieren zu müssen
* Die ständige Verletzung der Privatsphäre
Diese Dauerverfügbarkeit führt zu höherer Erschöpfung, Gereiztheit und einem schlechteren Gesundheitszustand.
Der stille Krankmacher: Kein Dank, kein Sinn
Fehlende Anerkennung erweist sich als ebenso schwerwiegender Risikofaktor. Wenn Lob, Gehalt oder Aufstiegschancen nicht zum Aufwand passen, steigt die Gefahr für Burnout und Depressionen.
Der Fehlzeiten-Report 2024 der AOK belegt: Eine starke emotionale Bindung an den Arbeitgeber korreliert mit selteneren Krankschreibungen. Ein wertschätzendes Umfeld wirkt also wie ein Schutzschild für die Psyche.
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Die alarmierenden Folgen: 20,5 Milliarden Euro Verlust
Die Konsequenzen schlagen sich in den Statistiken nieder. Die Zahl der Fehltage durch psychische Erkrankungen stieg in zehn Jahren um 52 Prozent. Besonders betroffen sind jüngere Arbeitnehmer.
Die wirtschaftlichen Kosten sind immens: Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz (BAuA) schätzte die Produktionsausfallkosten für 2023 auf 20,5 Milliarden Euro.
Woran liegt’s? Struktur versagt
Experten sehen die Ursachen nicht im Einzelnen, sondern im System. Die Arbeitswelt hat sich strukturell verändert:
* Arbeit verdichtet sich, der Termindruck wächst
* Die Digitalisierung fördert eine Kultur der ständigen Verfügbarkeit
* Viele Führungskulturen hinken den neuen Herausforderungen hinterher
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Burnout mittlerweile offiziell als Syndrom aus chronischem Arbeitsstress anerkannt. Das unterstreicht die Dringlichkeit zum Handeln.
Was jetzt getan werden muss
Angesichts der Rekordzahlen fordern Experten eine neue Arbeitskultur. Der Fokus muss auf Prävention und gesündere Rahmenbedingungen liegen.
Konkret heißt das:
* Die gesetzlich vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung endlich ernst nehmen und umsetzen
* Klare Regeln für die digitale Erreichbarkeit nach Feierabend und am Wochenende
* Eine Kultur der Wertschätzung aktiv von der Führungsebene vorleben und fördern
Initiativen wie die „Offensive Psychische Gesundheit“ des Arbeitsministeriums versuchen, das Thema zu entstigmatisieren. Der langfristige Erfolg hängt jedoch davon ab, ob der Mensch wieder in den Mittelpunkt der Arbeitsorganisation rückt.


