Prysmian, IT0004176001

Prysmian FlexTube: Glasfaser-Bündelkabel für hohe Packdichte im FTTH-Ausbau

12.06.2026 - 21:44:48 | ad-hoc-news.de

Mit der FlexTube-Technologie adressiert Prysmian den wachsenden Glasfaserbedarf im FTTH- und 5G-Ausbau. Das kompakte Kabeldesign ermöglicht hohe Faserkapazitäten auf engem Raum und soll Netzbetreibern helfen, bestehende Rohrinfrastruktur besser auszunutzen.

Helles Schlagzeug mit Becken im Vordergrund, Musiker mit Saxofon im Hintergrund
Prysmian - Zusammenspiel im Ensemble: Das helle Drumset rückt in den Fokus, während dahinter ein Saxofonist seinen Einsatz vorbereitet. 12.06.2026 - Bild: THN

Verantwortlich: ad hoc news Fachredaktion Lifestyle & Consumer. Vor der Veroeffentlichung am 12.06.2026, 21:43:42 Uhr geprueft. Details im Impressum.

Prysmian rückt mit seinem Glasfaser-Bündelkabel FlexTube ein Produkt in den Fokus, das den massiven Ausbau von FTTH- und 5G-Netzen technisch absichern soll. Die FlexTube-Technologie setzt auf sehr kompakte Mini-Bündel mit bis zu 432 Fasern in einem Kabel und zielt damit auf Netzbetreiber, Stadtwerke und Infrastrukturanbieter, die vorhandene Rohrkapazitäten optimal ausnutzen wollen. Laut Hersteller bietet das Design einen deutlich kleineren Außendurchmesser und geringeres Gewicht im Vergleich zu klassischen Loose-Tube-Konstruktionen, was die Verlegung insbesondere in überfüllten Rohrsystemen erleichtert. Für den deutschen Markt positioniert sich Prysmian mit FlexTube vor allem im Kontext kommunaler Glasfaserprojekte und Open-Access-Netze, bei denen hohe Faserzahlen pro Trasse gefragt sind.

Was hinter der FlexTube-Architektur steckt

Technisch basiert FlexTube auf eng gepackten Faserbündeln, die mit einem weichen, flexiblen Polymer ummantelt sind und in einem kompakten Kabelaufbau zusammengeführt werden. Im Unterschied zu klassischen Loose-Tube-Kabeln, bei denen die Fasern lose in gelgefüllten Röhrchen liegen, setzt Prysmian hier auf eine nahezu gel-freie Konstruktion mit trockenen Wasserblockelementen, um das Kabelgewicht zu senken und die Handhabung zu vereinfachen. Für Installateure bedeutet das: weniger Reinigungsaufwand bei Spleißarbeiten und ein sauberer Arbeitsplatz, was auf Baustellen mit engen Zeitfenstern ein praktischer Vorteil sein kann. Die Bündelstruktur soll zudem ein gezieltes Handling einzelner Fasergruppen ermöglichen, etwa für verschiedene Dienste, Kundencluster oder Betreiber in einem gemeinsamen Netzinfrastrukturprojekt.

Laut Prysmian stehen FlexTube-Kabel in verschiedenen Ausführungen zur Verfügung, unter anderem als Mikrokabel für die Einblasinstallation in Mikroröhrchen sowie als Außenerdkabel mit robusterem Mantel für direkte Erdverlegung. Die Mikrokabel-Varianten sind typischerweise für Einblasinstallationen mit Druckluft in vorhandene Mikrorohrsysteme ausgelegt, wie sie im kommunalen FTTH-Ausbau in Deutschland weit verbreitet sind. Hier zählt neben dem Außendurchmesser insbesondere der Reibungskoeffizient, damit die Kabel auch über mehrere hundert Meter mit akzeptablem Luftdruck eingeblasen werden können. Prysmian betont, dass das FlexTube-Design für lange Einblasdistanzen optimiert wurde, was gerade bei verästelten Glasfasertrassen mit wenigen Zugzugängen ein entscheidender Kostenfaktor ist.

Bei den Faserklassen setzt Prysmian, je nach Produktvariante, auf Singlemode-Fasern nach ITU-T G.652.D sowie auf Low-Loss- und Bend-Insensitive-Fasern (z.B. ITU-T G.657.A1/A2), die für enge Biegeradien in Gebäuden und Verteilerkästen ausgelegt sind. Diese Biegeunempfindlichkeit ist im FTTH-Umfeld wichtig, weil Fasern häufig in kleinen Hausverteilern, Wohnungsanschlüssen und engen Kabelwegen geführt werden müssen, ohne dass die Dämpfung zu stark ansteigt. Für Netzbetreiber bedeutet dies tendenziell mehr Flexibilität bei der Gebäudeverkabelung und geringere Ausfallrisiken durch unsaubere Faserführung. Das Kabeldesign ist darüber hinaus für gängige Temperaturbereiche in Außennetzen spezifiziert, typischerweise von -20 bis +60 Grad Celsius oder darüber, wobei der konkrete Bereich je nach Ausführung variiert und den technischen Datenblättern zu entnehmen ist.

Auch mechanisch muss ein solches Bündelkabel einiges aushalten, etwa beim Einblasen, beim Ziehen im Rohr oder beim Verlegen im Graben. Prysmian gibt je nach Kabeltyp spezifische Zuglast- und Crush-Werte an, also die maximal zulässige Zugkraft und die Widerstandsfähigkeit gegen punktuelle Quetschbelastungen. Diese Werte sind für Planer relevant, um Installationsmethoden, Einblasparameter und den Einsatz von Schutzrohren korrekt auszulegen. Im Vergleich zu herkömmlichen Loose-Tube-Kabeln verspricht der Hersteller, dass FlexTube bei gleicher Faserzahl einen kleineren Außendurchmesser und eine geringere Flächenlast aufweist, was nicht nur die Installation, sondern auch die Lagerlogistik und den Transport erleichtern kann. In Projekten mit vielen parallelen Rohrbelegungen kann diese höhere Packdichte entscheidend sein, um zusätzliche Faserreserven in bestehender Infrastruktur unterzubringen und spätere Netzerweiterungen ohne neue Tiefbauarbeiten zu ermöglichen.

Einsatzszenarien von FTTH bis 5G-Backhaul

Im praktischen Einsatz zielt FlexTube vor allem auf FTTH-Netze (Fiber to the Home), in denen Netzbetreiber jeden Haushalt mit einer Glasfaseranbindung ausstatten. Typische Anwendungen reichen von zentralen Aggregationspunkten über Hauptverteiler bis hin zu Straßenzugpunkten, an denen einzelne Bündel oder Fasern für lokale Verteilnetze abgegriffen werden. Gerade bei großen Neubaugebieten, in denen hunderte oder tausende Anschlüsse über eine Haupttrasse versorgt werden, zählt die Faserzahl pro Kabel, um ausreichend Kapazität für aktuelle und zukünftige Bandbreitenanforderungen zu haben. FlexTube-Kabel mit hoher Faserdichte können hier helfen, die Anzahl der parallel verlegten Kabel zu reduzieren und die Rohrbelegung schlank zu halten.

Ein weiteres Einsatzfeld sind Mobilfunknetze der neuesten Generation, insbesondere 5G- und künftige 6G-Vorbereitungen, die dichte Antennenstandorte und hohe Datenraten erfordern. Der Glasfaser-Backhaul zwischen Funkstandorten und Kernnetz muss dabei häufig über bestehende Rohrnetze geführt werden, die bereits mit anderen Kabeln belegt sind. Kompakte Bündelkabel wie FlexTube erlauben es, zusätzliche Fasern für Mobilfunkstandorte unterzubringen, ohne den Tiefbau vollständig neu aufzurollen. Damit wird das Produkt auch für Mobilfunknetzbetreiber und Tower Companies interessant, die Glasfaser- und Mobilfunkinfrastruktur aus einer Hand planen oder eng miteinander koordinieren. In Deutschland passt dies zur Strategie vieler Betreiber, Glasfaser- und Mobilfunkprojekte enger zu verzahnen, um Synergien bei Planung und Tiefbau zu nutzen.

Jenseits von FTTH und Mobilfunk kommt FlexTube auch in Campusnetzen, Rechenzentrumsumgebungen und Industriearealen zum Einsatz, in denen hohe Faserzahlen zwischen Gebäuden oder einzelnen Produktionsbereichen benötigt werden. In solchen Anwendungen spielen neben der Faserzahl auch Redundanz- und Segmentierungsaspekte eine Rolle: verschiedene Bündel können unterschiedlichen Netzsegmenten, Mandanten oder Sicherheitszonen zugeordnet werden. Gerade in Industrie 4.0- und OT-Umgebungen, in denen Produktionsanlagen, Sensorik und IT-Systeme eng miteinander vernetzt sind, ist eine physische Trennung von Netzbereichen oft vorgeschrieben oder zumindest empfohlen. FlexTube bietet durch seine Bündelstruktur eine Grundlage, solche Segmentierungen auf Faser- oder Bündelebene sauber abzubilden, ohne für jede logische Trennung ein komplett eigenes Kabel verlegen zu müssen.

Für Stadtwerke und kommunale Carrier, die in Deutschland verstärkt Glasfaser als Teil der Daseinsvorsorge betrachten, ist das Zusammenspiel von hoher Faserzahl, kompakter Bauform und flexibler Segmentierung ebenfalls interessant. Viele dieser Unternehmen betreiben offene Netze, auf denen mehrere Diensteanbieter und Anbieter von Mehrwertdiensten parallel aktiv sind. Mit einem hochkapazitiven Kabel wie FlexTube können genügend Fasern pro Trasse eingeplant werden, um langfristige Erweiterungen zu ermöglichen, ohne die Topologie jedes Mal verändern zu müssen. Hinzu kommt, dass kompakte Kabelquerschnitte die Anforderungen an Muffen, Verteiler und Schachtgrößen beeinflussen und somit indirekt auf die Gesamtinvestition in ein Netzprojekt wirken.

Preislich kommuniziert Prysmian für FlexTube keine einheitliche unverbindliche Preisempfehlung, da Glasfaserkabel in der Regel projektbezogen kalkuliert werden. Die Kosten hängen von Faserzahl, Kabeltyp, Mantelmaterial, Bestellvolumen und spezifischen technischen Anforderungen ab, etwa zusätzlichen Brandklassifizierungen nach CPR (Construction Products Regulation) für Innenräume. Für Netzbetreiber rechnen sich Bündelkabel mit hoher Packdichte typischerweise über die eingesparten Tiefbaukosten, die bei Glasfaserprojekten den größten Teil der Investition ausmachen. Entscheidend ist deshalb weniger der reine Meterpreis des Kabels als vielmehr die Möglichkeit, mit einem einzigen Kabelzug eine große Anzahl an Anschlüssen und Reserven abzudecken.

Im Ergebnis positioniert Prysmian FlexTube als Baustein im Portfolio für Glasfaserinfrastruktur, das von Seekabeln über Hochspannungsleitungen bis zu Inhouse-Lösungen reicht. Das Bündelkabel zielt klar auf Betreiber ab, die aus begrenzter Rohrinfrastruktur möglichst viel Faserleistung herausholen wollen und dafür höhere Anforderungen an Faserqualität, Biegeunempfindlichkeit und Installationsfreundlichkeit stellen. Die Aktie von Prysmian (IT0004176001) notiert laut Daten von TradingView aktuell auf Xetra beziehungsweise Borsa Italiana im Bereich von rund 140 Euro je Anteilsschein.

Prysmian FlexTube kompakt: die Eckdaten

  • Produkt: Prysmian FlexTube Glasfaser-Bündelkabel
  • Hersteller: Prysmian
  • Kategorie: Lifestyle & Consumer (Glasfaser-Infrastruktur im Umfeld privater Breitbandanschlüsse)
  • Markteinfuehrung: schrittweise seit Mitte der 2010er Jahre, laufend erweiterte Produktlinie
  • UVP / Preis: projektbezogene Kalkulation je nach Faserzahl und Kabeltyp, keine einheitliche UVP angegeben
  • Verfuegbarkeit: über Fachdistributoren und Projektgeschäft in Deutschland, Bezug typischerweise über Netzbau- und Systemintegratoren
  • Zielgruppe: Netzbetreiber, Stadtwerke, Carrier, Mobilfunkunternehmen und Infrastrukturanbieter mit Fokus auf FTTH- und 5G-Backhaul-Projekte
  • Besonderheit / USP: sehr hohe Faserkapazität bei reduziertem Außendurchmesser und geringem Gewicht, optimiert für Einblasinstallationen in bestehenden Rohrsystemen

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