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Proton Sheets: Schweizer Datenschützer greift Excel und Google an

03.01.2026 - 17:13:12

Der Datenschutzpionier Proton stellt sein Ende-zu-Ende-verschlüsseltes Tabellenkalkulationsprogramm vor und positioniert sich damit als sichere Alternative zu Google Sheets und Microsoft Excel.

Mit einem verschlüsselten Tabellenkalkulationsprogramm stellt sich die Schweizer Firma Proton den Tech-Giganten Microsoft und Google entgegen. Proton Sheets ist ab sofort für alle Nutzer verfügbar und komplettiert damit das Büro-Paket des Datenschutz-Pioniers. In einer Zeit, in der Konzerne Daten für KI-Training nutzen, setzt das Unternehmen auf ein radikales „Zero-Knowledge“-Prinzip.

Ein Tabellenprogramm, das selbst die Entwickler nicht ausspähen können

Der Kern des Angebots ist eine Architektur, die sich fundamental von der der Konkurrenz unterscheidet. Während Google und Microsoft technischen Zugriff auf Nutzerdaten behalten, setzt Proton Sheets standardmäßig auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2EE). Sämtliche Daten – von Zelleninhalten über Formeln bis hin zu Dateinamen – werden bereits auf dem Gerät des Nutzers verschlüsselt, bevor sie die Server erreichen.

Dieses „Zero-Knowledge“-Framework bedeutet, dass nicht einmal die eigenen Ingenieure von Proton die Tabellen einsehen oder entschlüsseln können. Ein attraktives Versprechen für Branchen wie Finanzen, Gesundheitswesen oder Rechtsberatung, wo der Schutz sensibler Informationen oberste Priorität hat. Das schließt Risiken durch Datenlecks, behördliche Anfragen oder interne Unternehmensprüfungen weitgehend aus.

Die Anti-KI-Strategie als Wettbewerbsvorteil

Ein Haupttreiber für den neuen Dienst ist die wachsende Skepsis gegenüber der KI-Integration bei den Marktführern. Google baut Gemini in Workspace ein, Microsoft setzt auf Copilot in Office 365. Immer lauter wird die Frage, wie Nutzerdaten für das Training dieser Modelle verwendet werden.

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Proton positioniert sich klar als Gegenmodell. „Wir halten den Kompromiss zwischen Bequemlichkeit und Privatsphäre für inakzeptabel“, erklärt Anant Vijay Singh, Produktchef von Proton Drive. Während Wettbewerber Geschäftsmodelle um die Auswertung von Nutzerdaten für Werbung und KI aufbauen, garantiert Proton, dass Tabellendaten niemals für solche Zwecke genutzt werden. Diese Haltung schützt geistiges Eigentum und firmeninterne Logik vor der Aufnahme in große KI-Trainingsdatensätze.

Funktionen, Kompatibilität und das geschlossene Ökosystem

Trotz des Fokus auf Sicherheit will Proton auch funktional mithalten. Die Anwendung unterstützt komplexe Formeln, Datenvisualisierung durch Diagramme und Zellenformatierung. Eine technische Meisterleistung ist die Echtzeit-Zusammenarbeit: Mehrere Nutzer können gleichzeitig an einer verschlüsselten Tabelle arbeiten.

Für den Umstieg erlaubt Proton Sheets das nahtlose Importieren von .xlsx– (Excel) und .csv-Dateien. Erste Tests deuten jedoch an, dass fortgeschrittene Makro-Funktionen oder Drittanbieter-Integrationen wie bei Excel noch fehlen könnten. Mit Sheets ist das Proton-Ökosystem nun komplett – es umfasst Mail, VPN, den Passwort-Manager Pass und seit Juli 2024 auch das Textprogramm Proton Docs. Ein Account gewährt Zugang zu einer vollständigen Suite verschlüsselter Büro-Tools.

Aggressive Markteinführung zum Jahresauftakt

Der Start wird mit einer zeitlich begrenzten Kampagne forciert. Bis zum 5. Januar 2026 gewährt Proton 60 Prozent Rabatt auf Proton Drive-Abos. Die Strategie zielt darauf ab, kostenlose Nutzer (5 GB Speicher) in zahlende Kunden zu verwandeln – und so das auf Abos basierende Geschäftsmodell zu stützen.

Der Zeitpunkt ist klug gewählt. Zu Beginn des Geschäftsjahres überprüfen viele Unternehmen ihre Software-Landschaft und Datenrichtlinien. Proton nutzt das „Neujahrsfenster“, um für einen Wechsel weg von Google und Microsoft zu werben. In der EU und darüber hinaus dürfte die regulatorische Verschärfung rund um KI und Datenschutz den Bedarf an solchen Alternativen weiter befeuern.

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