Prosus N.V.-Aktie (NL0013654783): Quartalszahlen, Kursrückgang und neues Analystenziel sorgen für Unruhe
15.05.2026 - 09:09:41 | ad-hoc-news.deDie Prosus N.V.-Aktie stand in den vergangenen Tagen deutlich im Fokus der Anleger: Nach enttäuschenden Quartalszahlen rutschte der Kurs um rund 6,3 Prozent ab, wie ein Überblicksbericht zu europäischen Aktienbewegungen jüngst hervorhob, laut Ad-hoc-news Stand 14.05.2026. Parallel dazu senkte die Citigroup ihr Kursziel für Prosus von 74 auf 57 Euro, bestätigte aber die Einstufung Buy, was die Volatilität zusätzlich anheizte, wie aus einem Marktbericht zu europäischen Aktien hervorgeht, laut Finanznachrichten.de Stand 14.05.2026.
Stand: 15.05.2026
Von der Redaktion - spezialisiert auf Aktienberichterstattung.
Auf einen Blick
- Name: Prosus
- Sektor/Branche: Technologieinvestor, Internetbeteiligungen
- Sitz/Land: Amsterdam, Niederlande
- Kernmärkte: China, Indien, Europa, weitere Wachstumsregionen
- Wichtige Umsatztreiber: Beteiligung an Tencent, E-Commerce- und Plattformbeteiligungen
- Heimatbörse/Handelsplatz: Euronext Amsterdam (Ticker: PRX)
- Handelswährung: Euro
Prosus N.V.: Kerngeschäftsmodell
Prosus N.V. ist ein globaler Technologie- und Internetinvestor mit Schwerpunkt auf Konsumentenplattformen in Schwellen- und Wachstumsmärkten. Das Unternehmen bündelt die internationalen Beteiligungen des südafrikanischen Medienkonzerns Naspers und investiert überwiegend in skalierbare Online-Modelle wie Social Media, Gaming, E-Commerce, Essenslieferdienste oder Online-Kleinanzeigen. Nach Unternehmensangaben versteht sich Prosus als langfristiger Investor, der Portfoliounternehmen über viele Jahre begleitet und Wachstum mit Kapital, Know-how und Netzwerk unterstützt, wie aus der Investor-Relations-Darstellung hervorgeht, laut Prosus Investor Relations Stand 10.05.2026.
Ein zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells ist die Beteiligung an Tencent, einem der größten Internet- und Gamingkonzerne der Welt. Prosus hält über eine Beteiligungsholding einen signifikanten Anteil an Tencent, der einen Großteil des Nettovermögenswerts von Prosus ausmacht. Laut einer Zusammenfassung der jüngsten Quartalszahlen entfällt der überwiegende Teil des wirtschaftlichen Werts von Prosus auf den Tencent-Anteil, der damit das Risikoprofil und die Kursentwicklung maßgeblich prägt, wie ein Überblicksartikel zu Prosus als Tech-Investment hervorhob, laut Ad-hoc-news Stand 14.05.2026.
Neben Tencent hat Prosus in den vergangenen Jahren ein breites Portfolio an Mehrheits- und Minderheitsbeteiligungen in wachstumsstarken Internetsegmenten aufgebaut. Dazu zählen unter anderem Essenslieferdienste wie Delivery Hero und Swiggy, Online-Kleinanzeigenplattformen sowie Fintech- und Zahlungsdienstleister. Das Geschäftsmodell zielt darauf ab, frühzeitig in vielversprechende Plattformunternehmen zu investieren, diese zu skalieren und langfristig Wertsteigerungen zu erzielen. Refinanzierungen, Teilverkäufe oder Börsengänge der Beteiligungen können zusätzliche Mittel freisetzen, die wiederum in neue Wachstumsfelder gelenkt werden.
Prosus erzielt seine Erträge im Wesentlichen über anteilige Ergebnisse der Beteiligungen, Dividendenzuflüsse sowie gelegentliche Bewertungs- und Veräußerungsgewinne. Operative Umsätze werden insbesondere in Bereichen erzielt, in denen Prosus Mehrheiten hält und die Gesellschaften voll konsolidiert. Das führt zu einem Geschäftsprofil, das weniger durch klassische Produktumsätze geprägt ist, sondern stark von Marktwerten, Ergebnisbeiträgen und Kapitalmarktbedingungen abhängt. Für Anleger bedeutet dies, dass die Prosus-Aktie eng mit der Entwicklung der zugrunde liegenden Technologie- und Plattformwerte, insbesondere Tencent, verbunden ist.
Wichtigste Umsatz- und Produkttreiber von Prosus N.V.
Der wichtigste Werttreiber von Prosus N.V. ist die Beteiligung an Tencent. Ein Analyseüberblick zu Prosus betont, dass der Großteil des Fair Value des Konzerns aus dem Tencent-Paket stammt, dessen Marktwert sich in dreistelliger Milliardenhöhe in US-Dollar bewegt, wie in einem Bericht über das Kerngeschäft und die Bewertung von Prosus dargelegt wurde, laut Ad-hoc-news Stand 14.05.2026. Tencent generiert Umsätze vor allem in den Bereichen Gaming, digitale Inhalte, Social-Media-Werbung und Fintech-Dienstleistungen. Die positive Entwicklung der Gaming- und WeChat-Ökosysteme trug in den vergangenen Jahren spürbar zum Ergebnis von Tencent bei, wie in einem Prosus-Bericht zu den Ergebnissen 2025 hervorgehoben wurde, laut einer zusammenfassenden Berichterstattung im März 2026.
Für das Geschäftsjahr 2025 meldete Tencent einen Umsatzanstieg um rund 12 Prozent auf etwa 600 Milliarden chinesische Yuan für den Zeitraum bis 31. Dezember 2025, wie Prosus in seinen Unterlagen zu den Beteiligungsergebnissen im März 2026 referenzierte, laut einem Überblick zu den Prosus-Jahreszahlen 2025, der im März 2026 veröffentlicht wurde. Dieser Rückenwind schlug sich zwar positiv in den Beteiligungserträgen von Prosus nieder, wurde aber durch Schwankungen des Tencent-Kurses und negative Entwicklungen in anderen Portfoliobereichen teilweise relativiert.
Ein zweiter wesentlicher Ertrags- und Werttreiber sind die E-Commerce- und Plattformbeteiligungen. Prosus ist in Segmenten wie Essenslieferung, Kleinanzeigen, Fintech und Bildungstechnologie investiert. Dazu zählen nach Unternehmensangaben Beteiligungen an Delivery Hero, Swiggy und verschiedenen regionalen Marktplätzen. Diese Portfoliounternehmen befinden sich vielfach noch in der Wachstumsphase und sind teils defizitär, was in den jüngsten Quartalszahlen zu Ergebnisbelastungen geführt hat. In der aktuellen Quartalsberichterstattung sprach Prosus von einer schwächeren Performance einzelner Portfoliounternehmen, die die Profitabilität und das Finanzergebnis dämpfte, wie ein Überblicksbericht zu dem Quartalsupdate hervorhob, laut Ad-hoc-news Stand 14.05.2026.
Hinzu kommt die Rolle von Desinvestitionen und Portfolioanpassungen. Prosus hatte in den vergangenen Jahren unter anderem den Verkauf von eBay Classifieds vollzogen und aus dem Deal erhebliche Mittel vereinnahmt, wie ein Überblick zur Investmentstory von Prosus erläuterte, laut Ad-hoc-news Stand 14.05.2026. Solche Transaktionen verschieben die Struktur des Portfolios und beeinflussen die künftigen Ertragsquellen. Ein Teil der Mittel wurde für Aktienrückkäufe oder zur Schuldentilgung genutzt, ein anderer Teil soll nach Unternehmensangaben in neue Beteiligungen oder den Ausbau bestehender Plattformen fließen.
In Summe ergibt sich ein Geschäftsprofil, das stark vom Erfolg einzelner Tech-Plattformen abhängt. Während Tencent für Stabilität und Berechenbarkeit sorgt, sind viele kleinere Beteiligungen mit höheren Wachstumschancen, aber auch mit größeren Unsicherheiten verbunden. Schwächer als erwartete Entwicklungen in diesen Bereichen, wie sie die jüngsten Quartalszahlen widerspiegeln, können kurzfristig Druck auf Ergebnis und Kurs ausüben.
Aktuelle Quartalszahlen und Marktreaktion
Die jüngst veröffentlichten Quartalszahlen von Prosus N.V. fielen verhalten aus und lösten eine deutliche Kursreaktion aus. In einer Berichterstattung zu der Prosus-Aktie wurde hervorgehoben, dass die Aktie nach Veröffentlichung der Zahlen um rund 6,3 Prozent nachgab, was die Enttäuschung des Marktes über die Entwicklung der Portfoliounternehmen widerspiegelte, laut Ad-hoc-news Stand 14.05.2026. Die schwache Performance einzelner E-Commerce- und Plattformbeteiligungen belastete sowohl das operative Ergebnis als auch die Einschätzung der zukünftigen Ertragskraft.
In einem separaten Überblick zu Prosus als Tech-Investor wurde darauf hingewiesen, dass das Unternehmen in seinem jüngsten Quartalsupdate eine grundsätzlich stabile Entwicklung bei den Kerninvestitionen meldete, zugleich aber auf Herausforderungen in einzelnen Segmenten hinwies, darunter intensiver Wettbewerb und regulatorischer Druck in einigen Märkten, wie in einer Zusammenfassung der jüngsten Zahlen mit Veröffentlichungsdatum 10.05.2026 ausgeführt wurde, laut Ad-hoc-news Stand 14.05.2026. Diese gemischte Lage führte dazu, dass der Markt kurzfristig eher die Risiken in den Vordergrund stellte.
Die Kursreaktion fällt auch deshalb deutlich aus, weil Prosus bei vielen Investoren als Stellvertreter für ein breit gestreutes Paket von Wachstumswerten gilt. Enttäuschende Zahlen werden daher nicht nur als Momentaufnahme interpretiert, sondern durch die Brille struktureller Fragen betrachtet: Wie nachhaltig sind die Geschäftsmodelle der Portfoliounternehmen, und wie schnell können diese profitabel werden. Die nervöse Stimmung im globalen Technologiesektor verstärkte diesen Reflex. Hintergrundberichte verweisen darauf, dass Tech-Werte zuletzt wieder anfälliger für Gewinnmitnahmen waren, nachdem sich Kurse zuvor erholt hatten.
Für Prosus selbst sind Quartalszahlen regelmäßig ein Gradmesser, wie gut es gelingt, den Mix aus reifen Beteiligungen wie Tencent und wachstumsstarken, aber oft defizitären Plattformen auszubalancieren. Verfehlt das Unternehmen die Erwartungen des Marktes bei Umsatz- oder Ergebniskennzahlen, reagiert der Kurs meist überproportional, weil Anleger die Bewertung der Beteiligungen nach unten anpassen. Die jüngste Entwicklung passt in dieses Muster: Ein schwächeres Quartal, kombiniert mit einem ohnehin volatilen Tech-Umfeld, führte zu einem spürbaren Rückgang der Prosus-Aktie.
Analystenreaktionen: Citigroup senkt, andere Häuser bleiben positiv
Auf die neuen Zahlen und die Kursschwäche reagierten auch Analysten. In einem europäischen Marktkommentar wurde berichtet, dass die Prosus-Aktie im Handelsverlauf um rund 2,2 Prozent nachgab, nachdem die Citigroup ihr Kursziel deutlich von 74 auf 57 Euro reduziert hatte, die Einstufung Buy aber bestehen blieb, wie Finanznachrichten.de Stand 14.05.2026 berichtete. Die zuständige Analystin verwies damit indirekt auf ein verändertes Chance-Risiko-Profil, hält die Aktie aber nach wie vor aus Bewertungssicht für attraktiv.
Neben der Citigroup meldete sich auch die US-Bank JPMorgan zu Wort. In einem Analystenkommentar, der sich auf die mittelfristigen Perspektiven von Prosus fokussierte, beließ JPMorgan die Einstufung auf Overweight und bestätigte ein Kursziel von 74 Euro, wie aus einer Zusammenfassung des Marktportals MarketScreener hervorgeht, laut MarketScreener Stand 13.05.2026. Die Bank stellte demnach weniger auf das schwächere Quartal ab, sondern betonte den strukturellen Wert der Beteiligungen und mögliche Ergebnisverbesserungen in den kommenden Jahren.
Die Spannbreite der Kurziele verdeutlicht die Unsicherheit über die mittelfristige Entwicklung. MarketScreener weist für Prosus ein durchschnittliches Kursziel von rund 65 Euro aus, was einem deutlichen Abstand zum zuletzt gehandelten Kurs entspricht, wie aus einer dortigen Übersichtsseite hervorgeht, laut MarketScreener Stand 14.05.2026. Zugleich liegt das neue Citigroup-Ziel deutlich unter dem Wert von JPMorgan, sodass Analystenmeinungen aktuell weit auseinandergehen. Diese Divergenz trägt zur Volatilität bei, da unterschiedliche Erwartungen an Tencent, E-Commerce-Beteiligungen und Kapitalmaßnahmen in die Modelle einfließen.
Für Privatanleger ist diese Gemengelage nicht leicht zu interpretieren. Während einige Häuser betonen, dass der Marktwert des Tencent-Pakets den Prosus-Kurs deutlich übersteige und somit Spielraum nach oben eröffne, verweisen skeptischere Stimmen auf Risiken durch regulatorische Eingriffe in China, intensiven Wettbewerb in der Essenslieferbranche und die Abhängigkeit von günstigen Kapitalmarktbedingungen. Das Zusammenspiel von Analystenkommentaren und Unternehmensnachrichten wird daher in den kommenden Monaten entscheidend dafür sein, wie sich die Wahrnehmung von Prosus entwickelt.
Kursentwicklung und Bewertung im aktuellen Marktumfeld
Die Prosus N.V.-Aktie hat in den vergangenen Monaten eine deutliche Schwankungsbreite gezeigt. Nach Angaben eines Kursüberblicks lag die Spanne der vergangenen 52 Wochen bei etwa 37,41 bis 63,90 Euro, womit die Aktie zeitweise erheblich von ihren Zwischenhochs zurückgekommen ist, laut Onvista Stand 14.05.2026. Am Berichtstag dieses Kursüberblicks wurden auf den verschiedenen Handelsplätzen Tageskurse um den Bereich knapp unter 40 Euro ausgewiesen, bei einem angegebenen letzten Schlusskurs von rund 38,72 Euro. Damit handelt die Aktie deutlich unter vielen der von Analysten genannten Kursziele.
Bewertungsüberblicke heben häufig hervor, dass zwischen dem Sum-of-the-Parts-Wert des Portfolios und der Marktkapitalisierung von Prosus ein umfangreicher Abschlag besteht. So zeigte die Auswertung eines Analystenkonsenses, dass das durchschnittliche Kursziel signifikant über dem aktuellen Kursniveau liegt, während der Markt offenbar einen Sicherheitsabschlag auf Risiken im China-Geschäft und in den Wachstumssegmenten einpreist, wie aus einer Zusammenstellung von Einschätzungen hervorgeht, laut MarketScreener Stand 14.05.2026. Der Abschlag zwischen Marktwert und geschätztem Nettovermögenswert ist ein zentrales Element vieler Prosus-Analysen.
Für die Kursentwicklung spielt auch die allgemeine Stimmung gegenüber Technologie- und Schwellenländerwerten eine wesentliche Rolle. In Phasen höherer Risikobereitschaft profitieren Beteiligungsgesellschaften wie Prosus überproportional, da Investoren bereit sind, künftiges Wachstum stärker in der Bewertung zu reflektieren. In nervöseren Marktphasen hingegen rücken Risiken in den Vordergrund. Die Kombination aus geopolitischen Unsicherheiten, Zinsdiskussionen und sektoralen Überbewertungen im vergangenen Jahr hat dazu geführt, dass Titel wie Prosus teilweise deutlich korrigierten.
Bemerkenswert ist, dass Prosus trotz der Kursschwäche weiterhin ein wichtiger Bestandteil internationaler Indizes und Portfolios bleibt. Die Aktie ist an der Euronext Amsterdam gelistet und Bestandteil verschiedener europäischen Auswahlindizes, was sie auch für institutionelle Anleger interessant macht. Zudem wird die Prosus-Aktie an deutschen Handelsplätzen wie Xetra und Tradegate gehandelt, wodurch sie für Privatanleger in Deutschland leicht zugänglich ist. Die Kursbildung wird damit von einem internationalen Anlegerkreis beeinflusst, der auf Entwicklungen in China, den USA und Europa gleichermaßen reagiert.
Strategische Ausrichtung und Kapitalallokation
Strategisch verfolgt Prosus N.V. das Ziel, ein breit diversifiziertes Portfolio führender Internetplattformen aufzubauen, das sowohl reife als auch schnell wachsende Geschäftsmodelle umfasst. Ein zentrales Element ist die aktive Kapitalallokation: Prosus bewertet fortlaufend, welche Beteiligungen weiter ausgebaut, restrukturiert oder reduziert werden. So hatte das Unternehmen in der Vergangenheit aus dem Verkauf des eBay-Kleinanzeigengeschäfts signifikante Mittel erlöst und damit seine Bilanz gestärkt, wie ein Überblick zur Transaktion und ihrer Bedeutung für Prosus erläuterte, laut Ad-hoc-news Stand 14.05.2026.
Ein weiterer Baustein der Kapitalstrategie sind Aktienrückkäufe. Prosus hatte in den vergangenen Jahren wiederholt Programme aufgelegt, um eigene Aktien sowie Anteile an Naspers zurückzukaufen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, den Abschlag zwischen dem Marktwert und dem geschätzten Nettovermögenswert zu verringern und den Aktionären indirekt mehr vom Wert der Beteiligungen zukommen zu lassen. Über den Umfang und den Fortschritt solcher Programme informiert das Unternehmen regelmäßig im Rahmen seiner Finanzberichte und Ad-hoc-Mitteilungen.
Langfristig zielt Prosus darauf ab, eine stärkere Balance zwischen dem dominanten Tencent-Exposure und den übrigen Portfoliobereichen zu erreichen. Dazu gehört der Ausbau von Essensliefer- und Klassified-Plattformen, Fintech-Lösungen und Bildungsangeboten. In mehreren Wachstumsregionen, etwa in Indien und Teilen Südostasiens, sieht Prosus nach eigener Darstellung weiterhin erhebliches Potenzial für digitale Plattformmodelle. Die Herausforderung besteht darin, dieses Wachstum profitabel zu gestalten und gleichzeitig die Kapitaldisziplin zu wahren.
Für Anleger bedeutet diese Strategie, dass Prosus nicht nur von der Wertentwicklung des Tencent-Pakets abhängt, sondern auch von der Fähigkeit des Managements, neue Werttreiber aufzubauen und Portfoliorisiken zu steuern. Entscheidungen über Zukäufe, Verkäufe oder IPOs von Beteiligungen können dabei kurzfristig starke Kursbewegungen auslösen. Die jüngsten Quartalszahlen und der nachfolgende Kursrückgang zeigen, wie sensibel der Markt auf Signale zur Kapitalallokation und zur Performance wichtiger Beteiligungen reagiert.
Warum Prosus N.V. für deutsche Anleger relevant ist
Für Anleger in Deutschland spielt Prosus N.V. eine besondere Rolle, weil das Unternehmen einen indirekten Zugang zu globalen Technologieplattformen bietet, die in vielen deutschen Indizes nur begrenzt vertreten sind. Über die Prosus-Beteiligung an Tencent erhalten Anleger etwa Exposure zu einem der größten chinesischen Internetkonzerne, ohne direkt in China investieren zu müssen. Darüber hinaus bietet das Prosus-Portfolio Zugang zu E-Commerce, Essenslieferdiensten, Fintechs und digitalen Marktplätzen in Schwellenländern, die für viele deutsche Privatanleger sonst schwer zugänglich wären.
Die Aktie wird zudem an deutschen Handelsplätzen gehandelt, unter anderem im Freiverkehr und auf elektronischen Plattformen. Damit ist Prosus auch für Anleger interessant, die ihre Investments bevorzugt in Euro und über deutsche Broker abwickeln. Die Handelbarkeit über Xetra-nahe Plattformen und andere europäische Börsenplätze reduziert Hürden wie Währungsumrechnung oder Zugangsbeschränkungen, die bei einer Direktanlage in ausländische Titel auftreten können. Gleichzeitig bleibt das Währungs- und Länderrisiko der zugrunde liegenden Beteiligungen bestehen.
Hinzu kommt, dass Prosus in ETF- und Fondsstrategien eine Rolle spielt, die auf europäische oder globale Technologie- und Internetwerte setzen. Änderungen im Prosus-Kurs können daher Auswirkungen auf die Wertentwicklung entsprechender Produkte haben, was für Anleger in Deutschland relevant ist, die solche Fonds im Depot halten. Vor diesem Hintergrund werden Quartalszahlen, Analystenkommentare und Strategiebeschlüsse von Prosus auch hierzulande aufmerksam verfolgt.
Risiken und offene Fragen
Trotz der Chancen, die aus dem Portfolio von Prosus N.V. erwachsen, sind mit der Aktie verschiedene Risiken verbunden. Ein zentrales Risiko ist die hohe Konzentration auf Tencent. Sollte Tencent etwa infolge regulatorischer Eingriffe in China, Wettbewerb oder geopolitischer Spannungen an Wert verlieren, würde dies den Nettovermögenswert von Prosus unmittelbar belasten. In der Vergangenheit hatten chinesische Regulierungsinitiativen bereits dafür gesorgt, dass Investoren Bewertungsabschläge auf Internetkonzerne vornahmen, was sich auch auf Prosus auswirkte.
Ein weiteres Risiko sind die Verluste und die Ungewissheit in einigen Wachstumssegmenten des Portfolios. Viele Beteiligungen im E-Commerce- und Plattformbereich befinden sich noch in der Phase intensiver Investitionen in Marktanteile, Technologie und Expansion. Kurzfristige Profitabilität steht dabei oft nicht im Vordergrund. Enttäuschende Entwicklungen, wie sie in den jüngsten Quartalszahlen bei einigen Portfoliounternehmen sichtbar wurden, können zu wiederkehrenden Ergebnisbelastungen führen. Der Markt reagiert in solchen Phasen häufig mit Kursabschlägen, insbesondere wenn die Aussicht auf eine baldige Wende unklar bleibt.
Kapitalmarktrisiken spielen ebenfalls eine Rolle. Steigende Zinsen, schwächere Konjunkturerwartungen oder eine generelle Flucht aus Wachstumswerten können die Bewertung von Tech-Beteiligungen drücken. Für Prosus, dessen Geschäftsmodell stark auf der langfristigen Monetarisierung von Wachstumsstories beruht, ist ein Umfeld mit hoher Risikoaversion ungünstig. Hinzu kommt das Währungsrisiko, etwa durch die Entwicklung des chinesischen Yuan oder anderer Lokalwährungen gegenüber dem Euro.
Offene Fragen betreffen zudem die weitere Kapitalstrategie von Prosus. Beobachter diskutieren, ob das Unternehmen den Abschlag zum Nettovermögenswert durch zusätzliche Aktienrückkäufe, strukturelle Maßnahmen oder den schrittweisen Abbau der Tencent-Beteiligung weiter verringern könnte. Bisher verfolgt das Management einen kombinierten Ansatz aus Portfoliomanagement, Rückkäufen und selektiven Desinvestitionen. Wie erfolgreich diese Strategie mittelfristig sein wird, bleibt abzuwarten und hängt stark vom Kapitalmarktumfeld und der operativen Performance der Beteiligungen ab.
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Fazit
Die Prosus N.V.-Aktie steht derzeit im Spannungsfeld zwischen schwächeren Quartalszahlen, hoher Abhängigkeit von Tencent und deutlich auseinandergehenden Analystenmeinungen. Der jüngste Kursrückgang um über 6 Prozent zeigte, wie sensibel der Markt auf Signale zur Performance der Portfoliounternehmen reagiert. Während die Citigroup ihr Kursziel spürbar gesenkt hat, bleiben andere Häuser wie JPMorgan bei vergleichsweise hohen Zielmarken und verweisen auf den strukturellen Wert des Beteiligungsportfolios. Für Anleger in Deutschland bleibt Prosus ein spannender, aber komplexer Zugang zu globalen Tech-Plattformen. Wie sich der Abschlag zum geschätzten Nettovermögenswert entwickelt, hängt maßgeblich von der weiteren Geschäftsentwicklung, regulatorischen Rahmenbedingungen und dem generellen Klima für Wachstumswerte an den internationalen Kapitalmärkten ab.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien sind volatile Finanzinstrumente.
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