Prosus, Delivery-Hero-Gerücht

Prosus: Fast zehn Prozent nach Delivery-Hero-Gerücht

02.06.2026 - 10:48:56 | boerse-global.de

Prosus will Anteile an Delivery Hero aufstocken und stellt sich gegen Uber. Analysten sehen Kurspotenzial von fast 70 Prozent.

WhatsApp verstärkt Verschlüsselung trotz FBI-Warnungen - Bild: über boerse-global.de
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Prosus geht in die Offensive. Der Tech-Investor prüft eine Aufstockung seiner Beteiligung an Delivery Hero und stellt sich damit gegen Konkurrenten wie Uber. Die Nachricht sorgt für Bewegung: Das Papier springt am Dienstag um fast zehn Prozent nach oben.

Zweikampf mit Uber und der EU

Hinter dem Manöver steckt ein strategischer Machtkampf. Berichten zufolge hat der US-Riese Uber ebenfalls ein Auge auf den Berliner Lieferdienst geworfen. Prosus will seine Position im europäischen Markt sichern und wehrt sich parallel gegen regulatorische Hürden. Die Holding hat bei der Europäischen Union offiziell beantragt, eine frühere Auflage zum Zwangsverkauf der Anteile aufzuheben.

Ein Erfolg in Brüssel würde dem Konzern die notwendige Flexibilität zurückgeben, um sein Portfolio aus Lieferdiensten aktiv zu steuern. In Marktkreisen wird dieser Schritt als klares Signal gewertet, dass Prosus die Kontrolle über den Sektor nicht kampflos abgibt.

Analysten sehen massives Potenzial

Die Investmentbank JPMorgan reagierte prompt auf die strategischen Pläne. Die Analysten bestätigten ihre Einstufung auf "Overweight" und beließen das Kursziel bei 73 Euro. Sie bewerten die mögliche Konsolidierung der Liefer-Assets als wertsteigernd für die gesamte Holding.

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Im Marktschnitt liegt das Kursziel für die Aktie derzeit bei rund 72 Euro. Beim aktuellen Kurs von 42,82 Euro entspricht dies einem theoretischen Spielraum von fast 70 Prozent. Marktbeobachter werten die Pläne als Versuch, die Marktführerschaft im Bereich "Quick Commerce" endgültig zu zementieren.

Rückkäufe und Tencent-Verkäufe

Abseits der Zukaufspläne setzt der Konzern sein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm fort. In der letzten Maiwoche erwarb Prosus rund 2,3 Millionen eigene Anteile für insgesamt 91,7 Millionen Euro. Der durchschnittliche Kaufpreis lag dabei bei 39,84 Euro je Aktie.

Finanziert werden diese Transaktionen durch den kontrollierten Teilverkauf der Beteiligung am chinesischen Internetgiganten Tencent. Primäres Ziel bleibt die Verringerung des deutlichen Abschlags zwischen dem Börsenwert der Holding und dem tatsächlichen Wert ihrer Beteiligungen.

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Mit der Dominanz beim brasilianischen Anbieter iFood und dem erfolgreichen Börsengang von Swiggy in Indien hat Prosus bereits starke Pfeiler im globalen Liefermarkt. Die Entscheidung der EU-Kommission über das Verkaufsverbot wird nun zum nächsten zentralen Termin für die Aktie. Fällt diese Hürde, ist der Weg für eine weitreichende Neuausrichtung in Europa frei.

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