Pronova BKK: Jeder Dritte arbeitet am Rande der Erschöpfung
24.02.2026 - 15:00:43 | boerse-global.deFast ein Drittel der Beschäftigten in Deutschland leidet unter stiller Überlastung. Das zeigt eine aktuelle Studie der Pronova BKK. Besonders betroffen sind junge Arbeitnehmer unter 30 Jahren.
Dauerhafter Stress und das Gefühl, im Hamsterrad festzustecken, sind oft die Vorboten einer tiefen Erschöpfung. Dieser kostenlose Guide zeigt Ihnen 5 Sofortmaßnahmen, wie Sie Ihre Work-Life-Balance verbessern und wieder entspannter durch den Alltag gehen. 5 Sofortmaßnahmen für mehr Ausgeglichenheit entdecken
Alarmierende Zahlen für die Jüngeren
Die repräsentative Studie "Arbeiten 2025" offenbart ein gefährliches Phänomen: 40 Prozent der unter 30-Jährigen geben an, innerlich ausgebrannt zu sein, während sie nach außen hin funktionieren. Experten bezeichnen diesen Zustand als "Quiet Cracking" – eine gefährliche Vorstufe zum Burnout.
Als Hauptgründe für die stille Erschöpfung nennen die Befragten dauerhaften Stress (42 Prozent), mangelnde Wertschätzung (40 Prozent) sowie Überstunden und ständige Erreichbarkeit (29 Prozent). Die Digitalisierung verschärft das Problem, indem sie die Grenzen zwischen Beruf und Privatleben weiter verwischt.
Warum "Quiet Cracking" so tückisch ist
Das Phänomen bleibt oft unbemerkt, weil Betroffene ihre Erschöpfung gezielt verbergen. Aus Angst, als nicht belastbar zu gelten, halten viele die Fassade aufrecht – bis zum vollständigen Zusammenbruch. Anders als bei der "inneren Kündigung" ist der Leistungswille noch vorhanden, doch die persönlichen Ressourcen sind erschöpft.
Wirtschaftspsychologen warnen vor diesem schleichenden Prozess. Präventive Maßnahmen greifen oft zu spät, weil die Überlastung von außen nicht sichtbar ist.
Gesetzgeber erhöht den Druck
Die Studienergebnisse treffen auf verschärfte gesetzliche Rahmenbedingungen. Seit diesem Jahr liegt ein stärkerer Fokus auf dem psychischen Arbeitsschutz. Die reformierte DGUV Vorschrift 2 verpflichtet Unternehmen zur systematischen Betreuung durch Fachkräfte für Arbeitssicherheit.
Die Gefährdungsbeurteilung muss nun psychische Belastungen explizit einschließen. Faktoren wie Arbeitsbelastung und soziale Beziehungen am Arbeitsplatz sind verbindlich zu analysieren. Die Arbeitsschutzbehörden kontrollieren jährlich mindestens fünf Prozent aller Betriebe, priorisieren dabei Unternehmen mit hohem Gefährdungspotenzial.
Da Aufsichtsbehörden psychische Belastungen immer stärker in den Fokus rücken, stehen Arbeitgeber bei der Gefährdungsbeurteilung unter Zugzwang. Nutzen Sie diese kostenlosen Vorlagen und Checklisten, um rechtssichere Dokumentationen zu erstellen, die jeder behördlichen Prüfung standhalten. Rechtssichere GBU-Vorlagen jetzt kostenlos herunterladen
Vom Aktionismus zum Kulturwandel
Experten sind sich einig: Einzelne Gesundheitstage reichen nicht aus. Notwendig ist ein grundlegender Kulturwandel, der das Wohlbefinden der Mitarbeiter zur Chefsache macht. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt konkrete Schritte.
Dazu gehören die Schulung von Führungskräften und organisatorische Interventionen, die psychosoziale Risikofaktoren direkt angehen. Für Mitarbeiter gewinnen individuelle Strategien an Bedeutung – von Achtsamkeitspraktiken bis zur konsequenten Einhaltung von Erholungsphasen.
Burnout als Wirtschaftsrisiko
Psychische Erkrankungen verursachen massive wirtschaftliche Kosten. Weltweit gehen schätzungsweise 12 Milliarden Arbeitstage durch Depressionen und Angstzustände verloren. Die Folgekosten belaufen sich auf fast eine Billion US-Dollar jährlich.
Auch in Deutschland erreichte der Krankenstand zuletzt Rekordwerte. Psychische Erkrankungen sind für einen wachsenden Anteil der Fehltage verantwortlich – mit überdurchschnittlich langen Ausfallzeiten. Die Erkenntnis setzt sich durch: Burnout ist oft kein individuelles Versagen, sondern Folge systemischer Probleme.
Integrierte Konzepte als neuer Standard
Die Entwicklungen markieren einen Wendepunkt. Der Fokus verschiebt sich von reaktiven Maßnahmen hin zu einer präventiven Gesundheitskultur. Unternehmen setzen verstärkt auf ganzheitliche Konzepte, die organisatorische Veränderungen und individuelle Unterstützung verbinden.
Digitale Gesundheitsanwendungen und Telemedizin erleichtern den Zugang zu Hilfsangeboten. Langfristig wird die Fähigkeit, ein psychisch gesundes Umfeld zu schaffen, zum entscheidenden Faktor für Mitarbeiterbindung und nachhaltigen Unternehmenserfolg.
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