PromptSpy, Android-Malware

PromptSpy: Erste Android-Malware nutzt Google-Gemini-KI

24.02.2026 - 07:19:26 | boerse-global.de

Cybersecurity-Forscher entdecken mit PromptSpy eine neue Android-Schadsoftware, die Googles KI-Modell dynamisch für Navigation und Persistenz auf infizierten Geräten einsetzt.

KI-gesteuerte Schadsoftware markiert gefährliche neue Ära für Mobilgeräte-Sicherheit. Cybersecurity-Forscher haben die erste bekannte Android-Malware entdeckt, die ein öffentliches generatives KI-Modell für ihre Angriffe nutzt. Die als PromptSpy identifizierte Bedrohung setzt dynamisch Googles Gemini-KI ein, um ihr Verhalten anzupassen und sich hartnäckig auf infizierten Geräten zu halten.

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KI als Komplize: So funktioniert der neue Schädling

PromptSpy stellt einen Quantensprung im Malware-Design dar. Statt auf fest programmierte Anweisungen zu setzen, erfasst der Schädling das Layout des Nutzerbildschirms. Diese Informationen sendet er zusammen mit einem spezifischen Prompt an Googles Gemini-KI. Die KI analysiert die Bildschirmstruktur und liefert präzise Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Navigation durch Menüs und Einstellungen.

Das primäre Ziel dieser KI-gesteuerten Navigation? Die schädliche App in der Liste der zuletzt verwendeten Apps „anzuheften“. Dadurch kann der Nutzer den Prozess nicht einfach durch Wegwischen beenden. Diese Technik macht die Malware deutlich widerstandsfähiger und anpassungsfähiger. Da sie dynamische Anweisungen von einer KI erhält, kann PromptSpy auf verschiedensten Android-Geräten, Betriebssystemversionen und individuellen Layouts operieren – eine Aufgabe, die traditionelle Malware nur selten zuverlässig bewältigt.

Das eigentliche Ziel: Fernzugriff und Datenklau

Während der KI-Einsatz für Persistenz bahnbrechend ist, verfolgt PromptSpy ein konventionelleres und höchst bösartiges Hauptziel. Die Hauptnutzlast der Malware ist ein eingebautes Virtual Network Computing (VNC)-Modul. Dieses gewährt Angreifern Fernzugriff und Kontrolle über das infizierte Gerät. Sie können den Bildschirm des Opfers sehen und Aktionen aus der Ferne ausführen.

Weitere Analysen enthüllen ein ganzes Arsenal gefährlicher Fähigkeiten. PromptSpy ist darauf ausgelegt, den Android-Zugänglichkeitsdienst zu missbrauchen, um Deinstallationsversuche zu blockieren – oft mit unsichtbaren Overlays, die den Nutzer täuschen. Die Malware kann auch Sperrbildschirmdaten erfassen, Screenshots machen, Bildschirmaktivitäten als Video aufzeichnen und gesammelte Geräteinformationen an einen Command-and-Control-Server senden. Erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Malware über spezielle Websites und nicht über den offiziellen Google Play Store verbreitet wird. Hinweise zeigen eine Kampagne, die speziell Nutzer in Argentinien ins Visier nimmt.

Der KI-Wettlauf erreicht die Cybersicherheit

Das Auftauchen von PromptSpy ist eine klare Manifestation eines Trends, vor dem Sicherheitsanalysten schon länger warnen: die Waffenisierung künstlicher Intelligenz in Cyberangriffen. KI wird auf beiden Seiten des Cybersicherheits-Schlachtfelds eingesetzt. Angreifer nutzen KI zunehmend, um überzeugendere Phishing-E-Mails zu schreiben, Deepfake-Audio und -Video für Social Engineering zu generieren und polymorphe Malware zu erstellen, die ihren Code ständig ändert, um signaturbasierte Erkennung zu umgehen.

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Sicherheitsfirmen verzeichnen im vergangenen Jahr einen starken Anstieg KI-gestützter Cyberangriffe. Dieser Trend erzwingt einen strategischen Wandel bei defensiven Technologien. Traditionelle Sicherheitslösungen sind gegen diese dynamischen Bedrohungen oft unzureichend. Infolgedessen bewegt sich die Branche hin zu KI-gestützten Verteidigungssystemen, die Echtzeit-Monitoring durchführen, Anomalien im Verhalten erkennen und die Reaktion auf Vorfälle automatisieren können.

Weniger vorhersehbar, schwerer zu analysieren

Die Einführung KI-gesteuerter Malware wie PromptSpy hat tiefgreifende Auswirkungen auf die digitale Sicherheit. Indem sie sich für ihre Logik auf eine externe KI verlässt, wird die Malware weniger vorhersehbar und schwerer mit statischen Methoden zu analysieren. Sicherheitstools können nicht mehr einfach nach einem festen Satz bösartigen Codes suchen. Sie müssen nun in der Lage sein, bösartiges Verhalten zu erkennen, das möglicherweise dynamisch von einer KI gesteuert wird.

Diese Entwicklung unterstreicht die wachsende Bedeutung von verhaltensbasierten und KI-gestützten Bedrohungserkennungs-Engines. Die Cybersicherheits-Community erwartet, dass Bedrohungsakteure KI weiter in ihre Kreationen integrieren werden. Zukünftige Malware könnte KI nicht nur für Persistenz, sondern für komplexere Aufgaben nutzen – wie die Identifizierung wertvoller Daten auf einem Gerät, die Deaktivierung von Sicherheitssoftware oder die laterale Bewegung durch Netzwerke. Für Nutzer bedeutet dies erhöhte Wachsamkeit bei den Quellen ihrer Apps und die regelmäßige Aktualisierung ihrer Sicherheitssoftware. Im Falle einer PromptSpy-Infektion empfehlen Experten, das Gerät im abgesicherten Modus zu starten, um die schädliche App effektiv zu entfernen.

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