PromptSpy, Android-Malware

PromptSpy: Android-Malware nutzt Googles KI Gemini

26.02.2026 - 01:30:38 | boerse-global.de

Die Schadsoftware PromptSpy analysiert mit Googles KI den Bildschirm, um sich zu verstecken und vollständige Fernkontrolle zu erlangen. Experten sehen darin einen Wendepunkt für mobile Cyberangriffe.

Eine neue Android-Malware nutzt erstmals Googles KI Gemini, um Smartphones zu übernehmen. Die Schadsoftware namens "PromptSpy" analysiert mit der KI den Bildschirm und erhält so dynamische Anweisungen, wie sie sich auf dem Gerät versteckt. Sicherheitsforscher sehen darin einen Wendepunkt für mobile Cyberangriffe.

KI als Gehirn für hartnäckige Infektion

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Der Trick von PromptSpy liegt in ihrem Persistenz-Mechanismus. Statt fest programmierter Befehle macht die Malware einen Screenshot und schickt ihn an Googles KI-Modell Gemini. Die KI analysiert die angezeigten Menüs und Schaltflächen und sagt der Malware genau, welche Klicks nötig sind, um eine Deinstallation zu verhindern.

So kann sich PromptSpy etwa in der Liste der zuletzt genutzten Apps verankern. Das verhindert, dass Nutzer die schädliche App einfach wegwischen können. Diese Anpassungsfähigkeit macht die Malware auf verschiedenen Android-Versionen und Herstelleroberflächen besonders hartnäckig.

Vollständige Fernsteuerung möglich

Hat sich die Malware eingenistet, zielt sie darauf ab, ein VNC-Modul (Virtual Network Computing) zu installieren. Das gibt Angreifern die vollständige Fernkontrolle über das Smartphone. Sie können den Bildschirm live beobachten, alle Eingaben mitlesen und sogar selbst Aktionen ausführen.

Die Spionagefähigkeiten sind umfangreich: Die Malware kann Bildschirminhalte als Video aufzeichnen, Screenshots erstellen und PINs, Passwörter sowie Entsperrmuster abfangen. Damit könnten Kriminelle Banking-Apps manipulieren, Überweisungen tätigen oder auf sensible private und geschäftliche Daten zugreifen.

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Gefälschte Apps als Einfallstor

Die Malware tarnt sich als legitime Anwendung, beispielsweise als gefälschte Banking-App namens "MorganArg", die Chase/JPMorgan imitiert. Sie verbreitet sich nicht über den Google Play Store, sondern über manipulierte Webseiten oder Phishing-Kampagnen.

Google bestätigt, dass der standardmäßig aktive Dienst Google Play Protect vor bekannten Versionen schützt – auch bei Installation aus externen Quellen. Erste Varianten der Malware tauchten bereits im Januar auf, weiterentwickelte Versionen mit aktiver Gemini-Nutzung wurden im Februar entdeckt.

Das KI-Wettrüsten hat begonnen

PromptSpy ist der zweite bekannte Fall, bei dem Kriminelle generative KI tief in Schadcode integrieren. Im August 2025 wurde bereits die Ransomware "PromptLock" entdeckt. Sicherheitsexperten prognostizieren, dass 2026 das Jahr der KI-nativen Malware werden wird.

Während Sicherheitsfirmen KI zur Angriffsabwehr nutzen, rüsten auch Cyberkriminelle auf. Sie entwickeln intelligente und anpassungsfähige Schadsoftware, die schwerer zu erkennen ist. Dieser Wettlauf zwischen KI-gestützter Verteidigung und KI-gestütztem Angriff wird die Cybersicherheit in den kommenden Jahren prägen.

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